Newsblog Kommunen sollen Daten ihrer Bürger verkaufen

Großangriff auf den Datenschutz: Der Städte- und Gemeindebund empfiehlt den Kommunen, die Daten ihrer Bürger zu verkaufen. Die Einnahmen sollen die angespannten Budgets entlasten.

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Michael Kröger
Herzlich willkommen bei Der Morgen @SPIEGELONLINE.
Bis 9 Uhr begleitet Sie heute Michael Kröger beim Start in den Tag.
Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.
Und damit endet der "Morgen" für heute wieder. Ich verabschiede mich - wie immer - mit der Empfehlung für SPIEGEL ONLINE. Hier finden Sie alles Wissenswerte zu den Ereignissen rund um den Globus. Heute gehört die Wahl in Ungarn zu den Topthemen in der Politik. die große Frage ist, welche Auswirkungen auf die EU zu erwarten (oder besser: zu befürchten) sind. Natürlich werden wir Sie auch zeitnah über die aktuellen Ermittlungsergebnisse zum Amok-Lauf in Münster unterrichten. Die Entwicklung in Syrien haben unsere Auslandskorrespondenten ebenfalls im Blick. Noch ist offen, wer für die Bombardierung des Flughafens verantwortlich ist. Auch die hintergründe des Giftgasangriffs auf Ost-Gutha sind noch ungeklärt.
 
Ich verabschiede mich und wünschen Ihnen einen erfolgreichen  - und sonnigen - Tag. Morgen wird Sie an dieser Stelle wieder mein Kollege Armin Himmelrath begrüßen.
Foto: dpa
 
 
Kurz vor Schluss noch einmal eine gute Nachricht: Der Frühling bleibt erstmal - zumindest in weiten Teilen Deutschlands. Nur am westlichen Rands ist mit dichterer Bewölkung zu rechnen. Die Temperaturen liegen zwischen 15 und 20 Grad ganz im Norden, an der Küste ist es etwas kühler. Sonst 20 bis 24 Grad, im Südosten örtlich bis 26 Grad. Mehr zum Wetter in Ihrer Region finden Sie hier. Smartphone-Nutzern empfehle ich diesen Link
Im Streit um das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas hat China die Umsetzung neuer Sanktionen gegen das Nachbarland verkündet. Wie das Handelsministerium in Peking mitteilte, dürfen Maschinen, Software und Technologie, die einen "doppelten Verwendungszweck" haben - also sowohl für zivile Zwecke als auch für den Bau von herkömmlichen Waffen und Massenvernichtungswaffen genutzt werden können - nicht mehr nach Nordkorea exportiert werden. Die Sanktionen waren bereits vor einiger Zeit von Uno beschlossen worden.

China ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner Nordkoreas. Es hat in dem Konflikt eine gespaltene Haltung: Zwar will Peking in seiner Nachbarschaft keine Atomwaffen, um das Risiko eines Atomkriegs zu minimieren. Zugleich fürchtet China jedoch einen Kollaps Nordkoreas, weil dieser Flüchtlingsströme nach China und das Heranrücken von US-Truppen bis an die chinesische Grenze zur Folge haben könnte. 
Sie gilt als die letzte große Diva der Opernwelt: Montserrat Caballé. Die Sopranistin ist eine imposante Erscheinung und hat viel Charisma - am 12. April wird sie 85 Jahre alt. Von Gesundheits- und anderen Problemen genährte Gerüchte, sie werde ihre Karriere endgültig beenden, dementiert die Spanierin aus Katalonien immer wieder. "Ich habe vor, auf der Bühne zu sterben", sagte sie vor wenigen Jahren in einem ihrer seltenen Interviews der Zeitung "El País".
 

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben Luftangriffe gegen "militärische Ziele" der radikalislamischen Hamas im nördlichen Gazastreifen geflogen. Am Vortag hätten Verdächtige die Grenze des Palästinensergebiets überschritten und auf israelischem Gebiet "Sprengsätze" platziert, erklärte die Armee zur Begründung. Die Sicherheitskräfte beschuldigten die Hamas, diese wolle das Grenzgebiet in eine "Kampfzone" verwandeln und die israelischen Grenzbefestigungen "beschädigen".

