Newsblog Das war Der Morgen @SPIEGELONLINE am 21.6.2018

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Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern
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Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern

Mit


Armin Himmelrath
Herzlich willkommen bei Der Morgen @SPIEGELONLINE.
Bis 9 Uhr begleitet Sie heute Armin Himmelrath beim Start in den Tag - hier finden Sie den Autor bei Twitter.
Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.
Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern war gestern ins Krankenhaus gekommen, weil bei ihr die Wehen eingesetzt hatten. Die Schwangerschaft der Politikerin war in den vergangenen Monaten immer wieder Thema gewesen, Ardern wurde als Vorbild gelobt. Dass Regierungschefinnen während ihrer Amtszeit ein Kind bekommen, ist weltweit eine ziemliche Ausnahme. Zuletzt war Pakistans Premierministerin Benazir Bhutto 1990 Mutter einer Tochter geworden.
 
Jennifer Curtin, Politikprofessorin an der University of Auckland, lobte die symbolische Bedeutung der Mutterschaft ihrer Regierungschefin. Damit werde Parteien in aller Welt gezeigt, dass es gut sein, jüngere Frauen als Kandidatinnen aufzustellen. In anderen Feldern als der Politik sei es längst üblich, dass sich berufliche Aktivitäten und Elternschaft für Frauen vereinbaren ließen.
 
Foto: AFP
 
Eilmeldung aus Neuseeland: Premierministerin Jacinda Ardern hat eine Tochter zur Welt gebracht. Ihr erstes Kind sei heute in einem Krankenhaus in Auckland geboren worden, teilte die 37-jährige Regierungschefin mit. Ardern will nach sechs Wochen Babypause wieder ihre Aufgaben als Premierministerin wahrnehmen.
Damit verabschiede ich mich für heute von Ihnen - mit einem riesengroßen Dank für alle Bilder, Ideen, Mails, Zuschriften, mit denen Sie mich in den vergangenen Stunden versorgt haben. Kommen Sie gut durch diesen Donnerstag, liebe Leserinnen und Leser! Morgen früh um 6 Uhr begrüßt Sie hier an dieser Stelle wieder mein Kollege Michael Kröger. Bis bald!
Auch zum heutigen Welthumanistentag hat Siegfried Ehrmann ein Foto geschickt - aufgenommen vor neun Jahren in Äthiopien. Damit, schreibt er, könne man mit einem Lächeln in den Tag starten.
 
Foto: Siegfried Ehrmann
 
Was heute hier bei SPIEGEL ONLINE noch auf unserem Themenzettel steht:
 
  • In Budapest treffen sich Brüder im Geiste: Österreichs Bundeskanzler Kurz besucht die Regierungschefs der vier Visegrad-Staaten Ungarn, Tschechien, Polen und der Slowakei. Diese bilden ein lockeres Kooperationsbündnis, das auf EU-Ebene eine harte Haltung in der Migrationspolitik verfolgt.

  • In Hamburg hat die Polizei die erste Großkontrolle zur Überwachung des Diesel-Fahrverbots angekündigt. Die Kontrolle wird in der Stresemannstraße stattfinden, wo die Durchfahrt auf einer Strecke von rund 1,6 Kilometern für ältere Lkw verboten ist.
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    Die Finanzminister der Eurozone legen die Bedingungen für das Ende des Hilfsprogramms für Griechenland fest. Bei den Beratungen in Luxemburg soll entschieden werden, wie viele Milliarden Athen als Finanzpuffer erhält und wie weit mögliche Schuldenerleichterungen gehen könnten.

  • Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg verkündet sein Urteil zur Klage der EU-Kommission gegen Deutschland wegen zu hoher Nitratwerte in deutschen Gewässern. Die Kommission wirft Deutschland vor, nicht für strengere Maßnahmen gegen die Gewässerverunreinigung durch Nitrat gesorgt zu haben.

  • Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe prüft, ob Eltern vollständig auf das Facebook-Konto ihrer verstorbenen Tochter zugreifen können. Das Onlinenetzwerk lässt dies nicht zu, weil sich das Konto im sogenannten Gedenkzustand befindet.

