Newsblog Das war Der Morgen @SPIEGELONLINE am 19.5.2017

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Ein Vertreter des Auktionshauses Sothebys vor dem Bild "Untitled" von Jean-Michel Basquiat
AFP

Ein Vertreter des Auktionshauses Sothebys vor dem Bild "Untitled" von Jean-Michel Basquiat

Mit


Armin Himmelrath
Herzlich willkommen bei Der Morgen @SPIEGELONLINE.
Bis 9 Uhr begleitet Sie heute Armin Himmelrath beim Start in den Tag - hier finden Sie den Autor bei Twitter.
Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.

Da hat sich jemand richtig heftig verguckt – in ein Bild: Der japanische Milliardär Yusaku Maezawa zahlt die Rekordsumme von 110,5 Millionen Dollar (99,4 Millionen Euro) für ein Bild des verstorbenen afroamerikanischen Künstlers Jean-Michel Basquiat. Laut Auktionshaus Sotheby's ist dies der höchste Preis, der jemals bei einer Versteigerung für das Werk eines Künstlers aus den USA gezahlt wurde, und der höchste Preis für ein nach 1980 entstandenes Werk überhaupt. Versteigert wurde das Bild "Untitled", das ein totenkopfartiges Gesicht auf einer großen Leinwand zeigt. Ursprünglich hatte es mal 19.000 Dollar gekostet... Im Online-Netzwerk Instagram präsentiert sich Yusaku Maezawa auf einem Foto mit seiner Neuerwerbung. "Als ich diesem Bild zum ersten Mal begegnet bin, war ich so angeregt und so dankbar", schreibt der 41-Jährige dazu.

Screenshot: SPIEGEL ONLINE
 

Maezawa hatte bereits im vergangenen Jahr ein Bild von Basquiat für 57,3 Millionen Dollar ersteigert und damit einen neuen Rekord für diesen Künstler aufgestellt.

Das war der "Morgen" für heute Morgen - und für diese Woche. Ich danke Ihnen herzlich für Ihr Interesse und hoffe, dass Ihnen ein erholsames, ruhiges und schönes Wochenende bevorsteht! Wenn Sie nicht so richtig wissen, was Sie mit den freien Tagen anfangen sollen, können Sie ja mal überlegen, ob Ihnen zum Welttrinkgeldtag am Sonntag etwas einfällt. Die Kellner und Taxifahrerinnen, Lieferboten und Bäckereifachverkäuferinnen werden sich freuen.
Wir halten Sie heute und natürlich das ganze Wochenende über hier bei SPIEGEL ONLINE weiter auf dem Laufenden und freuen uns, wenn Sie ab und zu mal vorbeiklicken.
Ihnen einen guten und kreativen Freitag, bis demnächst!
Ihr
Armin Himmelrath
Kurz vor Schluss noch schnell die Auswertung unserer Umfrage (1004 Befragte haben wir übrigens auch zusammenbekommen): Die "Morgen"-Leser empfehlen der Deutschen Bahn mit großer Mehrheit, sich mit ihren Kunden keinen unnötigen Kleinkrieg um die Papierfahrscheine zu liefern - das Problem werde sich mit etwas Geduld ohnehin von selbst lösen, weil dann mehr oder weniger alle Fahrgäste digitale Tickets kaufen. Fast 70 Prozent votierten bis jetzt für diese Haltung der Gelassenheit.
Die NRW-SPD sucht nach der deftigen Niederlage bei der Landtagswahl am vergangenen Wochenende ihr neues personelles Profil. Unmittelbar vor den anstehenden Beratungen hat sich jetzt Landesfinanzminister Norbert Walter-Borjans für Bau- und Verkehrsminister Michael Groschek als neuen NRW-Vorsitzenden ausgesprochen. An der Spitze der NRW-SPD müsse jemand "mit Stallgeruch" stehen, zitiert die "Rheinischen Post" heute den Finanzminister. Mit Bezug auf Groscheks Aufgabengebiet und dessen Position als Reserveoffizier ergänzte er: "Aufbauen hat etwas mit Bauen und Antreiben hat etwas mit Verkehr zu tun - und ein bisschen General wäre jetzt auch nicht schlecht."
Das klingt nicht gerade nach völliger Erneuerung, wenn Sie mich fragen.
#DieLage am Freitag: erste Auslandsreise für Trump als Präsident | Wahlen in Iran | Assange im @DerSPIEGEL-Gespräch spon.de/aeYUp