Laut palästinensischen Sicherheitsdiensten galten die Luftangriffe Stellungen der Essedin-al-Kassam-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Hamas, in Dschabalia.

Der Amokfahrer von Münster hat offenbar seinen beruflichen Niedergang als erfolgreicher Industriedesigner nicht verkraftet. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" unter Berufung auf die von Ermittlern gesicherte Abschieds-E-Mail von Jens R. berichtet, hatte dieser eine Lampe entworfen, die sich zeitweise sehr gut verkaufte. Später ließ der Erfolg aber nach.

 

Laut dem Bericht verdiente der 48-Jährige zwischenzeitlich viel Geld, besaß fünf Autos und mehrere Wohnungen. Als sich seine Lage verschlechterte, gab er anderen die Schuld. Unter anderem beschuldigte er seinen Vater, überwarf sich mit Freunden und machte Ärzte für angeblich falsche Behandlungen verantwortlich.

Morgen müssen sich Reisende am Frankfurter Flughafen auf Schwierigkeiten einstellen. Grund sind die bundesweit angekündigten Warnstreiks im öffentlichen Dienst, wie auf der Internet-Seite des Flughafens zu lesen ist. Es könne "zu erheblichen Verzögerungen im Betriebsablauf sowie Flugausfällen" kommen. 

Vor der wahrscheinlich entscheidenden Tarifrunde für die Beschäftigten von Bund und Kommunen am 15. und 16. April wollen die Gewerkschaften ab Morgen ihren Druck auf die Arbeitgeber erhöhen und ihre Warnstreiks ausweiten. 
Streikende Eisenbahner haben erneut weite Teile des Zugverkehrs in Frankreich lahmgelegt. Betroffen sind davon auch direkte Verbindungen nach Deutschland, wie die staatliche Bahngesellschaft SNCF mitteilte. Die Beschäftigten protestieren gegen die geplante Reform der SNCF und die Öffnung für mehr Konkurrenz. Die französische Nationalversammlung will sich am Nachmittag zum ersten Mal mit der umstrittenen Reform befassen. Die Streikwelle hatte in der vergangenen Woche begonnen und soll noch bis zum Juni dauern.

Vor der ersten Kabinettsklausur der neuen großen Koalition hat SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles die Bundesregierung erneut zu Geschlossenheit aufgerufen. "Ich finde, so langsam müsste mal ein Gesamtbild entstehen, wohin es denn in den nächsten Monaten gehen soll", sagte Nahles im ZDF-"Morgenmagazin". So erwarte sie eine "Prioritätenliste" für dieses und das kommende Jahr. Für eine gute Zusammenarbeit des Kabinetts sei Bundeskanzlerin Angela Merkel verantwortlich.

 

Ihre Kritik, den Unionsministern Jens Spahn und Horst Seehofer gehe es zu sehr um "Eigenprofilierung", sei ein "kleiner Weckruf von meiner Seite" gewesen, sagte Nahles. Die SPD-Fraktionschefin hatte kürzlich kritisiert, die Regierung sei derzeit "eher eine Ansammlung von Sprechern in eigener Sache". Dabei kritisierte sie namentlich Gesundheitsminister Spahn und Innenminister Seehofer.

 

Bei der ersten Kabinettsklausur der neuen großen Koalition morgen und übermorgen im Gästehaus der Bundesregierung auf Schloss Meseberg bei Berlin wollen die Minister der Koalitionsparteien ein Arbeitsprogramm für das laufende Jahr festlegen.

