Newsblog Betrüger tankt für 1600 Euro - ohne zu zahlen

1000 Liter Benzin in einen Pkw? Das geht, wenn man einen Extratank eingebaut hat und Sprit klauen will. Doch der Dieb in Nettetal hatte Pech: Seine Beute war zu schwer.

Tankstelle (Archivbild)
DPA

Tankstelle (Archivbild)

Mit


Armin Himmelrath
Herzlich willkommen bei Der Morgen @SPIEGELONLINE.
Bis 9 Uhr begleitet Sie heute Armin Himmelrath beim Start in den Tag - hier finden Sie den Autor bei Twitter.
Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.
Volltanken und trotzdem rund 1600 Euro sparen: An einer Tankstelle in Nettetal am Niederrhein hat der Fahrer eines "eigentlich normal aussehenden" Ford Courier rund 1000 Liter Benzin gezapft - und ist dann abgehauen, ohne zu bezahlen. Allerdings konnte er wegen des erheblichen Gewichts seiner Beute nur noch langsam fahren. "Er hatte nur noch eine Bodenfreiheit von zwei Zentimetern", sagte ein Polizeisprecher.

Die Angestellten der Tankstelle nahmen die Verfolgung auf. Die Polizei konnte das Auto stoppen. Auf der Ladefläche des kleinen Lieferwagens entdeckten die Beamten einen Tank, in den mindestens 1000 Liter passten. Die Autokennzeichen waren gestohlen worden, teilte die Polizei mit. Der Fahrer wurde festgenommen. Details zu seiner Identität waren zunächst noch unklar.
Eine charmante Zuschrift möchte ich Ihnen zum Ende des "Morgens" hier bei SPIEGEL ONLINE nicht vorenthalten - vor allem deshalb, weil mir solche Denkfehler auch immer wieder unterlaufen. Das Gehirn taugt eben nicht nur zum Denken, sondern auch ganz wunderbar dazu, uns selbst auszutricksen... Unsere Leserin Ruth Faust schrieb eben, dass Sie sich durch die Nachrichten klickte: EU, Juncker, Kurz, Türkei, die sogenannten Vorbeitrittshilfen... und dann stutzte: "Vorbei-Tritts-Hilfen"? Sie las, noch mal und noch mal - und wunderte sich: "Die stehen offen dazu, daß sie sich Fallen stellen?" Irgendwann dann fiel der Groschen: Klar, es geht um Vor-Beitritts-Hilfen. Und Ruth Faust musste ziemlich lachen.
Kommen Sie ebenfalls mit einem Lächeln durch diesen Freitag! Alle wichtigen Nachrichten gibt es wie immer hier bei uns auf der Seite - und wenn Sie mögen, lesen wir uns am Montag Morgen um sechs Uhr wieder. Ein schönes Wochenende und herzlichen Dank für Ihr Interesse!
Es hat sich etwas bewegt, aber noch lange nicht genug: Das ist die Bilanz des maltesischen Ministerpräsident Joseph Muscat nach dem EU-Gipfel gestern Abend, bei dem auch über den Brexit gesprochen wurde. Mit Blick auf die britische Premierministerin Theresa May sagte Muscat: "Sie hat ihre Position verändert. Aber ich denke, es hat nicht wirklich etwas geändert." Heute Vormittag wollen die übrigen 27 EU-Mitgliedsländer ohne Großbritannien über den Fortgang der Austrittsgespräche beraten. Maltas Ministerpräsident meinte zu Mays Vorgehen in der Gipfelrunde: "Ich denke, es war ihr bester Auftritt bisher. Sie will Fortschritte erreichen." Auch von der EU-Seite gebe es die Bereitschaft dazu. Vor allem die Frage finanzieller Zusagen Großbritanniens blockiert die Verhandlungen aber bislang.
Sumpffieber? Cholera? Pest? Vor genau 50 Jahren, im Spätsommer 1967, erkrankten in Marburg 31 Menschen schwer, ohne dass die Mediziner wussten, um was es sich da handelte. Sieben Menschen starben am Marburg-Virus; die Überlebenden beschäftigt diese Geschichte bis heute. In der WDR 5-Sendung "Neugier genügt" habe ich dazu ein wirklich hörenswertes Radiostück entdeckt. Wenn Sie Interesse haben an deutscher Medizin- und Wissenschaftsgeschichte, sollten Sie da mal reinhören.
 