Jetzt spricht der konservative Superstar der Grünen: Winfried Kretschmann, Ministerpräsident in Baden-Württemberg, übt nach der Niederlage der Grünen in NRW Kritik. Die Partei solle sich auf Kernthemen konzentrieren - und aufhören, Koalitionen auszuschließen.
Trotz massiver Proteste im Land will Griechenland die Forderungen seiner Geldgeber erfüllen. spon.de/aeYUo

Auch die Kollegen vom Londoner "Guardian" orakeln in Richtung Trump-Dämmerung:
"Die ersten Monate der Präsidentschaft von Donald Trump waren gekennzeichnet durch außerordentliche Störungen und Chaos. Die Administration hat begonnen, Auflösungserscheinungen zu zeigen, vor allem aufgrund des Verhaltens und der Inkompetenz des Präsidenten. Doch die Ernennung eines Sonderermittlers zur Untersuchung der russischen Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf von 2016 ist ein Akt der Klärung. Für die Regierung ist das ein Wendepunkt, der sich für sie als Watergate-Moment erweisen könnte. Amerikas Staatsgewalt hat jetzt nicht unbedingt einen Weg eingeschlagen, der zur Absetzung oder zum Rücktritt (des Präsidenten) führt. Doch solche Möglichkeiten gehören nun zu den ernsthaften Optionen. Das sind Fakten, keine Fälschungen."

Freitag ist Reisetag. Heute gehen irgendwie alle auf Reisen – jedenfalls (gefühlt) alle Politiker:

  • Innenpolitisch schwer unter Beschuss, bricht Donald Trump zu seiner ersten Auslandsreise auf. Sie führt ihn in gut acht Tagen durch fünf Länder, erst im Nahen Osten, dann in Europa.
  • Nach Gesprächen in den USA besucht Bundesaußenminister Sigmar Gabriel heute das Nachbarland Mexiko. Er wird sich dort mit Präsident Enrique Peña Nieto und seinem Kollegen Luis Videgaray treffen.
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fliegt zu seinem Antrittsbesuch nach Polen. In Warschau wird er Präsident Andrzej Duda treffen.
  • Fünf Tage nach seinem Amtsantritt besucht Frankreichs Präsident Emmanuel Macron französische Truppen in Mali. Dort und in anderen Ländern der Sahelzone sind insgesamt rund 4000 französische Soldaten im Einsatz, um gegen Terrorgruppen zu kämpfen.
Schöner Tweet vom britischen Street-Art-Künstler Bansky (wenn er denn tatsächlich hinter diesem Twitteraccount steckt):
 
 
Zum Tod von Soundgarden-Sänger Chris Cornell hat die "New York Times" eine Liste mit seinen zehn wichtigsten Liedern zusammengestellt, die man jetzt in Memoriam hören sollte. Auf Platz eins: "Loud Love".
 
Hui, das klingt schon fast ein wenig nach Abgesang, was die Kollegen der spanischen Tageszeitung "El País" da heute über die Entwicklung in den USA schreiben:
"Die Ernennung von Robert Mueller zum Sonderermittler ist ein erster juristischer Schritt, der zur Absetzung Trumps - das so genannte Impeachment - durch den Kongress führen könnte. Dieser Prozess könnte Trump in die Position bringen, zwischen einem Rücktritt oder einem politischen Urteil des Kongresses wählen zu müssen, was beispiellos in der Geschichte des Landes wäre. Wieder einmal hat der Bewohner des Weißen Hauses einen totalen und rücksichtslosen Mangel an Verständnis für die Aufgaben gezeigt, die sein Amt mit sich bringt."
Foto: dpa
 