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un will mit der US-Führung über nukleare Abrüstung sprechen. US-Diplomaten und ihre Amtskollegen aus Pjöngjang seien bereits seit einiger Zeit in Kontakt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einem Beamten. Während dieser Gespräche sei erstmals die konkrete Bereitschaft zum Abbau der Atomraketen formuliert worden. Die Verhandlungen seien allerdings noch in einen frühen Stadium. Ein offizielles Gipfeltreffen von Kim und Trump ist für Anfang Mai geplant. 
Foto: dpa
 
 
Die Craig F. Starr Gallery Eva Hesse (1936-1970) eine Ausstellung gewidmet. In den Räumen des New Yorker Kunsthändlers sind unter dem Titel "Arrows and Boxes, Repeated" bis Ende Mai Gemälde und Skulpturen der aus Hamburg stammenden Künstlerin. Hesse emigrierte 1939 mit ihrer Familie nach New York und studierte dort unter anderem als Meisterschülerin von Josef Albers Malerei. Sie ist vor allem für ihre Skulpturen aus ungewöhnlichen Materialen wie Latex, Polyester und Glasfaser Ende der 1960er Jahre bekannt und gilt als eine der ersten Vertreterinnen feministischer Kunst. 

Das Bundesinnenministerium will Dschihadisten die deutsche Staatsbürgerschaft entziehen. Das sei "ein vordringliches Ziel", er rechne mit einem Gesetzentwurf "auf jeden Fall im ersten Jahr der Regierung", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Stephan Mayer, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Aufgrund der hohen Zugänge plane Bundesinnenminister Horst Seehofer überdies, neben Marokko, Tunesien und Algerien auch Armenien, insbesondere aber Georgien zum "sicheren Herkunftsstaat" zu deklarieren, um Asylanträge schneller bearbeiten zu können.

Foto: AFP
 
 
US-Schauspieler Bill Murray vergleicht die Twitternachrichten von US-Präsident Donald Trump mit Witzen für eine Satire-Sendung. „Zu Beginn meiner Karriere habe ich ja einige Zeit bei „Saturday Night Live“ mitgemacht“, erzählte der 67-Jährige dem „Playboy“. Er und seine Mitstreiter hätten sich immer viel Mühe geben, „durchgeknallte Sprüche und hanebüchene Pointen rauszuhauen“, so Murray. „Aber Trump mit seinen Tweets schlägt alles. So viel absurder Schwachsinn, wirklich gigantisch!“ 

Murrays Freude hält sich allerdings in Grenzen: „Leider scheint ihn niemand zu stoppen“, stellte er in dem Interview fest. „Vielleicht muss, wie im Film, erst etwas Monströses passieren, damit sich die Lage wieder aufklärt und bessert.“
Schicke neue Markenschuhe im Internet bestellt und natürlich günstiger als im Laden: Dieser Traum von Schnäppchenjägern zerplatzt bei sogenannten Fakeshops. Die betrügerischen Webseiten sehen dabei häufig professionell aus. Die bestellte Ware kommt aber entweder nie an, oder hat eine deutlich schlechtere Qualität als versprochen. Das Geld hat der Kunde oft per Vorkasse überwiesen - und ist damit weg

"Häufig geht es um Schuhe, insbesondere teure Markenschuhe oder Jacken", sagt Hans-Joachim Henschel. Er arbeitet für die Zentralstelle Prävention Cybercrime vom Landeskriminalamt Niedersachsen. Auch Elektroartikel, wie Kaffeemaschinen, Smartphones oder Fernseher, werden dort gerne angeboten. Das Ausmaß der Fakeshops bezeichnet Henschel als "ziemlich heftig". Dieses Problem dürfte eher zu als abnehmen, denn immer mehr Menschen kaufen im Netz. 
Noel Gallagher hat gestern in Hamburg seine Deutschlandtour gestartet. Bei seinem Konzert im ausverkauften Mehr! Theater wurde der englische Sänger und Gitarrist von seiner Band High Flying Birds sowie einem Bläser-Trio unterstützt. Neben den Songs seiner drei Soloalben spielte der 50-Jährige auch sechs Titel seiner vormaligen Band Oasis, darunter die Hymnen "Wonderwall" und "Don't Look Back in Anger", bei denen das Publikum textsicher mitsang. 
 
