Newsblog 54-Jähriger stirbt bei Schusswechsel mit der Polizei

In Alsfeld lieferte sich in der Nacht ein Betrunkener einen Schusswechsel mit der Polizei. Dabei wurde der 54-Jährige tödlich getroffen.

Einsatzfahrzeuge am Ort des Schusswechsels
DPA

Einsatzfahrzeuge am Ort des Schusswechsels

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Armin Himmelrath
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Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.

Im hessischen Alsfeld ist ein 54-jähriger Mann bei einem Schusswechsel mit der Polizei tödlich verletzt worden. Nach Schüssen aus einem Wohnhaus hatten Anwohner gestern Abend die Polizei alarmiert. Diese forderte Spezialkräfte an, heißt es in einer Mitteilung. Versuche, mit dem 54-jährigen Schützen zu reden, scheiterten. Kurz nach Mitternacht eröffnete der Mann das Feuer auf die Beamten, beim anschließenden Schusswechsel wurde er getötet. Laut Polizei war der Angreifer stark alkoholisiert. Die Staatsanwaltschaft Gießen übernahm die Ermittlungen.

Der "Morgen" geht damit zu Ende, und bei mir bleibt das Gefühl, dass das heute kein guter Nachrichtentag für Kinder war. Hoffentlich bessert sich das in den kommenden Stunden. Wir halten Sie hier bei SPIEGEL ONLINE wie immer auf dem Laufenden im Hinblick auf alles Wichtige - von der konstituierenden Sitzung des Bundestags über die Sondierungsgespräche der Jamaika-vielleicht-Koalitionäre bis zur Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts zur Volkszählung 2011.
 
Kommen Sie gut durch Ihren Tag!
Foto: Reuters
 
Reuters-Fotograf Adnan Abidi hat dieses Bild heute Morgen im Flüchtlingslager Kutupalong in Banladesch aufgenommen. Es zeigt eine Rohingya-Familie, die vor Terror und Gewalt aus Burma geflohen ist. Rund 600.000 Menschen sind mittlerweile auf der Flucht und leben unter desaströsen Bedingungen in den Flüchtlingscamps.
 
Tritt da jemand nach? In Ex-Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn kocht es ganz offensichtlich: Der Manager macht die Verkehrspolitik des Bundes und des Berliner Senats mitverantwortlich für das Aus der Fluggesellschaft. Die 2011 vom Bund eingeführte Luftverkehrssteuer habe das Unternehmen jährlich 100 Millionen Euro gekostet. Diese Summe habe Air Berlin in diesem Markt nicht verdienen können. "Wir haben wie die Löwen gegen die unsägliche Luftverkehrssteuer gekämpft", sagt Mehdorn im Interview mit dem "Tagesspiegel". "Man hätte der notleidenden Air Berlin diese Steuer nicht aufdrücken dürfen. Es war klar, dass die schwarze Null damit nicht zu erreichen war."

Die Berliner Verkehrspolitik bezeichnete Mehdorn, der von 2013 bis 2015 auch den Pannenflughafen BER leitete, als "schwach und taub". "Die dreht sich nur um Radfahrer und Beschränkung des individuellen Autoverkehrs, aber nicht darum, wie man Berlin per Fernbahn, Fernstraßen, Flughafen und Wasserstraßen adäquat anbindet", kritisierte er. "Berlin wird wie ein Dorf behandelt."
Das krisengeschüttelte Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Köln entlässt - nein, nicht den Trainer, sondern den Geschäftsführer Jörg Schmadtke. Das teilte der Verein gestern Abend mit. Der Vertrag sei "in beiderseitigem Einvernehmen" aufgelöst worden. Trainer Peter Stöger zeigte sich nach dem Aus von Schmadtke "total überrascht". "Ich habe es auch erst kurz vor der Verkündung erfahren", sagte Stöger dem "Express". Gegenüber der "Bild" präzisierte der Österreicher: "Erst zehn Minuten vor der Veröffentlichung" habe er davon gehört.
VW verliert den Spitzenplatz in der Forschung: Nach fünf Jahren an der weltweiten Spitze bei den Forschungsausgaben muss Volkswagen vor allem amerikanische Hightech-Riesen an sich vorbeiziehen lassen. Mit Amazon belegte erstmals ein Internet-Gigant den international ersten Platz bei den größten Budgets für Forschung und Entwicklung (F&E). Das ergab eine Studie des Beratungskonzerns PwC, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach will Amazon im Untersuchungszeitraum, dem Fiskaljahr bis Ende Juni 2017, rund 16,1 Milliarden Dollar in seine Forschung stecken.

