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Newsblog: Das war Der Morgen @SPIEGELONLINE am 24.3.2016

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Nachrichten und Themen aus Deutschland und der Welt - hier zum Nachlesen.

Herzlich willkommen bei Der Morgen @SPIEGELONLINE.
Bis 9 Uhr begleitet Sie heute Philipp Löwe beim Start in den Tag
- hier finden Sie den Autor bei Twitter.
Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.
Der Selbstmordattentäter in der Brüsseler Metro war nach Informationen des belgischen Senders RTBF nicht allein unterwegs. Auf Bildern einer Überwachungskamera sei ein zweiter Mann mit einer großen Tasche zu sehen, berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Donnerstagmorgen. Unklar sei, ob der Verdächtige bei der Explosion getötet wurde oder ob er auf der Flucht ist.

Die Staatsanwaltschaft äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Sie wollte im Laufe des Tages eine Pressemitteilung zum Stand der Ermittlungen veröffentlichen. Bei dem Anschlag in einer U-Bahn in der Station Maelbeek mitten im EU-Viertel kamen am Dienstag nach jüngsten Angaben 20 Menschen ums leben. Weitere elf Personen starben bei von zwei anderen Selbstmordattentätern ausgelösten Explosionen am Flughafen.
Saleh Abdeslam soll heute vor einem Brüsseler Gericht erscheinen. Das melden soeben die Nachrichtenagenturen. Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie ab jetzt in einem Newsblog auf dem Laufenden. Alle anderen Nachrichten finden Sie an gewohnter Stelle. Kommen Sie gut durch den Tag!
Kennen Sie Stephen Garnett? Der US-US-Basketballtrainer sorgte jüngst für Schlagzeilen, weil er jeden seiner Spieler mit einem besonderen Handschlag motiviert. Das ist nicht nur vorbildlich, sondern auch äußerst sehenswert:

Cooler Coach: Für jeden Spieler eine eigene Choreographie - SPIEGEL ONLINE - Video

SPIEGEL ONLINEStephen Garnett ist US-Basketballtrainer - und Internet-Ikone: Das Netz feiert ihn für seinen denkwürdigen Auftritt an der Seitenlinie. Sehen Sie selbst.
Die Neuseeländer bleiben beim Union Jack, meldet die Nachrichtenagentur AP. Die Neuseeländer stimmten in einem Referendum darüber ab, ob es eine neue Nationalflagge geben soll. In der schriftlichen Abstimmung stimmten 56,6 Prozent gegen das neue Design mit einem Silberfarn, 43,2 Prozent dafür. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 Prozent.
#BREAKING New Zealanders reject flag change, according to preliminary results
Die Mehrheit der Bundesbürger ist für höhere Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen und Bahnhöfen. Laut dem aktuellen "Deutschlandtrend" für das ARD-"Morgenmagazin" sind 77 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland nach den Anschlägen in Brüssel dauerhaft verstärkt werden sollen. Sie nehmen dafür auch zusätzliche Kosten und Zeitverzögerungen in Kauf. Lediglich ein Fünftel der rund tausend Befragten möchte langfristig keine verstärkten Maßnahmen an Flughäfen und Bahnhöfen.
Presseschau, die Zweite
Zu den politischen Auswirkungen der Terroranschläge von Brüssel schreibt die linksliberale polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza": "Die Führer Europas solidarisieren sich nach den Anschlägen in Brüssel mit den Angehörigen der Opfer. Die Führer der extremen Rechten rufen zum Krieg auf. Sie fühlen den Wind in den Segeln und kämpfen um Stimmen."

Die liberale slowakische Tageszeitung "Sme" fordert nach den Terroranschlägen in Brüssel strengere Kontrollen von Migranten und Flüchtlingen: "Darauf zu bestehen, dass Migranten nach Europa kommen und hier wohnen können, ohne sich vorher einem gründlichen Screening zu unterziehen - diese tapfere, aber abwegige Haltung von Angela Merkel aus dem vergangenen Jahr - ist nicht mehr möglich."

