Newsblog Das war Der Morgen @SPIEGELONLINE am 17.7.2017

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Michael Kröger
Herzlich willkommen bei Der Morgen @SPIEGELONLINE.
Bis 9 Uhr begleitet Sie heute Michael Kröger beim Start in den Tag.
Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.
Und damit endet der "Morgen" für heute wieder. SPIEGEL ONLINE hält Sie natürlich weiterhin lückenlos auf dem Laufenden. Zu den zentralen Themen heute wird die zweite Runde der Brexit-Verhandlungen gehören. Auch die Folgen der Enthüllungen um den Auslöser für die Krise um Katar werden wir analysieren. Im politischen Berlin wird darüber hinaus das erweiterte Wahlprogramm von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schultz für Diskussionen sorgen. Meine Kollegen aus dem Hauptstadtbüro bringen sie auf den neuesten Stand. 
 
Ich verabschiede mich für heute und wünschen Ihnen noch einen erfolgreichen Tag. Morgen wird sie an dieser Stelle mein Kollege Andreas Albert begrüßen.

Die Metall-Arbeitgeber haben die Gewerkschaften erneut vor Forderungen einer Arbeitszeitsenkung auf unter 35 Stunden pro Woche gewarnt. Wenn die IG Metall die 35-Stunden-Woche nach unten aufweichen wolle, werde der Fachkräftemangel unverantwortlich verschärft, sagte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger dem "Handelsblatt". "Das zerschlägt nicht nur nachhaltig unseren wirtschaftlichen Erfolg, wir würden auch eine massive Tarifflucht erleben." Auch werde es zu Produktionsverlagerungen ins Ausland kommen, "weil die Arbeit hierzulande gar nicht mehr erledigt werden könnte".

Die IG Metall hatte Ende Juni erklärt, sie bereite für die kommende Tarifrunde eine Forderung vor, die Wochenarbeitszeit bei Bedarf noch unter die geltenden 35 Stunden zu senken. Ihr schwebt für den größten deutschen Industriezweig ein Recht auf eine 28-Stunden-Woche für maximal zwei Jahre vor. Die konkrete Forderung will die Gewerkschaft Ende Oktober beschließen. Dann soll auch die Entgeltforderung für den Ende des Jahres auslaufenden Tarifvertrag feststehen. 

Die Mehrheit der Brexit-Befürworter würde den freien Grenzübertritt von Bürgern aus den EU-Staaten in Kauf nehmen, um weiterhin von den Vorteilen des Binnenmarkts profitieren zu können. Das geht aus einer Umfrage der Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor, über die der britische "Guardian" berichtet. Noch stemmt sich Regierungschefin Theresa May gegen einen solchen Kompromiss, weil sie die Reaktion ihrer Landsleute fürchtet - oder weil sie selbst überzeugt ist, dass anderweitig das Wohl Großbritanniens gefährdet ist. 
Lastwagenfahrer, die über marode und daher für sie gesperrte Brücken fahren, sollen nach einem Zeitungsbericht deutlich härter bestraft werden. Solche Verstöße sollten künftig mit einem Bußgeld von 500 Euro und einem zweimonatigen Führerscheinentzug geahndet werden, berichtet die "Saarbrücker Zeitung". Bisher beträgt das Bußgeld 75 Euro

Den Anstoß dafür gab der Zeitung zufolge Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Denn die Lkw-Verkehrsverbote zum Schutz der Infrastruktur würden "in erheblichem Umfang nicht beachtet". Allein bis zu 1000 Laster überquerten täglich unerlaubt die Rheinbrücke der Autobahn A1 bei Leverkusen. Bundesweit gebe es eine Vielzahl ähnlicher Fällen.

Die türkischen Behörden haben die Chefredakteurin einer Regionalzeitung nach einer kritischen Kolumne über die Aufarbeitung des Putschversuchs vorübergehend festgenommen. Yeliz Koray sei am späten Samstagabend aus ihrem Haus abgeholt worden, teilte die in der Provinz Izmir erscheinende Zeitung "Kocaeli Koz" gestern mit. Gewisse Gruppen hätten Anstoß an ihrem Artikel genommen. "Sie wollten Koray wegen ihrer Berichterstattung lynchen, die Teil des Rechts auf Meinungsfreiheit ist", erklärte die Zeitung auf ihrer Webseite. Koray selbst schrieb am Sonntag via Twitter, sie sei wieder auf freiem Fuß, müsse sich aber regelmäßig bei den Behörden melden.

In einer Kolumne hatte die Journalistin kritisiert, dass die Regierung die Ereignisse vom 15. Juli 2016 im historischen Kontext übertrieben darstelle und nicht genügend tue, um dem auf den Grund zu gehen, was in der Putschnacht passiert sei.