Sie kennen Noel Gallagher nicht? Hier kommt einer seiner Hits: 
 
Foto: Reuters
 

Der neue Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing will die Aufstellung der Investmentbank genau unter die Lupe nehmen und hat harte Entscheidungen angekündigt. "Wir wissen, dass wir uns hinsichtlich der Ertrags-, Kosten- und Kapitalstruktur weiter verändern müssen", schrieb Sewing heute Morgen in einem Brief an die Mitarbeiter der Deutschen Bank. "Wir werden deshalb genau analysieren, wie wir uns in dem schwierigen Marktumfeld aufstellen wollen." Das Institut wolle sich dort zurückziehen, wo nicht ausreichend rentabel gearbeitet werden könne.

Das Führungsteam werde nicht mehr akzeptieren, dass Ziele auf der Kosten- und Ertragsseite verfehlt würden. So sei es nicht verhandelbar, dass die bereinigten Kosten in diesem Jahr 23 Milliarden Euro überstiegen. "Rückschläge wie im vierten Quartal 2017 dürfen sich unter keinen Umständen wiederholen." 

Mit einem Großeinsatz haben Sicherheitskräfte damit begonnen, rund 250 Besetzer eines riesigen Geländes in Westfrankreich zu vertreiben. Das Areal nordwestlich von Nantes war ursprünglich für einen Großflughafen bestimmt, der aber nach einer Kehrtwende der Regierung nun nicht gebaut wird. Es gehe bei dem Einsatz darum, eine "rechtsfreie Zone" zu beenden, teilte Innenminister Gérard Collomb am Montagmorgen mit. 
 
Nach jahrzehntelangem Streit hatte Paris im Januar auf den neuen Flughafen bei Nantes verzichtet. Die Regierung kündigte damals an, dass die Besetzer das Gelände bis zum Frühjahr verlassen müssten. 
Foto: Reuters
 

US-Golfprofi Patrick Reed hat beim 82. US Masters in Augusta/Georgia seinen ersten Major-Triumph gefeiert. Der 27 Jahre alte Texaner setzte sich an der berühmten Magnolia Lane mit 273 Schlägen vor seinen Landsleuten Rickie Fowler und Jordan Spieth durch, die 274 bzw. 275 Schläge benötigten. Spieth, der 2015 in Augusta gewonnen hatte, überragte dabei mit der besten Turnierrunde von 64 Schlägen. Bester Nicht-Amerikaner war auf Platz vier der Spanier Jon Rahm mit 277 Schlägen.

Der zweimalige Masters-Champion Bernhard Langer aus Anhausen schloss das Turnier mit einer Par-72-Runde ab und belegte mit insgesamt 291 Schlägen den 38. Platz. Martin Kaymer aus Mettmann kam mit 294 Schlägen auf den 48. Rang.

Einen versöhnlichen Abschluss feierte US-Superstar Tiger Woods. Der viermalige Masters-Sieger und 14-malige Grand-Slam-Gewinner spielte am Sonntag eine 69 und rückte mit 289 Schlägen auf den 32. Platz vor.

Donald Trump setzt sich für striktere Umweltvorschriften für importierte Autos ein. Der US-Präsident habe das Umweltamt EPA und andere Behörden aufgefordert, Möglichkeiten in dieser Richtung zu zu prüfen, wie das "Wall Street Journal" am vergangenen Freitag unter Berufung eingeweihte Kreise berichtete. Die Initiative sei jedoch rechtlich komplex und innerhalb der Trump-Administration nicht unumstritten.
 
Kaum Zweifel bestehen jedoch, dass es Trump um etwas anderes geht als den Schutz der Umwelt. Erst zu Beginn der vergangenen Woche hatte die EPA auf seinen Druck hin angekündigt, eine geplante Verschärfung der Umweltregeln für Autos aus der Ära der Vorgängerregierung von Barack Obama zurückzudrehen. Strengere Abgasgrenzwerte würden Import-Fahrzeuge verteuern und so die heimischen Hersteller schützen.
Ein paar Tage und fünfzig Jahre ist es nun her, dass Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" seine Premiere in den Kinos feierte. Der Science-Fiction-Klassiker hat bis heute nicht von seiner Anziehungskraft verloren . . . 
 