Volkswagen erreicht mit rund 12,2 Milliarden Dollar den fünften Platz. Im Zeitraum davor waren es noch rund 13,2 Milliarden Dollar - der Unterschied ist allerdings weniger groß als er zu sein scheint, wie PwC-Sprecherin Annabelle Kliesing erklärte. Denn Hintergrund der Veränderungen sei vor allem der Wechselkurs, in heimischer Währung kam Volkswagen 2016 auf knapp 11,9 Milliarden Euro, während es 2017 rund 11,5 Milliarden Euro sind. Demnach hält Volkswagen auch inmitten des Abgasskandals bei seinen Forschungsausgaben ein hohes Niveau. Der Studie zufolge zogen dennoch auch die Google-Mutter Alphabet, Intel und Samsung an VW vorbei.
Foto: Reuters
 
Sonnenaufgang in Los Angeles. Und ja, Sie haben natürlich Recht: Da es in den USA im Moment noch Nacht ist, stammt das Bild von gestern Morgen.
Gestern sah es ja schon ziemklich mau aus mit dem Wetter, heute ist es noch mauer: kaum Wolkenlücken, Höchsttemperaturen zwischen 8 Grad (Mittelgebirge) und 17 Grad (Alpenrand). Immerhin, es tröpfelt nur noch gelegentlich von oben.
 
 
Wenn Sie mehr wissen möchten und eine postleitzahlengenaue Vorhersage wünschen - bitte hier entlang.
 
Was um 8 Uhr wichtig ist:
 
Einen sehr nachdenklich machenden Artikel habe ich in der "Columbia Journalism Review" gefunden. Es geht um Waffen in den USA - und unter anderem darum, dass in den sieben Tagen nach dem Attentat von Las Vegas landesweit mindestens 809 Menschen Schussverletzungen erlitten, 247 von ihnen starben.
 

A gun-focused news outlet on what it takes to cover firearms credibly

Columbia Journalism Review

I ARRIVED AT THE TRACE’S OFFICE in Brooklyn on the morning of October 2 to find one of our editors, Miles Kohrman, listening intently to a recording of Stephen Paddock’s attack hours earlier on the Las Vegas strip. Minutes later, Miles shared this note in our internal Slack channel: “Videos of the shooting show a really […]

Und zwischendurch auch mal was zum Hören: Jeff Buckley gehört ja zu meinen Lieblings-Singer-Songwritern.
 
Wegen der anhaltenden Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Burma wollen die USA ihren Kurs gegenüber dem Land verschärfen. "Wir sind zutiefst besorgt über die aktuellen Entwicklungen im Bundesstaat Rakhine und die gewaltsamen und traumatisierenden Misshandlungen, die die Rohingya und andere Gemeinschaften ertragen müssen", sagt die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert. Unter anderem zieht das Ministerium Sanktionen gegen die Regierung in Burma sowie Restriktionen gegen Militärmitglieder in Erwägung.
 
Fast 600.000 Rohingya sind seit Ende August geflohen, weil ihre Dörfer in Brand gesteckt und Menschen ermordet wurden. Burma bestreitet eine ethnische Säuberung. Nach Angaben des UN- Flüchtlingshilfswerkes UNHCR handelt es sich um einen der größten humanitären Notfälle weltweit.
Zwischendurch an diesem Morgen auch einmal eine Geschichte, die Mut macht. Und die uns zeigt, wie sensibel man mit Sprache umgehen kann.

Nach der Ermordung der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia wird das Europaparlament heute Abend über die Lage der Medien und die Pressefreiheit auf Malta debattieren. An der Aussprache sollen auch Vertreter der EU-Kommission teilnehmen. Im Parlament wurde bereits der Ruf nach einer internationalen Untersuchung des Anschlags auf die maltesische Journalistin laut.

 

Foto: Reuters
 

Die 53-Jährige war am 16. Oktober durch eine unter ihrem Auto befestigte Bombe getötet worden. Caruana Galizia hatte mehrere Korruptionsaffären in Malta aufgedeckt. Sie recherchierte auch über Vorwürfe in den "Panama Papers", die sich unter anderem gegen den maltesischen Regierungschef Joseph Muscat und dessen Frau richteten.

 
Ein schnelles Nachrichtenupdate um 7 Uhr:
 
Darf ich Ihnen ein Radiostück zu einem ungewöhnlichen Thema ans Herz legen? Es geht um Quallen - genau, die glibbrigen Dinger am Strand. Daniel Strozynski ist von diesen Tieren fasziniert und erzählt von seiner Leidenschaft - die er als Tierpfleger im Berliner Zooo optimal ausleben kann. Wenn Sie einen anderen Blick auf Quallen bekommen möchten, sollten Sie sich diesen wunderbaren Beitrag der Journalistin Eva Wolk für die WDR5-Sendung "Leonardo" anhören.
 

Der Herr der Quallen

WDR NachrichtenDaniel Strozynski ist "Tierpfleger mit Spezialität Terraristik und Aquaristik". Sein Spezialgebiet sind Hohltiere, die zum Plankton zählen: Seit 20 Jahren hegt und pflegt und züchtet er im Berliner Aquarium Quallen. - AutorIn: Eva Wolk
So bescheuert muss man auch erstmal sein: Mehrere Männer sind in Queensland, Australien, in eine mit einem Köder bestückte Krokodilfalle geschwommen. Anschließend hatten sie ein Foto der Aktion auf Facebook gepostet - und damit für ungläubiges und entsetztes Kopfschütteln gesorgt, etwa beim Umweltminister vion Queensland, Steven Miles: "Das ist dumm und illegal."
 