Bastian Schweinsteiger hat seinen langjährigen Teamkollegen Philipp Lahm vor dessen Abschied gewürdigt. "Er hat eine Wahnsinns-Karriere hingelegt", sagte Schweinsteiger der "Bild". Lahm wird morgen Nachmittag bei der Partie des FC Bayern gegen den SC Freiburg sein letztes Spiel als Profi bestreiten. Schweinsteiger, der inzwischen bei Chicago Fire in der nordamerikanischen Profiliga unter Vertrag steht, erinnerte an das erste gemeinsame Profi-Spiel der beiden. "2002 wurden wir gegen RC Lens eingewechselt. Danach habe ich mit keinem anderen so viele Spiele gemacht wie mit Philipp. Wir hatten eine super Zeit", so der Mittelfeldspieler.
Wenn Sie heute auf gutes Wetter hoffen, dann kann die Devise nur lauten: ab nach Osten! Denn da ist es, Sie sehen es auf der Vorhersagegrafik, ziemlich freundlich mit viel Sonnenschein. In den anderen Landesteilen dagegen wird's eher trüb mit Regen, der "vor allem von den Alpen bis nach Schleswig-Holstein und nach Mecklenburg auch schauerartig verstärkt und mit teils kräftigen Gewittern verbunden sein kann" - O-Ton unseres Meteorologen. Der warnt außerdem vor Unwettergefahr durch heftige Gewitter, die mit Hagel, Starkregen und Sturmböen einhergehen können. Ob das auch für Sie gilt, erfahren Sie postleitzahlengenau hier.
 
 
Das Nachrichten-Update um 8 Uhr:

Duterte dreht völlig durch: Um sein Ziel einer drogenfreien Gesellschaft zu erreichen, werde er noch weit mehr Menschen als bisher töten, kündigte der philippinische Präsident Rodrigo Duterte gestern an. Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Davao führt seit seinem Amtsantritt im Juni 2016 einen aggressiven Kampf gegen Drogenkriminelle. Tausende Menschen wurden seither gelyncht, darunter mehr als 2700 von der Polizei. Duterte hatte sich gerühmt, auch eigenhändig Menschen ermordet zu haben.

Per Dekret hat er gestern außerdem eines der schärfsten Anti-Tabak-Gesetze in ganz Asien verhängt. Rauchen und der Verkauf von Zigaretten werden an allen öffentlichen Plätzen sowie in einem Umkreis von 100 Metern um Schulen, Parks und anderen Plätzen, an denen sich Kinder versammeln, verboten, heißt es in dem gestern veröffentlichten Dekret. Das Verbot tritt in 60 Tagen in Kraft. Bereits jetzt ist das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen untersagt; Tabak, für dessen Konsum nicht geworben werden darf, wird zudem stark besteuert. Duterte hatte bei seinem Amtsantritt noch härtere Maßnahmen zur vermeintlichen Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung angekündigt, so unter anderem ein Verbot von Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit oder von Karaokesingen.

Das ist schon ein Kulturwandel: Das japanische Kabinett hat heute ein Gesetz gebilligt, das dem 83-jährigen Kaiser Akihito die Abdankung gestattet. Sein Nachfolger auf dem Chrysanthemen-Thron wird dann sein ältester Sohn, Kronprinz Naruhito. Der von Akihito angestrebte Schritt wäre die erste Abdankung in Japan seit 200 Jahren. Ein Zeitpunkt dafür wurde noch nicht genannt.
Der Kaiser hatte seinen Wunsch nach einem Rücktritt im vergangenen August angedeutet und dies mit seinem Alter und seiner Gesundheit begründet. Akihito bestieg den Thron nach dem Tod seines Vaters Hirohito im Januar 1989 im Alter von 56 Jahren.

Foto: Reuters
 

Kronprinz Naruhito ist 57 Jahre alt. Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte, er erwarte eine zügige Verabschiedung des Abdankungsgesetzes, das sich nur auf Akihito bezieht. Frauen sind von der Thronfolge ausgeschlossen, was in der Zukunft ein Thema werden könnte: Das einzige Kind Naruhitos ist ein Mädchen. Sein jüngerer Bruder Akishino hat einen Sohn und zwei Töchter.

Die Einsetzung eines Sonderermittlers schade dem Land, meint US-Präsident Trump - die Vorwürfe seien "lächerlich". spon.de/aeYUn

US-Präsident Donald Trump steht nach eigenen Angaben kurz vor der Wahl eines Nachfolgers für den entlassenen FBI-Direktor James Comey. Trump bestätigte, dass der ehemalige Senator aus Connecticut, Joe Lieberman, einer der Top-Kandidaten für den Posten sei. Er werde "bald" eine Entscheidung verkünden, so Trump. Einige demokratische Senatoren deuteten bereits an, Lieberman als potenziellen Nachfolger Comeys nicht zu unterstützen.