Johanniter und Post wollen Bremer Senioren helfen, länger in ihren eigenen vier Wänden zu leben. Im Rahmen der Initiative "Post Persönlich" (keine Ahnung, warum die das "Persönlich" groß schreiben) sollen Briefträger Rentnern künftig nicht nur Briefe zustellen. Sie sollen in den kommenden Monaten auch regelmäßig bei ihnen klingeln, fragen, ob es ihnen gut geht, Bargeld vorbeibringen und sie über Hilfsdienste der Wohlfahrtsverbände informieren. Die neuen Dienstleistungen sind Teil eines bundesweiten Pilotprojekts für gebrechliche ältere Leute. 

Angestoßen hat die Initiative die Stadtverwaltung Bremen unter dem Namen "Herbsthelfer". Zunächst hat sie einen Wissenschaftler beauftragt, mit Senioren zu sprechen, um herauszufinden, was diese brauchen. Dann hat sie neben der Post auch die Johanniter, die Sparkasse, vier Wohlfahrtsverbände mit mehr als 4000 Helfern und die Krankenkasse AOK angefragt, um die passenden Dienstleistungen anzubieten. 

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will seine Anhörung vor mehreren Kongressausschüssen offenbar gut vorbereiten. Zwei Abgeordnete sagten der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag, der Chef des weltgrößten Internet-Netzwerks werde sich heute bereits mit mehreren Parlamentariern treffen. Dabei seien auch Politiker aus den betreffenden Ausschüssen.

 

Ein Facebook-Sprecher wollte sich nicht zu den Informationen äußern. Zuckerberg soll morgen im Justizausschuss des US-Senats befragt werden, am Mittwoch dann im Handelsausschuss des US-Repräsentantenhauses.

 

Der kalifornische Konzern wird gerade von einem Datenskandal erschüttert. Dabei wurden möglicherweise Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern an die Politikberatungsfirma Cambridge Analytica zweckwidrig weitergegeben. Die Daten sollen im US-Wahlkampf zugunsten des jetzigen Präsidenten Donald Trump eingesetzt worden sein.

Foto: Imago/Sirotti
 
 
Der belgische Radprofi Michael Goolaerts ist tot. Der 23-Jährige starb nach einem Herzstillstand in einem Krankenhaus in Lille, wie sein Team Véranda's Willems-Crelan gestern am am späten Abend auf Twitter mitteilte.

Goolaerts war nach einem Sturz auf einer Kopfsteinpflaster-Passage während des Frühjahrsklassikers Paris-Roubaix gut 148 Kilometer vor dem Ziel noch an der Strecke wiederbelebt worden. Mit einem Hubschrauber wurde er ins Krankenhaus geflogen. Wie Goolaerts genau zu Fall kam, ist noch unklar. Der Sturz war von den Kameras nicht eingefangen worden. Paris-Robaix ist berüchtigt, die Straßenverhältnisse sind extrem gefährlich für Radfahrer.
Foto: dpa
 
 
Für die Medizinische Fakultät der Universität Halle geht ein Kapitel bundesweit wohl einmaliger Geschichte zu Ende: Die sterblichen Überreste von 74 Kindern werden am Donnerstag auf dem Gertraudenfriedhof der Stadt in Sachsen-Anhalt zur letzten Ruhe gebettet. Seit Jahrzehnten lagerten die konservierten Leichen der toten Kinder in einem Keller des Instituts für Anatomie und Zellbiologie. Scheinbar dem Vergessen preisgegeben. 