Die chinesische Wirtschaft ist stärker als erwartet gewachsen. Wie das Statistikamt am Montag in Peking mitteilte, legte die zweitgrößte Volkswirtschaft im zweiten Quartal um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu und wuchs damit genauso schnell wie in den ersten drei Monaten des Jahres.  

Der Pekinger Wirtschaftsprofessor Huang Weiping zeigte sich zufrieden. Der zuletzt starke Außenhandel habe sich als Stütze erwiesen. Allein im Juni hatten die Exporte um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt, die Ausfuhren stiegen sogar um 17,2 Prozent. Auch andere Konjunkturdaten zeigten nach oben. 
 
Foto: AFP
 
 
Deutschlands Golfidol Bernhard Langer hat seinen zehnten Major-Sieg auf der US-Senioren-Tour nur um einen Schlag verpasst. Der 59-jährige Anhausener lag in der Finalrunde gestern in Baltimore bis zum vorletzten Loch an der Spitze, ehe ihm ein Missgeschick passierte. Auf der 17. Spielbahn landete Langers Abschlag im Wasser. Am Ende der Senior Players Championship hatte Langer mit einem Gesamtergebnis von 271 Schlägen einen Schlag mehr auf der Scorekarte als der Sieger Scott McCarron.

"Das wird für eine kleine Weile weh tun, weil ich es selbst in der Hand hatte, den Titel zu gewinnen", sagte der enttäuschte Langer. Der Masters-Sieger von 1985 und 1993 ist seit Jahren der überragende Spieler auf der US-Tour der über 50-Jährigen. Bisher hat Langer 32 Turniere gewonnen und Preisgelder von über 22 Millionen Dollar eingespielt. 
In Berlin sind die Preise für neu gebaute Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr um 9,8 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Marktstudie des Kapitalanlage- und Immobilienspezialisten Project hervor. Auf den nächsten Plätzen folgen Köln (plus 8,3 Prozent) und Nürnberg (plus 5,5 Prozent). In Frankfurt am Main (4,3 Prozent), München (3,6 Prozent) und Hamburg (1,5 Prozent) sind die Aufschläge dagegen fast moderat. 
Die Vereinigten Arabischen Emirate stecken nach einem Bericht der "Washington Post" hinter dem Cyberangriff auf Katar, der maßgeblich zur diplomatischen Krise unter den Golfstaaten beigetragen hat. In der vergangenen Woche hätten die Geheimdienste bestätigt, dass hochrangige Regierungsmitglieder des Emirats am 23. Mai den Plan und seine Umsetzung diskutiert hätten. 
 
Anfang Juni hatte der Sender CNN noch berichtet, dass russische Hacker die staatliche Nachrichtenagentur von Katar gehackt und mit einer Falschmeldung zur diplomatischen Krise unter den Golfstaaten beigetragen hätten. Das Ziel Russlands sei es offensichtlich, einen Keil zwischen die USA und ihre Verbündeten zu treiben. In der mutmaßlichen Falschmeldung im Mai hatte es geheißen, das Staatsoberhaupt von Katar, Emir Tamim Bin Hamad Al Thani, habe den Iran als islamische Macht bezeichnet und die Hamas gelobt. 
 
Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten daraufhin alle Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Blockade über das Land verhängt. Sie werfen dem Emirat die Unterstützung von Terrorgruppen und zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran vor. 
 
 
Im Kampf gegen die Asiatische Tigermücke in Deutschland testen Wissenschaftler nun den Einsatz von sterilisierten Männchen. Wenn sich die Weibchen mit diesen Männchen paarten, bekämen sie keine lebensfähigen Nachkommen, sagte Norbert Becker in Speyer. Becker ist wissenschaftlicher Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) und Direktor des Instituts für Dipterologie, das die Tigermücken bekämpft. 

Die aus Asien stammende Stechmücke gilt als besonderes Risiko, weil sie theoretisch mehr als 20 Virusarten übertragen kann, darunter gefährliche Varianten wie das Dengue-Fieber, das für zuvor geschwächte Menschen tödlich enden kann.
Im Unionsstreit über die Flüchtlingspolitik lehnt Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel die von der CSU geforderte Obergrenze weiter strikt ab. "Zur Obergrenze ist meine Haltung klar: Das heißt, ich werde sie nicht akzeptieren", sagte Merkel gestern in Berlin im ARD-Sommerinterview. Mit einer Reduzierung der Flüchtlingszahlen, mit Steuerung und mit dem Kampf gegen Fluchtursachen könne etwas erreicht werden, auch ohne eine solche Obergrenze für den Flüchtlingszuzug. CSU-Chef Horst Seehofer fordert nach wie vor eine Obergrenze.

Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) hat angesichts des Neonazi-Konzerts im thüringischen Themar vor der anhaltenden Gefahr durch den Rechtsextremismus gewarnt. "Jedem, der sich eingebildet hatte, nach dem Nationalsozialistischen Untergrund wäre die militante Szene eingeschüchtert, dürfte eines Gegenteils belehrt worden sein", sagte Pau der "Berliner Zeitung". Bei derartigen Konzerten würden sich die Rechtsextremisten "aufladen". "Später geht es gegen Migranten und alle, die sich den Rechtsextremisten entgegenstellen", sagte Pau.

Ihr höchster Respekt gelte denen, die sich dennoch in Themar gegen die Rechtsextremisten gewandt hätten. Pau, die sich seit längerem gegen Rechtsextremismus engagiert und selbst Drohungen erhält, betonte, zwei Gerichte hätten die Veranstaltung in Themar erlaubt. Verbote könnten "nazistisches Gedankengut" aber ohnehin nicht verhindern. Es bedürfe einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung, sagte Pau. 

Bei der Bekämpfung des Terrorismus will Australiens Premierminister Malcolm Turnbull dem Militär größeren Handlungsspielraum verschaffen. Künftig sollen die Soldaten auch zu Einsätzen innerhalb des Landes ausrücken und enger mit den Polizeibehörden zusammenarbeiten.

Geplant ist unter anderem auch, dass die Armee künftig Trainingsprogramme für die Polizei anbietet. Das Militär soll künftig auch die Möglichkeit haben, Terrorverdächtige daran zu hindern, einen Tatort zu verlassen. "Unsere Feinde sind flink und innovativ. Wir müssen sicherstellen, dass wir ihnen vorausbleiben", sagte Turnbull.
Hamburg gewinnt als Standort für Start-ups an Bedeutung. Das geht aus einer Befragung von Gründern junger Technologieunternehmen durch das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor. Im Ranking von neun Städten schneidet Hamburg mit 74 Prozent am besten ab. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Berlin und Frankfurt. Am unteren Ende der Skala rangieren den Angaben zufolge Stuttgart, Dresden und Karlsruhe. München, Köln und Düsseldorf liegen im Mittelfeld. 
Guten Morgen verehrte Leserinnen und Leser. Ich begrüße sie aus Berlin. Die Luft fühlt sich nicht gerade sommerlich an, doch das soll sich bis Mitte der Woche ändern. Die Meteorologen erwarten eine heiße Luftströmung aus Spanien . . .
 
Einen Ausblick auf das Wetter liefere ich später. Zunächst einmal die Nachrichten: 


insgesamt 3 Beiträge
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Worldwatch 17.07.2017
1. Tragischer Badeausflug
Viele Menschen unterschätzen die rasend schnell zu gefährlichen Reissfluten anschwellende Bachlaeufe in den Bergen bei Regen. Kommt, wie hier, auch noch Starkregen hinzu, wird es lebensgefährlich, auch wegen des Steinschlages. Tip für Naturfreunde: Bei Regen, auch nur mässig angekündigtem Regen, aus insb. schmalen Steinbergtaelern, fern bleiben.
spon_3542543 17.07.2017
2. Arizona’s Monsoon Season
Sorry, aber sogar ich als Bayer, der nur zwei mal in Arizona war, weiß über die Gefahren des Monsoons dort. Das war eine ordentliche Portion Dummheit gepaart mit Ignoranz. Schluchten und Canyons werden zu tödlichen Fallen. Trotzdem tragisch.
Peter Boots 17.07.2017
3. In der Wueste ertrinken fast jedes Jahr soviel Amerikaner...
... wie am Strand, oder im Schwimmbad. Der Grund ist dass in der Amerikanischen Wueste im Westen sogenannte Mesas -- uebersetzt from Spanischen als 'table' also Tisch oder Tafel-Huegeln -- zwischen Schluchten liegen. Sobald es anfaengt zu regnen suchen unerfahrene Menschen 'Schutz' in den Schluchten zwischen den Mesas. Nur ein Zentimeter Regen auf einer Mesa verwandelt eine dieser Schluchten in eine toetliche Falle. Sie koennen diesen Effekt zu Hause simulieren: eine geringe Schicht von Wasser auf einem Teller wird ein Wasserfall wenn man eine Ecke des Tellers anhebt. Dies ist nicht ein nur Amerikanisches Problem: in allen Wuesten der Welt ertrinken jedes Jahr erheblich mehr Leute als die die verdursten.
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