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Nach GM-Entscheidung: Magna plant stärkeren Arbeitsplatzabbau bei Opel als bekannt

Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier feiern im Wahlkampf den Einstieg von Magna bei Opel. Dabei werden jedoch in den deutschen Werken nach Informationen des SPIEGEL deutlich mehr Arbeitsplätze wegfallen als bislang bekannt. Von mehr als 4000 Stellen ist die Rede.

Opel-Flaggen vor dem Werk in Antwerpen: Hier wird wirtschaftlicher gearbeitet als in Bochum Zur Großansicht
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Opel-Flaggen vor dem Werk in Antwerpen: Hier wird wirtschaftlicher gearbeitet als in Bochum

Berlin - Neben den 3000 Jobs in der Produktion werden noch einmal 1100 Stellen in der Verwaltung gestrichen. Das sehen nach Informationen des SPIEGEL die Pläne des künftigen Opel-Mehrheitseigners Magna vor.

Die Bundesregierung rechnet zudem mit erheblichen Schwierigkeiten, den Magna-Deal bei der EU-Kommission durchzubekommen. So sei zu befürchten, dass andere Mitgliedsländer mit Opel-Standorten, zum Beispiel Großbritannien, Belgien oder Polen, in Brüssel Beschwerde gegen die großzügig bemessenen deutschen Beihilfen einlegen. Sie überschreiten mit 4,5 Milliarden Euro zudem die zulässige Größenordnung. Als Obergrenze gilt für gewöhnlich die Lohnsumme, die bei Opel aber geringer ausfällt.

Die EU-Kommission hat außerdem bei der Prüfung von Unterlagen, die Magna und die Bundesregierung in Brüssel eingereicht haben, ein Detail entdeckt, das die Genehmigung gefährden könnte. Danach arbeitet das Werk in Antwerpen, das dichtmachen soll, wirtschaftlicher als das in Bochum, das nach den Plänen erhalten bleibt. Eine solche betriebswirtschaftlich unsinnige Entscheidung ist aber nach EU-Recht untersagt, wenn der Staat mit Bürgschaften stützend eingreift.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat indessen Kritik zurückgewiesen, ihre Regierung habe sich nur aus wahltaktischen Gründen für den Verkauf des Autobauers Opel an den Zulieferer Magna und seine russischen Partner eingesetzt. "Wir retten keine Unternehmen, sondern wahren ihnen in der Finanzkrise eine Chance", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung".

Mit ihrem Kredit- und Bürgschaftsprogramm helfe die Regierung vielen Betrieben in der Krise. Zu rund 90 Prozent handele es sich dabei um kleine Unternehmen, so Merkel. Voraussetzung sei immer ein tragfähiges Zukunftskonzept. "Bewähren müssen sich die Unternehmen dann selber am Markt, das kann der Staat nicht abnehmen", sagte die Kanzlerin.

Die Kanzlerin setzt auf die viereinhalb Milliarden Euro der EU

Merkel wies Befürchtungen zurück, die EU könne die viereinhalb Milliarden Euro an staatlichen Bürgschaften und Unterstützungsleistungen für Opel und Magna nicht genehmigen. Es sei zwar richtig, dass die Garantien, die vom Bund und den vier Opel-Ländern in Deutschland gegeben werden sollen und an denen sich weitere europäische Länder beteiligen werden, von der Kommission in Brüssel genehmigt werden müssten. Eine beihilferechtliche Genehmigung des Kredit- und Bürgschaftsprogramms, in dessen Rahmen sich die Maßnahmen bewegen sollen, sei von der Kommission aber schon gegeben worden, erklärte Merkel.

Der Vertreter der Bundesländer im Opel-Treuhandbeirat, Dirk Pfeil, hält den Verkauf des Autobauers an das Magna-Konsortium für einen schweren Fehler. Wenn er "gewusst hätte, dass es ausschließlich eine politische Entscheidung gibt und die Betriebswirtschaft völlig hintendran geblieben ist", wäre er dem Gremium nicht beigetreten, sagte Pfeil am Samstag im Deutschlandfunk.

"Es ist einmalig in meiner beruflichen Laufbahn, dass derjenige, der die Bürgschaft gibt, auch gleichzeitig den Käufer bestimmt. Das ist schon ein bisschen eigenartig, und es passt auch nicht ins System." Pfeil hatte sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten. Der Abgesandte der Bundesregierung, Ex-Continental-Chef Manfred Wennemer, votierte gegen den Vorschlag.

Der Verkauf an Magna - ein Beispiel für "aggressive Industriepolitik"

Pfeil warf der Bundesregierung vor, zugunsten Magnas "den Ball immer ins Tor gebrüllt" zu haben. Das Angebot des US-Finanzinvestors Ripplewood über seine belgische Tochter RHJ International hätte für die deutschen Steuerzahler 1,3 Milliarden Euro weniger an Risiko bedeutet. Den Opel-Mitarbeitern werde nun eine Sicherheit suggeriert, die es nicht gebe.