Die Jagd nach dem Killer Virus

WDR NachrichtenLaborangestellte in Marburg waren die ersten bei denen es festgestellt wurde, später bekam es den Namen Marburg-Virus. 1967 tötete ein unbekannter Erreger in Deutschland sieben Menschen, bevor er identifiziert wurde. - AutorIn: Claudia Heissenberg
Lieber investieren als Steuern senken - dafür setzen sich die Grünen in einer möglichen Jamaikakoalition ein. "Wir müssen uns klarmachen, dass in Deutschland jede dritte Brücke baufällig ist, dass wir 100 Milliarden Investitionsstau in den Kommunen haben", sagte der Grünen-Abgeordnete Jürgen Trittin gerade eben im ARD-"Morgenmagazin". Auch in der Pflege seien Investitionen nötig.

Skeptisch äußerte sich Trittin zur FDP-Forderung nach Abschaffung des Solidaritätszuschlages. Zu Beginn ihrer Sondierungsgespräche sollten Union, Grüne und FDP "alle gemeinsam erst einmal auf dem Boden der finanziellen Tatsachen ankommen", sagte der Politiker, der zur Verhandlungsdelegation seiner Partei gehört. Heute beginnen die Sondierungen.
Ach doch, ein bisschen Musik geht noch, oder? Diesmal etwas jazziger, vielleicht das Richtige für ein Frühstück mit Kaffee und Orangensaft (ich hoffe, Sie haben Zeit dafür): Stacey Kent mit "The Boy Next Door".
 
Ziemlich nass wird es heute in großen Teilen des Landes, wenn ich unserem Meteorologen glaube: "Heute früh und am Vormittag fällt im Nordwesten und Westen schauerartiger Regen, der tagsüber allmählich auf die mittleren Landesteile sowie später auf den Osten übergreift", schreibt er. Und weiter: "Im Nordwesten und Norden sind kurze Gewitter nicht ausgeschlossen." Mehr Glück haben Sie, wenn Sie im Süden und Südosten leben: Da bleibt es noch länger heiter und trocken.
 
 
Die Temperatur bewegt sich zwischen 15 und 20 Grad. Im Osten und Süden kann es sogar bis 23 Grad warm werden. Wenn Sie es ganz genau wissen wollen, dann folgen Sie bitte diesem Link hier und halten Sie ihre Postleitzahl bereit.
Dringende Appelle an die Verhandlungsbereitschaft von Spaniern und Katalanen richten heute Morgen die Kollegen in den allermeisten Zeitungen nach Barcelona und Madrid. Die belgische Zeitung "De Standaard" schreibt:
"Madrid will den berüchtigten Verfassungsartikel 155 in Anwendung bringen. Diese extreme Option führt in einen administrativen Sumpf. Einen autonomen Teilstaat zu einer rebellischen Kolonie zu degradieren, ist das Dümmste, was Ministerpräsident Rajoy tun kann. Das kann in der Praxis nicht funktionieren und die letzten gemäßigten Kräfte werden dadurch in die Arme der Maximalisten getrieben. Eine Lösung kann nur auf dem Verhandlungsweg gefunden werden."
 
Und die "Neue Zürcher Zeitung" kommentiert:
 
"Angesichts der Sackgasse, in der sich der Konflikt nun befindet, wäre es höchste Zeit, dass Rajoy sich mit den Katalanen endlich an einen Tisch setzte. Sein legalistisches Argument, (Regionalpräsident Carles) Puigdemont müsse nicht mit ihm, sondern mit dem Parlament verhandeln, ist reine Verzögerungstaktik. (...) Der spanische Ministerpräsident pocht gegenüber den Katalanen auf die Einhaltung der demokratischen Spielregeln. Doch Konflikte dieser Art werden in Demokratien nicht durch Gesprächsverweigerung und Polizeigewalt gegen friedliche Bürger gelöst, sondern durch Dialog und durch die besseren Argumente."
Etwas eklig ist diese Meldung aus München: Der Zoll in der bayrischen Landeshauptstadt hat in einer Sendung aus Indonesien sechs Wasserbüffelschädel gefunden. "Die Einfuhr ist erlaubt - allerdings waren die Schädel teilweise so stark verwest und von Maden befallen, dass wir die Sendung vernichtet haben", sagte Marie Müller vom Hauptzollamt München gerade eben. Den Beamten war beim Röntgen des Pakets der schlechte Zustand der Lieferung aufgefallen. Die Vernichtung diene dem Tier- und Seuchenschutz. Die etwa drei Kilo schweren Schädel mit dem imposanten Geweih waren für den Verkauf in München vorgesehen.
 