Die Kinder, einige noch Föten, das älteste ein 14-jähriger Junge, kamen von 1920 bis 1940 ganz offiziell in die Anatomie. "Insgesamt wurden in dieser Zeit 3000 Kinder hier abgegeben", sagt Institutsdirektorin Heike Kielstein. Sie wurden in der Regel eingeäschert. "Warum diese 74 übrig geblieben sind - wir wissen es nicht", sagt die Anatomie-Professorin.
Die amerikanischen Lehrer suchen nach Wegen, um mit den immer wiederkehrenden Massakern an den Schulen umzugehen. Die meisten Pädagogen lehnen die von US-Präsident Donald Trump empfohlene Extra-Ausbildung an der Waffe ab. Dagegen hat die Initiative eines Arztes, die Kinder einer betroffenen Grundschule in Sandy Hook behandelt hatte, großen Erfolg. Er hatte eine Initiative ins Leben gerufen, die Lehrer in die Lage versetzen soll, die Blutungen von Schusswunden möglichst effektiv zu stillen. Das Non-Profit-Programm läuft bereits in allen 50 Bundesstaaten und hat bereits mehr als 125.000 Lehrer erreicht. 
 
Nun gehört die Erste Hilfe nicht gerade zur Kategorie der Ursachenbekämpfung - aber das sind dickere Bretter, vor allem in den USA. 
Deutlicher als erwartet hat der Regierungschef Viktor Orban die Parlamentswahl in Ungarn gewonnen. Auf seine rechtsnationale Fidesz-Partei entfielen 48,5 Prozent der Stimmen, teilte das Nationale Wahlbüro am frühen Morgen in Budapest mit. Fidesz könnte damit 134 Mandate im 199-sitzigen Parlament kontrollieren und würde so über eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit verfügen. 
 
Für Europa bedeutet das nichts Gutes. Im Wahlkampf hatte Orban fast ausschließlich das Thema Migration angesprochen und die EU wegen ihrer Asylpolitik angegriffen. Unter den ersten Gratulanten war AfD-Rechtsaußen Beatrix von Storch. "Herzlichen Glückwunsch Viktor Orban! Ein schlechter Tag für die EU, ein guter für Europa", teilte sie bei Twitter mit.
Nach dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf die syrische Rebellenhochburg Ost-Ghuta will sich der Uno-Sicherheitsrat erneut mit dem Konflikt befassen. Die USA beantragten für heute eine Dringlichkeitssitzung mit acht weiteren Staaten, darunter auch die ständigen Ratsmitglieder Frankreich und Großbritannien. Möglicherweise gibt es auf Antrag Russlands noch ein separates zweites Treffen, wie Diplomaten bestätigten. Bei der Attacke in Duma sollen mehr als 150 Menschen getötet und mehr als 1000 verletzt worden sein. 
Nach der Amokfahrt mit insgesamt drei Toten in Münster wollen die Ermittler eine Art Bewegungsprofil des 48-jährigen Todesfahrers erstellen. "Wir konzentrieren uns jetzt mit unseren Untersuchungen insbesondere darauf, ein möglichst umfassendes Bild über das Verhalten des Täters in den Vorwochen zu erhalten", sagte der Polizeipräsident von Münster, Hajo Kuhlisch. So wollten die Ermittler dessen Motivation für die blutige Tat verstehen
 
Gestern war bekannt geworden, dass der gebürtige Sauerländer wegen psychischer Probleme Kontakt zum Gesundheitsamt in Münster hatte und suizidale Gedanken formuliert hatte. Bei dem blutigen Zwischenfall vor einem Lokal in der belebten Innenstadt wurden am Samstag rund 20 Menschen verletzt. Drei von ihnen schwebten am späten Sonntagabend noch in Lebensgefahr. 
Foto: dpa
 
 
Beginnen will ich mit einer Nachricht, die diejenigen alarmieren dürfte, die Wert auf ihre Privatsphäre legen. In der Debatte um Datenhandel für zielgerichteten Wahlkampf hat nämlich der Städte- und Gemeindebund den Kommunen empfohlen, die Daten ihrer Bürger ebenfalls zu Geld zu machen. "Auch die Städte und Gemeinden müssen sich noch mehr klar machen, dass Daten das Öl des 21. Jahrhunderts sind und sich damit wichtige Einnahmen erzielen lassen", sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post". 
 
