Newsblog Das war Der Morgen @SPIEGELONLINE am 24.3.2016

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Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.
Der Selbstmordattentäter in der Brüsseler Metro war nach Informationen des belgischen Senders RTBF nicht allein unterwegs. Auf Bildern einer Überwachungskamera sei ein zweiter Mann mit einer großen Tasche zu sehen, berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Donnerstagmorgen. Unklar sei, ob der Verdächtige bei der Explosion getötet wurde oder ob er auf der Flucht ist.

Die Staatsanwaltschaft äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Sie wollte im Laufe des Tages eine Pressemitteilung zum Stand der Ermittlungen veröffentlichen. Bei dem Anschlag in einer U-Bahn in der Station Maelbeek mitten im EU-Viertel kamen am Dienstag nach jüngsten Angaben 20 Menschen ums leben. Weitere elf Personen starben bei von zwei anderen Selbstmordattentätern ausgelösten Explosionen am Flughafen.
Saleh Abdeslam soll heute vor einem Brüsseler Gericht erscheinen. Das melden soeben die Nachrichtenagenturen. Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie ab jetzt in einem Newsblog auf dem Laufenden. Alle anderen Nachrichten finden Sie an gewohnter Stelle. Kommen Sie gut durch den Tag!
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Der Anwalt des mutmaßlichen Paris-Terroristen Saleh Abdeslam sieht sich nach den Anschlägen in Brüssel schweren Anfeindungen ausgesetzt. Sven Mary sei von einer Person angegriffen worden und habe sich körperlich zu Wehr setzen müssen, berichtete die belgische Tageszeitung "Le Soir" am Donnerstag. Zudem habe er Hunderte E-Mails erhalten, in denen er wegen seiner Tätigkeit für Abdeslam beschimpft und bedroht werde. "Ich musste meine Kanzlei schließen, um die Sicherheit meiner Mitarbeiter zu gewährleisten", zitierte das Blatt den Anwalt. Polizeischutz wolle er nicht.

Der Verteidiger des Paris-Attentäters ist einer der renommiertesten Anwälte in Belgien und hat sich auf Islamisten-Fälle spezialisiert. Von seinen Kollegen wird er "Pittbull" genannt. Zuletzt hatte er damit gedroht, den Staatsanwalt François Molins wegen Geheimnisverrats anzuzeigen, weil dieser Aussagen Abdeslams an die Presse weitergegeben haben soll.

Die Gefahr, von einem Kleinkind erschossen zu werden, ist in den USA größer als die, Opfer eines Terroranschlags zu werden. Beruhigend.

Halb acht, Zeit für eine kurze Presseschau. Die Anschläge in Brüssel sind auch heute das wichtigste Thema:

  • Die Brüsseler Zeitung "De Morgen" äußert Zweifel an der Effektivität der Terrorbekämpfung durch die belgischen Behörden: "Es tauchen Fragen auf. Viele Fragen. Wenn es zum Beispiel stimmen sollte, dass es eine deutliche und wiederholte Warnung aus dem Ausland vor genau diesen Anschlägen gab, dann gibt es ein Problem. Oder wenn es stimmen sollte, dass einer der Selbstmordattentäter von den türkischen Diensten an die Niederlande ausgeliefert worden war, dass zudem Belgien einen Hinweis erhalten hatte und dass er dann trotzdem freigelassen wurde. Das wäre dann sogar ein großes Problem."

  • Die linksliberale französische Tageszeitung "Libération" kommentiert am Donnerstag, dass die französische Regierung nach den Terroranschlägen von Brüssel erneut von einem "Krieg" gegen den Terror sprach: "Die Verwendung des Wortes kann einen perversen Effekt haben: ohne Nachdenken Ausnahmemaßnahmen zu rechtfertigen, deren praktischer Effekt zweifelhaft ist und die schwere politische Nachteile darstellen."

  • Die französische Tageszeitung "Le Monde" fordert mehr Geld für Polizei und Geheimdienste: "Besser ist es, die Komplexität des Phänomens auf doppelter Ebene zu erkennen. Der IS hat vermutlich europaweit logistisch ausgeklügelte Netzwerke geknüpft, um in verschiedenen Hauptstädten des Kontinents simultane Anschläge zu verüben. Keine Blauäugigkeit: Der Kampf führt über mehr Mittel für Polizei und Geheimdienste."

  • Das Handelsblatt mahnt eine bessere europäische Außen- und Sicherheitspolitik an: "Spätestens seit Beginn der Flüchtlingskrise sollte jedem Europäer klar geworden sein, dass wir Teil einer Weltinnenpolitik geworden sind. Ereignisse im syrischen Aleppo oder im libyschen Sirte beeinflussen unseren Alltag heute ganz unmittelbar. Es ist deshalb ein Anachronismus, dass die europäische Außen- und Sicherheitspolitik von den EU-Mitgliedstaaten noch immer stiefmütterlich behandelt wird."