Das kurze Nachrichten-Update um acht Uhr:
 
Ein neues Album ist für Anfang November angekündigt, einen Song hat sie heute bereits veröffentlicht: US-Sängerin Taylor Swift war im Aufnahmestudio. "Gorgeous" gibt's natürlich auch hier bei uns im "Morgen".
 
Wenn es mit der Fremdsprache noch ein wenig hapert, dann könnte vielleicht ein Glas Wein helfen: Forscher aus Maastricht, Liverpool und London haben jetzt untersucht, ob Alkohol die Fremdsprachen-Fähigkeiten verbessern kann. Dafür haben sie 50 deutschen Muttersprachlern, die vor kurzem Niederländisch gelernt haben, zum Teil geringe Mengen an Alkohol gegeben. Danach gab es eine Gruppendiskussion auf Niederländisch - und siehe da: Met een beetje alcohol is de uitspraak veel beter. Als u de studie zelf wilt lezen, klik dan hier.
Die dramatische Situation der fliehenden Rohingya in Birma war hier bei uns schon öfter Thema. Mehr als eine halbe Million Menschen versuchen verzweifelt und unter schlimmsten Bedingungen, ihr Leben zu retten. Jetzt hat das Kinderhilfswerk Unicef mitgeteilt, dass mehr als die Hälfte der Geflüchteten Kinder und Jugendliche sind. Sie erleben "die Hölle auf Erden", schreibt Unicef.
 

Unicef-Bericht: Mehr als die Hälfte der Rohingya-Flüchtlinge sind Kinder - SPIEGEL ONLINE - Politik

SPIEGEL ONLINEVor der Gewalt in Burma sind mehr als eine halbe Million Rohingya nach Bangladesch geflohen, viele von ihnen sind Kinder. Auch in den Camps des Nachbarlandes leben sie unter unmenschlichen Bedingungen.
 
 
Und, haben Sie Lust auf ein bisschen Musik? Heute ist der Geburtstag von Carlos Díaz. Der kubanische Sänger wurde am 20. Oktober 1930 geboren, gestorben ist er vor 15 Jahren in Miami. Mit gefällt diese Musik...
 

Der Chrysanthemen-Thron wird neu besetzt: Der japanische Kaiser Akihito wird wohl am 31. März 2019 abdanken. Kronprinz Naruhito werde einen Tag später, am 1. April, den Chrysanthemen-Thron besteigen, berichtete die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" heute unter Berufung auf Regierungskreise. Ministerpräsident Shinzo Abe werde im kommenden Monat führende Vertreter und Mitglieder des Hofstaats treffen, bevor er den Termin verkünden werde.

Der 83-jährige Akihito sitzt seit fast drei Jahrzehnten auf dem Thron. Im vergangenen Jahr hatte er sein Land mit dem Wunsch in Aufruhr versetzt, die Krone an seinen ältesten Sohn, Kronprinz Naruhito, weiterzureichen. Als Gründe für seinen Entschluss nannte er sein Alter und gesundheitliche Probleme. Akihitos bevorstehende Abdankung hatte auch eine Debatte über die Nachfolgeregelung im japanischen Kaiserhaus ausgelöst: Zwar gab es in der japanischen Geschichte auch Kaiserinnen, nach den heutigen Gesetzen jedoch dürfen nur Männer den Thron besteigen. Nach Naruhitos jüngerem Bruder Akishino und dessen zehnjährigem Sohn Hisahito gibt es derzeit aber keinen weiteren männlichen Thronfolger.

 
Es ist sieben Uhr, ein schneller Nachrichtenüberblick:
 
Ist er echt? Oder ist er eine Fälschung - der Renoir, den Donald Trump mal in seinem Flugzeug, mal in seiner Wohnung präsentiert? Er selbst glaubt offenbar an die Echtheit (oder an seine eigenen Lügen), das Original allerdings hängt in einem Museum in den USA. Eine bizarre Geschichte, die die Kollegen von CNN recherchiert haben. Hier können Sie den Bericht sehen:
 

Trump bragged about his Renoir, but it's fake - CNN Video

CNNIs President Donald Trump's "Renoir" a fake? CNN's Jeanne Moos reports on the art of the fake art deal.
George Bush gegen Donald Trump: Es ist schon bemerkenswert, wie deutlich der frühere US-Präsident seinen Amtsnachfolger abkanzelt. In seiner deutlichen Kritik am Rechtspopulisten Trump sind sich der Republikaner Bush und der Demokrat Barack Obama einig.
 

