Khalil A. Mutmaßlicher Albakr-Komplize freigelassen 

Der Wohnungsgeber des toten Chemnitzer Terrorverdächtigen Albakr ist nach SPIEGEL-Informationen aus der Haft entlassen worden. Khalil A. soll den Ermittlern zuvor Hinweise auf ein Unterstützernetzwerk gegeben haben.

Stacheldraht auf Mauer einer Justizvollzugsanstalt
DPA

Stacheldraht auf Mauer einer Justizvollzugsanstalt


Khalil A., der mutmaßliche Komplize des toten Chemnitzer Terrorverdächtigen Jaber Albakr, sitzt nicht mehr in Untersuchungshaft. Das haben sowohl sein Anwalt als auch die Bundesanwaltschaft dem SPIEGEL bestätigt. "Wir haben von Anfang an keine Tatbeteiligung erkennen können", sagte Khalil A.s Anwalt Peter Hollstein zu der Entscheidung.

A. saß seit Oktober in Haft, nun ist er mangels Tatverdacht wieder auf freiem Fuß. Dem 33 Jahre alten Syrer wurde Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Er hatte die Wohnung in Chemnitz gemietet, in der Albakr den Sprengstoff lagerte, mit dem er den Ermittlern zufolge einen islamistischen Anschlag auf einen Berliner Flughafen plante.

Khalil A. soll den Ermittlern auch Hinweise auf ein Unterstützernetzwerk in Nordrhein-Westfalen gegeben haben, das Albakr finanziell versorgt haben könnte.

Nach dem Suizid des Terrorverdächtigen Albakr in einer Leipziger Gefängniszelle waren Khalil A.s Haftbedingungen verschärft worden. Er bekam eine sogenannte Sitzwache, ein Beamter beobachtet den Untersuchungshäftling rund um die Uhr. Damit sollte ein weiterer Suizid eines wichtigen Terrorverdächtigen in der Obhut der sächsischen Justizbehörden verhindert werden. Videoüberwachung ist im sächsischen Strafvollzug gesetzlich untersagt.

Albakr wurde Anfang November in Berlin nach muslimischem Ritual beigesetzt. In Sachsen konnte der 22-Jährige nicht beerdigt werden, da dort Sargpflicht gilt. Nach muslimischem Glauben werden Tote in weißen Leinentüchern beigesetzt - ohne Sarg.

joe

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