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen geht der Anstieg der Wahlbeteiligung vor allem auf die Mobilisierung der sozialen Mitte und der Oberschicht zurück. Nach einer Auswertung der Bertelsmann-Stiftung haben davon vor allem CDU und FDP profitiert. Nicht-Wähler aus schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen blieben im Vergleich zur Landtagswahl 2012 dagegen deutlich häufiger der Wahlurne fern, teilte die Stiftung mit. „Je wirtschaftlich schwächer ein Stimmbezirk geprägt ist, umso geringer ist dort die Wahlbeteiligung“, klagen die Autoren in ihrer Studie. Sie werteten Daten und Umfrage-Ergebnisse von Infratest dimap zur Landtagswahl aus. 2012 lag die Wahlbeteiligung in NRW bei 59,6 Prozent, fünf Jahre später bei 65,2 Prozent.

Der Bundestag hat gestern Abend mit den Stimmen von Union und SPD eine weitere Verschärfung des Asylrechts beschlossen. Linke und Grüne votierten gegen das Gesetz "zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht" und übten teilweise harsche Kritik.
Und? Was halten Sie von den Plänen, Bahnfahrkarten nur noch als digitale Tickets auszugeben?
Die Bürger halten bisher nicht allzu viel von den Plänen der Bahn: Der angekündigte Ersatz traditioneller Fahrkarten durch Digital-Tickets auf dem Smartphone wird mehrheitlich abgelehnt. In einer Emnid-Umfrage für den "Focus", die heute veröffentlicht wird, sprechen sich 68 Prozent gegen die Neuerung aus. Nur 27 Prozent waren dafür; befragt wurden 1004 Bürger. Besonders ablehnend äußerten sich Frauen. Sie wollten zu 73 Prozent bei der bekannten Bahnfahrkarte bleiben. Bahn-Chef Richard Lutz hatte am vor ein paar Tagen angekündigt, mittelfristig den klassischen Fahrschein auf Papier durch digitale Tickets auf dem Smartphone zu ersetzen.
 
Sieben Uhr, der schnelle Nachrichtenüberblick:
  • Ex-Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise hat "schwere Fehler" im Fall des rechtsradikalen Bundeswehrsoldaten Franco A. eingeräumt. Der hatte sich als Flüchtling registrieren lassen.
  • Das griechische Parlament hat in der Nacht ein neues Sparpaket verabschiedet. Es sorgt bei Betroffenen für Verzweiflung - und Proteste.
  • Donald Trump zeigt weiterhin keinerlei Selbstkritik, nennt die Einsetzung eines Sonderermittlers "schädlich für die USA" und findet alle Vorwürfe gegen ihn "lächerlich".
 
Nach dem Misserfolg beim Eurovision Song Contest ist die deutsche Sängerin Levina heute Morgen im ARD-Morgenmagazin zu Gast. Ihre Kernaussagen, kurz zusammengefasst:
  • "Natürlich war's irgendwie blöd gelaufen."
  • "Jetzt geht's mir schon wieder gut."
  • "Ich fand's total toll, Vitali Klitschko zu treffen."
Foto: SPIEGEL ONLINE
 
Die Eishockey-WM ist für Deutschland zu Ende: Im Viertelfinale schied das deutsche Team gegen den hohen Favoriten Kanada aus. Dabei hielt die Mannschaft erstaunlich lange mit, die Fans konnten sich zeitweise fast Hoffnung auf ein Weiterkommen machen. Hier können sie alles über die Begegnung lesen und die entscheidenden Szenen sehen.
 
Foto: dpa
 

Grausiges Verbrechen im US-Bundesstaat Mississippi: Wegen des Mordes an einem sechsjährigen Jungen sind drei junge Männer festgenommen worden. Der Junge war gestern tot in einem zuvor gestohlenen Auto gefunden worden. Er sei in den Hinterkopf geschossen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Die drei Teenager sollen ihn in der Nacht zuvor entführt haben.