US-Präsidenten: Bush verurteilt Trumps Politik - SPIEGEL ONLINE - Politik

SPIEGEL ONLINEIsolationismus, Nationalismus, Lügen: Darauf dürfe sich die Politik der USA nicht stützen, mahnt der frühere republikanische US-Präsident George W. Bush. Auch der Demokrat Barack Obama übt erneut scharfe Kritik an einer "Politik der Angst".
Eine ernste und beunruhigende Nachricht: Umweltverschmutzung - vor allem verdreckte Luft - wirkt sich bei jedem sechsten Menschen negativ auf die Lebensdauer aus. Das hat eine weltweite Analyse ergeben. Hier können Sie die ganze Geschichte lesen.
 

Weltweite Analyse: Umweltverschmutzung verkürzt jedes sechste Leben - SPIEGEL ONLINE - Gesundheit

SPIEGEL ONLINEJährlich neun Millionen Todesfälle weltweit hängen mit einer verschmutzten Umwelt zusammen, zeigt eine aktuelle Analyse. Auch in Deutschland fordert sie jährlich Tausende Leben. Schuld ist vor allem belastete Luft.
Was ist in den vergangenen Stunden sonst noch passiert?
 
Foto: dpa
 
Echte Liebe? Sieht vielleicht danach aus - ist es aber wohl nicht: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker begrüßt hier in Brüssel den österreichischen Außenminister Sebastian Kurz. gestern Abend fand dort der Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs statt. Eines der Themen: der Umgang mit der Türkei. Die Staatschefs der EU einigten sich auf eine Kürzung von Finanzhilfen mit Blick auf eine mögliche Mitgliedschaft der Türkei. Alle seien sich einig gewesen, die sogenannten Vorbeitrittshilfen "in verantwortbarer Weise zu kürzen", sagte Angela Merkel anschließend. Gleichzeitig sollten aber Ankara zugesagte Milliardenbeträge für die Versorgung syrischer Flüchtlinge weiter fließen - ein schwieriger Balanceakt, zumal die Türkei immer noch etliche EU-Bürger quasi in politischer Geiselhaft hält.
 

Gipfeltreffen in Brüssel: EU will Finanzhilfen für Türkei kürzen - SPIEGEL ONLINE - Politik

SPIEGEL ONLINEDie EU reagiert auf die "absolut unbefriedigende Situation der Menschenrechte" in der Türkei: Sie will eine "verantwortungsvolle Kürzung" der Finanzhilfen für das Land. In der Flüchtlingskrise leiste Ankara aber "Herausragendes", sagte Kanzlerin Merkel.
Die Dämmerung ist noch nicht in Sicht, aber Sie sind trotzdem richtig hier: Guten Morgen, verehrte Leserin und lieber Leser, an diesem Freitag Morgen! Kurz zur Orientierung: Wir haben den 20. Oktober 2017, es ist gleich sechs Uhr und das Wochenende ist greifbar nah. Ich bin Armin Himmelrath und werde Sie in den kommenden drei Stunden mit allem Wichtigen versorgen, was Sie an diesem Morgen wissen müssen. Wenn unterwegs etwas sein sollte, erreichen Sie mich unter armin.himmelrath@spiegel.de oder bei twitter unter @AHimmelrath. Und damit starten wir - bitte folgen.


insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
SirWolfALot 20.10.2017
1.
740 kg Extragewicht sollte man schon berücksichtigen wenn man sowas vor hat ;)
Zündkerze 20.10.2017
2. Ich frage mich
ob ca 1000 Liter überhaupt noch im Display der Zapfanlage Darstellbar sind. Davon abgesehen, der Richter sollte wegen der besonderen Schwere an Dummheit die Strafe ohne Bewährung aussprechen und im Knast Mathe-Lektion 1 und 2 verordnen.
helmut.alt 20.10.2017
3. Gier frisst Hirn.
Diese Erkenntnis trifft auch bei Gaunern und Betrügern zu. Gut, dass es bei Tankstellen Videoüberwachung gibt.
susuki 20.10.2017
4.
Das die Software der Zapfsäule nicht bei 200 Liter abregelt und einen Alarm auslöst ist auch nicht verständlich.
chardon 20.10.2017
5. Volltanken
Deshalb heisst es:"dümmer als die Polizei erlaubt"!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.