Die römische Zeitung "La Repubblica" schreibt über das Phänomen, dass häufig Brüder zu Terroristen werden: "Zwei Brüder haben den Tod nach Brüssel gebracht. Es war kein Einzelfall. In den dschihadistischen Netzwerken findet man häufig Mitglieder der gleichen Familie, und oft sind es Brüder. (...) Mordende Brüder sind Teil eines speziellen Phänomens dieser Generation: Diejenigen, die sich für den gewaltsamen Kampf im Namen des Islams entscheiden, sind junge Leute, die vor allem ihre Familien herausfordern wollen. Gegenüber Eltern, die mittlerweile verwestlicht sind, die ihnen oft weder die Religion noch die Muttersprache übermittelt haben, reagieren sie mit Trotz: Wir sind zu den Ursprüngen zurückgekehrt und kennen die wahre Religion - ihr nicht."

Der Anwalt des mutmaßlichen Paris-Terroristen Saleh Abdeslam sieht sich nach den Anschlägen in Brüssel schweren Anfeindungen ausgesetzt. Sven Mary sei von einer Person angegriffen worden und habe sich körperlich zu Wehr setzen müssen, berichtete die belgische Tageszeitung "Le Soir" am Donnerstag. Zudem habe er Hunderte E-Mails erhalten, in denen er wegen seiner Tätigkeit für Abdeslam beschimpft und bedroht werde. "Ich musste meine Kanzlei schließen, um die Sicherheit meiner Mitarbeiter zu gewährleisten", zitierte das Blatt den Anwalt. Polizeischutz wolle er nicht.

Der Verteidiger des Paris-Attentäters ist einer der renommiertesten Anwälte in Belgien und hat sich auf Islamisten-Fälle spezialisiert. Von seinen Kollegen wird er "Pittbull" genannt. Zuletzt hatte er damit gedroht, den Staatsanwalt François Molins wegen Geheimnisverrats anzuzeigen, weil dieser Aussagen Abdeslams an die Presse weitergegeben haben soll.

Die Gefahr, von einem Kleinkind erschossen zu werden, ist in den USA größer als die, Opfer eines Terroranschlags zu werden. Beruhigend.
In the US, toddlers kill more people with guns than terrorists do bit.ly/1WjWLPw http://pbs.twimg.com/media/CdfT8K3W0AAu06w.jpg

Halb acht, Zeit für eine kurze Presseschau. Die Anschläge in Brüssel sind auch heute das wichtigste Thema:

  • Die Brüsseler Zeitung "De Morgen" äußert Zweifel an der Effektivität der Terrorbekämpfung durch die belgischen Behörden: "Es tauchen Fragen auf. Viele Fragen. Wenn es zum Beispiel stimmen sollte, dass es eine deutliche und wiederholte Warnung aus dem Ausland vor genau diesen Anschlägen gab, dann gibt es ein Problem. Oder wenn es stimmen sollte, dass einer der Selbstmordattentäter von den türkischen Diensten an die Niederlande ausgeliefert worden war, dass zudem Belgien einen Hinweis erhalten hatte und dass er dann trotzdem freigelassen wurde. Das wäre dann sogar ein großes Problem."

  • Die linksliberale französische Tageszeitung "Libération" kommentiert am Donnerstag, dass die französische Regierung nach den Terroranschlägen von Brüssel erneut von einem "Krieg" gegen den Terror sprach: "Die Verwendung des Wortes kann einen perversen Effekt haben: ohne Nachdenken Ausnahmemaßnahmen zu rechtfertigen, deren praktischer Effekt zweifelhaft ist und die schwere politische Nachteile darstellen."

  • Die französische Tageszeitung "Le Monde" fordert mehr Geld für Polizei und Geheimdienste: "Besser ist es, die Komplexität des Phänomens auf doppelter Ebene zu erkennen. Der IS hat vermutlich europaweit logistisch ausgeklügelte Netzwerke geknüpft, um in verschiedenen Hauptstädten des Kontinents simultane Anschläge zu verüben. Keine Blauäugigkeit: Der Kampf führt über mehr Mittel für Polizei und Geheimdienste."