Die Kommunen verfügten über "wertvolle Datensätze", die sie in anonymisierter Form nicht mehr nur kostenlos zur Verfügung stellen, sondern selbst zum Vorteil der Bürgerinnen und Bürger nutzen sollten, sagte Landsberg. Ziel ist es demnach, die Lebenssituation in der Kommune zu verbessern. Er schlug ein "Konzessionsmodell" vor, wonach private Unternehmen mit den Daten der Kommunen arbeiten und dafür bezahlen könnten.
 
Zuletzt war die Deutsche Post wegen der geschäftsmäßigen Weitergabe von Kundendaten zu Wahlkampfzwecken in die Kritik geraten. . . 
Guten Morgen, verehrte Leserinnen und Leser. Ich begrüße Sie nach einem Wochenende, das es in sich hatte. Der Amoklauf in Münster, der Giftgasangriff auf die syrischen Rebellen-Enklave Ost-Ghuta, der tödliche Unfall von Michael Goolaerts beim Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix, der Sieg von Viktor Orban bei der Parlamentswahl in Ungarn - die Zahl der Katastrophenmeldungen ist schon enorm. In krassem Gegensatz dazu stand ein Frühlingswetter, das die Menschen regelrecht beglückte und in Scharen nach draußen lockte. 
 
Zu allem später mehr. Nehmen Sie sich die Zeit mit einer Tasse Kaffee und starten Sie mit dem "Morgen" auf SPIEGEL ONLINE in die neue Woche.  
 


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Seite 1
susuki 09.04.2018
1.
Wo sollen die Firmen die Daten kaufen? Facebook oder die Kommunen?
women_1900 09.04.2018
2. Kommunen sollen Daten verkaufen
ach da gäbs noch sehr viel mehr Bereiche, die unsere Daten verkaufen können und wohl auch werden. Irgendwann die Krankenkassen, Krankenhäuser, Ärzte - alle könnten ihre Budgets aufpolstern. Die Bürger sind ja nur noch Mittel zum Zweck.
friemel2000 09.04.2018
3. Gut...
Moin zusammen Gut das ihr es ansprecht. Ich will nicht das meine Daten verkauft werden. Meine Daten gehören mir und da bleiben die auch. Ich werde gleich mal ein Schreiben an das Einwohnermeldeamt aufsetzen, dass ich meine Daten komplett sperre. Sollten meine Daten doch mal verkauft werden, wird Schadenersatz fällig. Und das lasse ich mir noch quitieren.
bambushaus 09.04.2018
4. Unglaublich!
In Deutschland sprudeln die Steuereinnahmen und trotzdem sind die Kassen leer. Wie wäre es erst, wenn wir keine so funktionale Wirtschaft hätten? Wo ist die Kohle und warum kommt unten nix an?
schumbitrus 09.04.2018
5. Vergewaltigt von der eigenen Kommune?!
> "Auch die Städte und Gemeinden müssen sich noch > mehr klar machen, dass Daten das Öl des 21. Jahr- > hunderts sind und sich damit wichtige Einnahmen > erzielen lassen", sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer > Gerd Landsberg der "Rheinischen Post". Daten-Terroristen wie Facebook oder Loyality-Partners ("Sammeln Sie Punkte") kann man meiden, aber weder kann ich die Polizei meiden, wenn ich einen Fahrrad-Diebstahl anzeige, noch das Einwohnermelde- oder Bürgeramt. Wenn das realisiert wird, dann klingt das für mich sehr nach "Vergewaltigung von Schutzbefohlenen"! Denn ich will explizit nicht, dass meine Daten ohne meine explizite Zustimmung in irgendwelchen Datentöpfen irgendwelche KI-Engines füttern, die mir dann vorschreiben, was mir zu gefallen hat! Auch wenn Vergewaltigung etwas drastisch klingt: Es ist midnestens Entmündigung, wenn wir nicht mehr gefragt werden sollen, wem wir unsere Daten freiwillig geben und auf welche Gegenleistung wir dadurch Anspruch haben: Wo ist die Marktwirtschaft, die es MIR erlaubt, mich für einen dieser Terroristen zu entscheiden - oder auch DAFÜR, meine Daten nicht her zu geben?!
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