Katastrophe von Fukushima: Japan leitet Atomausstieg ein

Tokio zieht Konsequenzen aus dem Fukushima-Desaster. Die japanische Regierung hat den Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen, bis 2040 sollen alle Reaktoren des Landes vom Netz gehen. Das hat massive Auswirkungen auf die Energieversorgung.

Atomkraftgegner in Japan: Ausstieg bis 2040Zur Großansicht
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Atomkraftgegner in Japan: Ausstieg bis 2040

Tokio - Japan hat einen fundamentalen Wechsel in der Energiepolitik eingeleitet. Die Regierung in Tokio verkündete am Freitag den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2040.

Man wolle "alle möglichen Maßnahmen" ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen, hieß es. Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda erklärte weiter, es dürften keine neuen Atommeiler gebaut werden. Bestehende Reaktoren hingegen, die die neue Regulierungsbehörde für sicher halte, sollten wieder hochgefahren werden können. Atomkraftwerke müssten jedoch nach 40 Jahren Betriebsdauer vom Netz gehen.

Die Regierung will außerdem den Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtversorgung bis 2030 auf 30 Prozent hochfahren. Auch soll der Stromverbrauch insgesamt vom Niveau des Jahres 2010 bis 2030 um zehn Prozent gesenkt werden.

Mit dem Beschluss folgt Tokio anderthalb Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima dem Beispiel Deutschlands. Die Bundesregierung hatte bereits kurz nach dem Unglück die Abschaltung aller AKW bis 2022 beschlossen.

In Japan hat sich seit der Katastrophe von Fukushima im März 2011 zunehmend Widerstand gegen die Atomkraft formiert. Nach dem durch ein Erdbeben mit anschließendem Tsunami ausgelösten Desaster waren alle AKW des Landes zur Sicherheitsüberprüfung abgeschaltet worden. Derzeit sind nur zwei der 54 Reaktoren in Betrieb, weshalb Japan im großen Stil fossile Energie importieren muss. Ein Ausstieg hätte größere Ausmaße als in Deutschland, da die Atomkraft vor 2011 in Japan 30 Prozent der Energie lieferte.

Nach der Kernschmelze im AKW Fukushima, der folgenschwersten Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986, war weltweit die Kritik an der Kernenergie gewachsen. Deutschlands EU-Nachbarn Großbritannien und Frankreich erklärten jedoch, dass sie am Bau von Reaktoren der nächsten Generation festhalten. Die USA gaben für die erste Errichtung eines AKW seit 1978 grünes Licht. Indien und China bekräftigten ihre Pläne, in den kommenden Jahren Dutzende Reaktoren zu bauen.

ler/AFP/dapd

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insgesamt 391 Beiträge
cassandros 14.09.2012
2040. Das ist faktisch "Sankt Nimmerlein". Politisch liegt es noch jenseits dieses Feiertages.
Zitat von sysopDie japanische Regierung hat den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2040 verkündet. Damit folgt Tokio anderthalb Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima dem Beispiel Deutschlands.]
2040. Das ist faktisch "Sankt Nimmerlein". Politisch liegt es noch jenseits dieses Feiertages.
kdshp 14.09.2012
Hallo, vernünftig vorallem das man nicht panisch wie unsere bundesregierung aussteigt und so den strom noch kaum bezahlbar macht bzw. totales chaos bei dem umstige entsteht. Ich vermute aber das die linken in japan weniger [...]
Zitat von sysopDie japanische Regierung hat den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2040 verkündet. Damit folgt Tokio anderthalb Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima dem Beispiel Deutschlands. Nach Fukushima-Katastrophe: Japan steigt aus der Atomkraft aus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,855773,00.html)
Hallo, vernünftig vorallem das man nicht panisch wie unsere bundesregierung aussteigt und so den strom noch kaum bezahlbar macht bzw. totales chaos bei dem umstige entsteht. Ich vermute aber das die linken in japan weniger zu sagen haben als in D!
der_namenslose 14.09.2012
Das ist wohl ein harter Schlag für die Atomlobby. Da wird doch Gebetsmühlenartig eine Renaissance der Atomkraft beschworen - und jetzt stiegt ein Land nach dem Anderen aus dieser Wahnsinnstechnologie aus.
Das ist wohl ein harter Schlag für die Atomlobby. Da wird doch Gebetsmühlenartig eine Renaissance der Atomkraft beschworen - und jetzt stiegt ein Land nach dem Anderen aus dieser Wahnsinnstechnologie aus.
MiniDragon 14.09.2012
Die unmittelbar betroffenen Japaner haben länger überlegt und lassen sich auch länger Zeit mit der Abschaltung der derzeitigen Reaktoren. Was bis 2040 sein wird, kann heute niemnd voraussehen. Gut möglich, dass bis dahin der [...]
Die unmittelbar betroffenen Japaner haben länger überlegt und lassen sich auch länger Zeit mit der Abschaltung der derzeitigen Reaktoren. Was bis 2040 sein wird, kann heute niemnd voraussehen. Gut möglich, dass bis dahin der Thorium- Reaktor in China und / oder den USA fertig entwickelt und auch erprobt sein wird. Kommt Zeit kommt Rat
donquichotte2012 14.09.2012
Aber die arme Umwelt Und die armen verstrahlten .... Da ist doch ein Sofortausstieg in wenigen Jahren viel klüger Und wirds teuer sind die 4 Stromkonzerne schuld (Höhn im Fernsehen) Technisch ist es doch ein klacks Und [...]
Zitat von kdshpHallo, vernünftig vorallem das man nicht panisch wie unsere bundesregierung aussteigt und so den strom noch kaum bezahlbar macht bzw. totales chaos bei dem umstige entsteht. Ich vermute aber das die linken in japan weniger zu sagen haben als in D!
Aber die arme Umwelt Und die armen verstrahlten .... Da ist doch ein Sofortausstieg in wenigen Jahren viel klüger Und wirds teuer sind die 4 Stromkonzerne schuld (Höhn im Fernsehen) Technisch ist es doch ein klacks Und das bissschen mehr an Kohle Nebenbei klappts aktuell nur nicht weil die Schwarzen von der Atommafia bestochen sind... ;-) (ironie)
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  • Freitag, 14.09.2012 – 10:41 Uhr
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Fläche: 377.944 km²

Bevölkerung: 126,536 Mio.

Hauptstadt: Tokio

Staatsoberhaupt: Kaiser Akihito

Regierungschef: Shinzo Abe

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