  • Das Handelsblatt mahnt eine bessere europäische Außen- und Sicherheitspolitik an: "Spätestens seit Beginn der Flüchtlingskrise sollte jedem Europäer klar geworden sein, dass wir Teil einer Weltinnenpolitik geworden sind. Ereignisse im syrischen Aleppo oder im libyschen Sirte beeinflussen unseren Alltag heute ganz unmittelbar. Es ist deshalb ein Anachronismus, dass die europäische Außen- und Sicherheitspolitik von den EU-Mitgliedstaaten noch immer stiefmütterlich behandelt wird."


Die Deutschen lassen sich in diesem Jahr Zeit mit dem Osterhaseneinkauf meldet soeben die DPA. Erst in der Woche vor dem Fest langten die meisten Süßigkeiteneinkäufer zu. Wann denn sonst? Vielleicht schon direkt nach Weihnachten, wenn gefühlt die ersten Schokohasen in die Regale wandern? Verzichten sollten Sie auf den Schokohasen allerdings nicht: Für die Süßwarenindustrie ist Ostern nach Weihnachten die wichtigste Saison des Jahres. Durchschnittlich geben die Deutschen 5,65 Euro pro Kopf für Osterartikel aus. 2014 kamen so 452 Millionen Euro zusammen. Sollten Sie noch keinen Ostereinkauf gemacht haben, dann wird es aber Zeit. Denn am Samstag wollen Sie sicher nicht mit allen anderen in der Schlange stehen. Auch die Verkäuferinnen werden es Ihnen danken.
Hat seinen Hasen schon gesichert: Vizekanzler Gabriel (SPD)
Der Bundeswehrverband hat erwartungsgemäß die geplante Aufstockung des Wehretats um 10,2 Milliarden Euro für unzureichend erklärt. Das Geld soll über die nächsten vier Jahre ausgeschüttet werden. Die Politik habe offensichtlich immer noch nicht verstanden, dass die Bundeswehr ein Sanierungsfall sei, sagte Verbandschef André Wüstner der Deutschen Presse-Agentur. "Es geht um nichts anderes als den Erhalt der sicherheitspolitischen Handlungsfähigkeit Deutschlands." Der Bundeswehrverband fordert 18,5 Milliarden Euro zusätzlich für die Bundeswehr in den nächsten vier Jahren.

Obama auf Staatsbesuch in Argentinien 
Er macht halt doch immer eine gute Figur: US-Präsident Obama ist derzeit in Argentinien. Ein Tangotanz gehört natürlich zum Pflichtprogramm der zweitägigen Reise. Seine Frau Michelle (nicht im Bild) legte übrigens ebenfalls eine flotte Sohle aufs Parkett.
Bundesjustizminister Heiko Maas hat erneut davor gewarnt, einen Zusammenhang zwischen der Flüchtlingskrise und der Terrorbedrohung herzustellen. "Die meisten Männer, die in den vergangenen Monaten diese grauenhaften Anschläge verübt haben, sind bei uns in Europa zu einer terroristischen Bedrohung herangewachsen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Sie sind keine Flüchtlinge." Der Hauptaugenmerk in der Terrorbekämpfung müsse in der Prävention liegen. Dazu sollte das Entstehen von Parallelgesellschaften wie im Brüsseler Stadtteil Molenbeek verhindert werden. Der Stadtteil gilt als Islamistenhochburg. Die Spuren der Attentäter von Brüssel und Paris führen hierher.
Heute ist auch der letzte Tag des Staatsbesuchs von Bundespräsident Joachim Gauck in China. In der alten Kaiserstadt Xi'an soll es Treffen mit Vertretern der christlichen und muslimischen Minderheiten geben. Auf dem Programm am Donnerstag stehen Besuche einer katholischen Kathedrale und der Großen Moschee. Gauck wurde auf seiner fünftägigen China-Reise auch von Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland begleitet. Außerdem mit dabei: mein Kollege Florian Gathmann, der auch twittert aus Fernost.
Das Präsidenten-Paar und die Terrakotta-Armee #China #Gauck http://pbs.twimg.com/media/CeSCzQXWIAEYL8v.jpg

Gleich zwei Schweigeminuten wird es heute geben. Zunächst wird um 10.41 Uhr im französischen Le Vernet und in Haltern der Opfer des Germanwings-Absturzes vor einem Jahr gedacht. Mehr als 600 Angehörige der Opfer werden zu den beiden Trauerzeremonien in den kleinen Orten erwartet. Um 14.30 Uhr gedenkt Belgien mit einer landesweiten Schweigeminute der Opfer der Terroranschläge.