Wie geht’s weiter mit TTIP? Der umstrittene Freihandelsvertrag sollte noch nicht abgeschrieben werden, hofft die amerikanische Handelskammer in Deutschland – und setzt auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen nach der Bundestagswahl im September. „Ich bin sicher, dass das Thema Transatlantisches Freihandelsabkommen nach der Wahl wieder auf den Tisch kommt“, sagte deren Präsident Bernhard Mattes, „die Tür ist immer noch offen.“
Trotz der von US-Präsident Donald Trump geäußerten TTIP-Skepsis seien neue Gespräche über das umstrittene Abkommen zwischen der EU und den USA möglich, meinte Mattes – „möglicherweise unter anderem Namen“, spielte er auf die eher geringe Halbwertszeit von Trump-Festlegungen an. Am internationalen Handel hingen 40 Millionen Jobs in den USA: „Abschottung ist keine Lösung.“ Gegen das Abkommen gibt es in Europa heftigen Widerstand von Umwelt- und Verbraucherschützern.
Sie wundern sich, dass ich bisher noch gar nichts über Trump gemeldet habe? Können Sie gerne haben, wenn auch nur indirekt: Der Protest gegen den populistischen US-Präsidenten äußert sich manchmal durchaus kreativ und witzig - so wie bei "The Trump Beatles", die auf der Basis von Fab-Four-Hits den Präsidenten veralbern. In diesem Fall: Paperback Writer. Den Ton schön laut aufdrehen...
 
Staatspräsidentenwahl im Iran: Dort hat vor einer guten Stunde die Wahl des neuen Präsidenten begonnen. Über 56 Millionen Iraner sind aufgerufen zu bestimmen, ob sie dem moderaten Präsidenten Hassan Ruhani eine zweite Amtszeit geben oder einen politischen Wechsel wollen. Sein Hauptrivale ist Ebrahim Raeissi, der Spitzenkandidat des erzkonservativen Klerus. Die anderen beiden Kandidaten gelten als chancenlos.
Die Wahl wird auch als ein Stimmungstest angesehen: Ruhanis Politik der Öffnung steht gegen Raeissis Abschottungspolitik. Das Wahlergebnis wird zeigen, welchen Kurs die Iraner bevorzugen. Ruhani ist zwar Favorit, aber Raeissi genießt die Unterstützung des Klerus sowie der staatlichen Medien.

 

Unter allzu großen Selbstvorwürfen leidet Michel Temer nicht: Brasiliens Staatspräsident lehnt nach Enthüllungen in einem Korruptionsskandal einen Rücktritt ab. Auf Gesprächsmitschnitten ist zu hören, wie Temer Schweigegeldzahlungen gutheißt. „Ich werde nicht zurücktreten“, sagte er in einer kämpferischen Ansprache in Brasilia. „Ich habe das Schweigen von niemandem erkauft.“ Seine kurze Rede wurde im brasilianischen Fernsehen ausgestrahlt. Der konservative Politiker forderte eine rasche Untersuchung und kritisierte, dass er abgehört worden sei.

Foto: Reuters
 
Mit der Opfer-Interpretation steht er allerdings ziemlich alleine: Nachdem der oberste Gerichtshof den Weg für Ermittlungen gegen Temer freigemacht hatte, kamen von allen Seiten Forderungen nach einem Rücktritt. Tausende Menschen protestierten in mehreren Städten Brasiliens gegen den Präsidenten. Die Börse brach dramatisch ein, Partner drohen mit Koalitionsbruch.
Keine Sorge, die Woche ist schon fast vorbei: Herzlich willkommen, verehrte Leserin und lieber Leser, zum "Morgen" hier auf SPIEGEL ONLINE. Wie gewohnt, gibt es hier in den kommenden drei Stunden die wichtigsten Nachrichten an diesem frühen Freitag und ein paar Geschichten drum herum. Heute vor genau 107 Jahren hat die Erde übrigens den Schweif des Halley'schen Kometen durchquert, was die Bevölkerung damals in ziemliche Panik versetzte - fürchtete man doch, das die Menschheit dabei giftige Gase einatmen und zu Grunde gehen würde. Ähnliches ist für heute nicht zu erwarten, insofern können Sie beruhigt in den Tag starten. Sollten Sie anderslautende Informationen besitzen: armin.himmelrath@spiegel.de.


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meisteryupa 19.05.2017
1. Manipulierende Abstimmung
Ich habe bei der Abstimmung bzgl. des elektronischen Bahnticket die Vermutung, dass der Autor fuer das Ticket ist. Man kann nicht einfach sagen "Hey! Ich bin fuer beides!". Nein, der Autor will, dass man dabei gleichzeitig gegen das Papierticket stimmt. Dazu der Punkt "Papiertickets? Ich wusste gar nicht, dass es die noch gibt... ", obwohl es derzeit nicht anders geht.
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