Der "Bild"-Zeitung sagte Pfeil zudem: "Der Verkauf an Magna ist genau die Art von aggressiver Industriepolitik, die in Deutschland immer und zu Recht kritisiert wurde." Man müsse damit rechnen, dass die bis zu 4,5 Milliarden Euro staatlicher Hilfe für Opel nicht reichen würden.

Außerdem seien erhebliche Schwierigkeiten in der EU unausweichlich. Der von Magna geplante Arbeitsplatzabbau begünstige Deutschland, das würden sich die anderen europäischen GM-Standortländer nicht einfach gefallen lassen", fügte er hinzu.

Der Chef des Beirats der Opel-Treuhand, Fred Irwin, sprach im Deutschlandfunk hingegen von einem Ergebnis im besten Interesse für GM und die Mitarbeiter. Die wirklich wichtigen Fragen und die harte Arbeit würden aber erst nach der Bundestagswahl auf alle Beteiligten zukommen, sagte Irwin.

jjc/ddp/dpa

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Forum - Was will General Motors wirklich?
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1.
AndyH 10.09.2009
Gewinn machen.
2.
schlob 10.09.2009
Zitat von AndyHGewinn machen.
a.sie wollen merkel nicht schaden- aber b) trotzdem opel behalten.- ich tippe mal: die bedingungen werden völlig unannehmbar sein.
3.
kdshp 10.09.2009
Zitat von sysopOpel wird an einen Investor verkauft: Der Verwaltungsrat von General Motors hat sich mehreren Nachrichtenagenturen zufolge für eine Trennung von der deutschen Tochter ausgesprochen, wird dafür aber Bedingungen stellen. Demnach erhält Magna den Zuschlag. Was will GM wirklich?
Hallo, druck machen um so von der CDU/CSU/FDP mehr zugeständnisse zu belommen also auch cash (geld). Der mann bei GM ist ein kaufmann das ist sein job das scheint aber nur herr guttenberg zu raffen wird aber von der CDU und gerade von frau merkel gebremst. ES sind ja auch wahlen und hier möchte ich aber auch mal die presse kritisieren die aus meiner sicht nur noch berichetet aber nicht mehr journalistisch hinterfragt ! Gerade frau merkel wird wie ein rohes ei behandelt wohl eien art frauen bonus !
4.
AndyH 10.09.2009
Zitat von schloba.sie wollen merkel nicht schaden- aber b) trotzdem opel behalten.- ich tippe mal: die bedingungen werden völlig unannehmbar sein.
Nicht gesagt. Sie behalten ein Sperrminorität, am sonsten holen so viel (Bar-)Geld ab wie die Russen und Frau Merkel lockermachen können. Magna übernimmt lediglich die Management und wirkt als Sündenbock, falls doch paar Leute gefeuert werden. Geld hat Magna schon lange keine, die fahren Verluste ein. GM wird als Sperrminorität und größte Kunde (auch bei Magna) bestimmen wo es langgeht.
5.
kdshp 10.09.2009
Zitat von schloba.sie wollen merkel nicht schaden- aber b) trotzdem opel behalten.- ich tippe mal: die bedingungen werden völlig unannehmbar sein.
Hallo, das ist aber wohl die absicht also das frau merkel eben zustimmt egal was GM fordert. Wenn er frau merkel anruft dann ist sie ja wohl DIE PERSON die das entscheiden kann/wird. Ja frau merkel jetzt aber mal butter bei de fische wieviel mrd wollen sie noch einer privaten firma geben ?! Opel-Zukunft GM-Chef teilt Merkel Entscheidung am Telefon mit http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,648074,00.html
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Eigentümerstruktur
An der neuen Gesellschaft New Opel sollen Magna und die russische Sberbank jeweils 27,5 Prozent halten. Daneben soll die Opel- Belegschaft zehn Prozent übernehmen. 35 Prozent bleiben bei der bisherigen Konzernmutter General Motors (GM). Magna bestimmt die industrielle Führung und sichert sich in Partnerschaft mit dem russischen Autobauer Gaz den russischen Markt. Mit New Opel will Magna 2011 wieder schwarze Zahlen schreiben.
Arbeitsplätze und Werke
Magna will in Europa rund 10.500 Stellen bei Opel und der britischen Schwester Vauxhall streichen - das wäre jeder fünfte Arbeitsplatz. In Deutschland sollen rund 3000 von knapp 26.000 Stellen verschwinden. Dabei hat Magna seine ursprünglichen Pläne mit massiven Einschnitten abgemildert. Alle vier deutschen Standorte, also auch den in Kaiserslautern, will der Zulieferer erhalten. Allerdings stehen einige europäische Werke wie im belgischen Antwerpen und im britischen Luton auf der Kippe.
Staatsgeld und Eigenkapital
Magna fordert Staatsgarantien von 4,5 Milliarden Euro und will selbst 500 Millionen Euro einbringen. Dabei hat der Zulieferer angeboten, sofort 350 Millionen Eigenkapital bereitzustellen. ssu/dpa

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