Das bringt der Tag:

  • In Brüssel treffen sich heute die für innere Sicherheit zuständigen EU-Minister.
  • US-Außenminister Kerry trifft Kreml-Chef Putin zu Gesprächen in Moskau
  • UN-Tribunal fällt Srebrenica-Urteil gegen Ex-Serbenführer Karadzic
  • Grüne und CDU in Baden-Württemberg gehen weiter auf Tuchfühlung
  • Das Marktforschungsunternehmen GfK veröffentlicht die Daten zum Konsumklima


Wird Neuseeland künftig von einem Silberfarn und Sternen oder weiter von einer Flagge mit dem britischen Union Jack in der Ecke repräsentiert? Die Neuseeländer dürfen noch bis heute in einem Referendum abstimmen, ob sie eine neue Fahne wollen. Im Laufe des Tages wird das vorläufige Ergebnis bekannt gegeben. Laut Umfragen will die Mehrheit der 4,5 Millionen Einwohner des Landes die alte Flagge behalten. Es gibt aber auch etliche Einwohner des Landes, die genervt sind, dass im Ausland kaum jemand die neuseeländische von der australischen Flagge unterscheiden kann. Meine Kollegen aus dem Reiseressort haben sich vor Kurzem bei den Kiwis umgehört und die Frage der Farne gestellt.
Weißer Silberfarn auf schwarz-blauem Hintergrund und das Kreuz des Südens - das könnte bald Neuseelands neue Flagge sein.
Guten Morgen aus Hamburg. Mein Name ist Philipp Löwe, ich bin Social-Media-Redakteur bei SPIEGEL ONLINE und werde Sie heute beim Start in den Tag begleiten. Bevor wir richtig loslegen, noch ein kurzer Blick auf das Wetter: Heute früh ist es teils neblig, teils klar. In Nebelgebieten könnte es morgens glatt sein, ab dem Vormittag soll es aber heiter werden. Im Südosten soll es Regen geben. Den vollständigen Wetterbericht gibt es hier. Falls Sie diesen Text auf einem Handy lesen, dann nutzen Sie bitte diesen Link.

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1. Herr Mass weist nachdrücklich darauf hin....
KuGen 24.03.2016
....das zwischen dem Summen der Bienen im Frühjahr und dem Essen von Äpfeln im Herbst keine Beziehungen bestehen.
2. Neue Flagge Neuseelands: scheußlich. grausam.
Hamberliner 24.03.2016
Bisher gab es ja ein Referendum mit vielen Durchgängen um zu entscheiden, welcher Entwurf als neue Flagge zur Debatte steht. Dabei lag die Option B (http://www.bite.co.nz/images/pages/Silver-fern-red-white-and-b.jpg) zuerst vorn. Die finde ich deutlich ästhetischer als die depressive Grufti-Scheußlichkeit, die am Ende herausgekommen ist. Da kann man ja gleich die Sterne auch noch schwarz machen und den Silberfarn schmutzig-braun statt weiß. Mir hätte die hier (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/New_Zealand_Flag_Proposal_3_(Kiwi_Flag).png) noch besser gefallen.
3. Sagt was aus
Mertrager 24.03.2016
..., wenn ich eine Kanzlei wg solch eines Vorgangs einfach "schließen" kann. Wenn ich richtig im Geschäft bin, ist das quasi unmöglich. Vermute daher eine Akt der Publicity.
4. Wenn die Bienen in Deutschland summen
Circular 24.03.2016
Zitat von KuGen....das zwischen dem Summen der Bienen im Frühjahr und dem Essen von Äpfeln im Herbst keine Beziehungen bestehen.
und meine Äpfel aus China kommen, besteht da keinerlei Beziehung.
5. Wenn es für Islamisten keinen Anwalt mehr gibt
Circular 24.03.2016
Zitat von Mertrager..., wenn ich eine Kanzlei wg solch eines Vorgangs einfach "schließen" kann. Wenn ich richtig im Geschäft bin, ist das quasi unmöglich. Vermute daher eine Akt der Publicity.
geht der Rechtsstaat seinem Ende entgegen.
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