Gleich zwei Schweigeminuten wird es heute geben. Zunächst wird um 10.41 Uhr im französischen Le Vernet und in Haltern der Opfer des Germanwings-Absturzes vor einem Jahr gedacht. Mehr als 600 Angehörige der Opfer werden zu den beiden Trauerzeremonien in den kleinen Orten erwartet. Um 14.30 Uhr gedenkt Belgien mit einer landesweiten Schweigeminute der Opfer der Terroranschläge.

Das bringt der Tag:

  • In Brüssel treffen sich heute die für innere Sicherheit zuständigen EU-Minister.
  • US-Außenminister Kerry trifft Kreml-Chef Putin zu Gesprächen in Moskau
  • UN-Tribunal fällt Srebrenica-Urteil gegen Ex-Serbenführer Karadzic
  • Grüne und CDU in Baden-Württemberg gehen weiter auf Tuchfühlung
  • Das Marktforschungsunternehmen GfK veröffentlicht die Daten zum Konsumklima


Wird Neuseeland künftig von einem Silberfarn und Sternen oder weiter von einer Flagge mit dem britischen Union Jack in der Ecke repräsentiert? Die Neuseeländer dürfen noch bis heute in einem Referendum abstimmen, ob sie eine neue Fahne wollen. Im Laufe des Tages wird das vorläufige Ergebnis bekannt gegeben. Laut Umfragen will die Mehrheit der 4,5 Millionen Einwohner des Landes die alte Flagge behalten. Es gibt aber auch etliche Einwohner des Landes, die genervt sind, dass im Ausland kaum jemand die neuseeländische von der australischen Flagge unterscheiden kann. Meine Kollegen aus dem Reiseressort haben sich vor Kurzem bei den Kiwis umgehört und die Frage der Farne gestellt.
Weißer Silberfarn auf schwarz-blauem Hintergrund und das Kreuz des Südens - das könnte bald Neuseelands neue Flagge sein.
Guten Morgen aus Hamburg. Mein Name ist Philipp Löwe, ich bin Social-Media-Redakteur bei SPIEGEL ONLINE und werde Sie heute beim Start in den Tag begleiten. Bevor wir richtig loslegen, noch ein kurzer Blick auf das Wetter: Heute früh ist es teils neblig, teils klar. In Nebelgebieten könnte es morgens glatt sein, ab dem Vormittag soll es aber heiter werden. Im Südosten soll es Regen geben. Den vollständigen Wetterbericht gibt es hier. Falls Sie diesen Text auf einem Handy lesen, dann nutzen Sie bitte diesen Link.



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
KuGen 24.03.2016
1. Herr Mass weist nachdrücklich darauf hin....
....das zwischen dem Summen der Bienen im Frühjahr und dem Essen von Äpfeln im Herbst keine Beziehungen bestehen.
Hamberliner 24.03.2016
2. Neue Flagge Neuseelands: scheußlich. grausam.
Bisher gab es ja ein Referendum mit vielen Durchgängen um zu entscheiden, welcher Entwurf als neue Flagge zur Debatte steht. Dabei lag die Option B (http://www.bite.co.nz/images/pages/Silver-fern-red-white-and-b.jpg) zuerst vorn. Die finde ich deutlich ästhetischer als die depressive Grufti-Scheußlichkeit, die am Ende herausgekommen ist. Da kann man ja gleich die Sterne auch noch schwarz machen und den Silberfarn schmutzig-braun statt weiß. Mir hätte die hier (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/New_Zealand_Flag_Proposal_3_(Kiwi_Flag).png) noch besser gefallen.
Mertrager 24.03.2016
3. Sagt was aus
..., wenn ich eine Kanzlei wg solch eines Vorgangs einfach "schließen" kann. Wenn ich richtig im Geschäft bin, ist das quasi unmöglich. Vermute daher eine Akt der Publicity.
Circular 24.03.2016
4. Wenn die Bienen in Deutschland summen
Zitat von KuGen....das zwischen dem Summen der Bienen im Frühjahr und dem Essen von Äpfeln im Herbst keine Beziehungen bestehen.
und meine Äpfel aus China kommen, besteht da keinerlei Beziehung.
Circular 24.03.2016
5. Wenn es für Islamisten keinen Anwalt mehr gibt
Zitat von Mertrager..., wenn ich eine Kanzlei wg solch eines Vorgangs einfach "schließen" kann. Wenn ich richtig im Geschäft bin, ist das quasi unmöglich. Vermute daher eine Akt der Publicity.
geht der Rechtsstaat seinem Ende entgegen.
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