 
Ganz in der Nähe der Falle hatte vor kurzem ein über vier Meter langes Krokodil eine 79-Jährige getötet. Andere Politiker wurden angesichts des Fotos noch deutlicher: "Ich frage mich, ob diese Typen sich um den Preis als 'Idioten des Jahres' oder den als 'Idioten des Jahrhunderts' bewerben", sagte die Bürgermeisterin von Douglas Shire, Julia Leu, einem Bericht des "Guardian" zufolge.
Erdogan räumt weiter auf, selbst unter Parteifreunden.
 
Damit Kinder nicht in Armut leben müssen, hat der Deutsche Kinderschutzbund von der künftigen Bundesregierung Steuer- und Abgabensenkungen für gering verdienende Eltern gefordert. "In den Wahlprogrammen der Parteien steht, der beste Weg aus der Kinderarmut sei, die Eltern in Arbeit zu bringen", sagte der Präsident der Organisation, Heinz Hilgers, heute in der "Passauer Neuen Presse".
 
Foto: dpa
 
"Tatsache ist: Von den 2,7 Millionen Kindern in Armut leben 1,5 Millionen bei Eltern, die täglich arbeiten gehen. Aber sie verdienen nicht genug, um das Existenzminimum ihrer Kinder zu erwirtschaften", kritisierte Hilgers. Das müsse schnell geändert werden. Das Ausmaß der Kinderarmut in Deutschland sei ein "Armutszeugnis nicht nur für die letzte große Koalition, sondern auch für die Vorgängerregierungen".

Laut einer am Montag vorgestellten Studie der Bertelsmann-Stiftung lebt mehr als jedes fünfte Kind in Deutschland länger als fünf Jahre in armen Verhältnissen. Für zusätzlich zehn Prozent der Kinder in der Bundesrepublik ist Armut nach der Untersuchung zumindest ein zwischenzeitliches Phänomen.
In der Nacht hat die Unesco ihren aktuellen Weltbildungsbericht veröffentlicht. Danach können rund 264.000.000 Kinder und Jugendliche weltweit nicht zur Schule gehen.
 
Was in den vergangenen Stunden wichtig war:
 
  • Syrien und die USA sind verbündet: Als einzige Länder weltweit lehnen sie das Pariser Klimaabkommen ab. Denn Nicaragua, bisher ebenfalls gegen die Vereinbarung, hat jetzt erklärt, dem Klimapakt beitreten zu wollen.
  • Zwei Demokratie-Aktivisten in Hongkong sind von den chinesischen Behörden auf Kaution aus der Haft entlassen worden.
  • Hunderttausende Arbeiter vor allem aus Osteuropa arbeiten zu Dumpinglöhnen im Westen des Kontinents. Das soll sich nun ändern, die EU hat eine neue Entsenderichtlinie beschlossen und will damit den Niedrigstlöhnen zu Leibe rücken.
  • Er hat es zum fünften Mal geschafft: Cristiano Ronaldo ist wieder Weltfußballer des Jahres. Der Verdacht, dass er 14,7 Millionen Euro an Steuern hinterzogen hat, spielte bei der Wahl keine Rolle. Weltfußballerin des Jahres ist Lieke Martens vom FC Barcelona - gegen sie liegt kein Betrugsverdacht vor.
Schweres Verbrechen in Hamburg Stadtteil Neugraben-Fischbek: Ein zweijähriges Mädchen ist gestern Abend nach Angaben der Polizei unter unbekannten Umständen ums Leben gekommen. Rettungskräfte konnten laut Feuerwehr nur den Tod des Kindes feststellen. Die Mutter stand unter Schock und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
 
Foto: dpa
 
Augenzeugen berichteten, dass der Vater auf der Flucht sei. Fahnder sollen mit einem Phantombild nach ihm gesucht haben. Außerdem soll die Polizei mit Spürhunden den Weg abgesucht haben. Mitarbeiter der Spurensicherung suchten den Tatort in einem Mehrfamilienhaus ab.

Die Polizei wollte zunächst keine näheren Angaben zu einem möglichen Täter machen und verwies auf die Staatsanwaltschaft. Diese habe inzwischen die Ermittlungen übernommen.
Einen guten Morgen zu wünschen fällt mir heute schwer, verehrte Leserin und lieber Leser. In der Nacht haben sich zwei Kriminalfälle ereignet, die auch Todesopfer gefordert haben - gleich mehr dazu. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass Ihr ganz persönlicher Tag ein guter sein wird. Ich werde Sie in den kommenden drei Stunden mit den Nachrichten an diesem frühen Dienstag versorgen. Wenn etwas sein sollte: armin.himmelrath@spiegel.de oder @AHimmelrath bei Twitter.


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