 
Das alles - und noch viel mehr - heute bei uns auf der Seite. Schauen Sie ruhig ab und zu mal vorbei.
Hoppla, jetzt habe ich in der ganzen Aufregung um die Geburt in Neuseeland und die ganze selbstgemachte Musik und die tollen Bilder fast das Wetter vergessen. Das gibt es nämlich auch noch, mit Höchsttemperaturen irgendwo zwischen 15 bis 20 Grad im Norden und Nordwesten bis zu 31 Grad im Südosten. Wo genau Sie sich heute auf dieser Spannbreite wiederfinden, können Sie mit Ihrer Postleitzahl hier recherchieren.
 
 
 
 
Die Kollegen von Deutschlandfunk Nova haben auch etwas zum Welt-Yoga-Tag gefunden. Respekt, was dieser Hund leistet.
 

Instagram hat die Marke von einer Milliarde aktiver Nutzer geknackt. "Wir haben nun eine Gemeinschaft von einer Milliarde Nutzern", sagte der Chef des Online-Netzwerks, Kevin Systrom, gestern bei einer Veranstaltung in San Francisco. Mit dem 2010 gestarteten Internetdienst können Bilder und kurze Videos geteilt werden. Instagram war 2012 von Facebook gekauft worden und treibt seitdem den Umsatz des Internetkonzerns an. Mit seiner Milliarde monatlich aktiver Nutzer ist der Bilderdienst nun das vierte zu Facebook gehörende Angebot, das die Milliardenmarke geknackt hat: Neben Facebook selbst sind das der Dienst WhatsApp und der Messenger von Facebook. Instagram ist es vor allem gelungen, eine junge Nutzerschaft anzuziehen, was Facebook zunehmend Probleme macht.

Zum Tag der selbstgemachten Musik weist mich gerade Andrea Wienck auf den Hamburger Künstler Andi Otto hin, "der in Amsterdam das Fello entwickelt hat –– am Cello-Bogen befestigte Sensoren, die mit einer Audiosoftware verknüpft sind und so die Bewegungen des Bogens in Sounds und Effekte umwandeln. Das liest sich jetzt vielleicht so mäh, ist in Bild und live tatsächlich aber magisch", schreibt Andrea Wieck. Und wissen Sie was? Sie hat Recht, das ist wirklich magisch - schauen Sie selbst:
 
Die Kollegen der "Neuen Zürcher Zeitung" kommentieren heute den Rückzug der USA aus dem Uno-Menschenrechtsrat:
 
"Wunder waren von diesem Gremium nie zu erwarten, legitim ist aber die Forderung, dass der UN-Menschenrechtsrat mit seinem universalen Anspruch zumindest die Anstrengung unternimmt, bei seiner Arbeit ohne Scheuklappen vorzugehen und die Prioritäten fair zu setzen. Der Ruf der USA nach Reformen des Genfer Rates verdient daher Unterstützung. Ausschlaggebend für den Schutz der Menschenrechte sind letztlich aber nicht solche Gremien, sondern der Wille einflussreicher Länder, den Einsatz für die Menschenrechte nicht nur zu heucheln, sondern als festen Bestandteil ihrer Außenpolitik zu betrachten. Den Unterdrückten rund um den Globus ist nicht geholfen, wenn die Staaten das Thema Menschenrechte bequem an ein einflussloses Gremium delegieren und dann selber umso ungehemmter Interessenpolitik betreiben."
Rocksänger Marius Müller-Westernhagen macht sich Sorgen um die Demokratie. "Die Demokratie ist im Augenblick in Gefahr", sagte der 69-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir erleben eine unglaubliche Flut von Populismus in der Welt. Das ging mit Donald Trump los und setzte sich dann erstaunlicherweise fort." Seine Generation sei politisch sehr interessiert gewesen, heute sei dagegen vieles oberflächlicher: "Wir wurden nicht dieser Gehirnwäsche aus dem Internet unterzogen, die ständig auf einen einprasselt. Da sind viel zu viele Informationen verfügbar und Menschen können gar nicht mehr unterscheiden, was sinnlos und was nützlich ist. Ich hab in keiner Zeit gelebt, die oberflächlicher war als die heutige." Er selbst sei ein "absoluter News-Junkie", sagte der Musiker: "Ich lese alles, auch Zeitungen."
 
US-Schauspieler Peter Fonda hat sich für einen umstrittenen Tweet, in dem er dem amerikanischen Präsidentensohn Barron Trump eine Begegnung mit Pädophilen in einem Käfig vorschlug, öffentlich entschuldigt. Wie viele andere US-Bürger sei er aber sehr erregt und bestürzt darüber, dass Kinder an der Grenze zwischen Mexiko und den USA von ihren Eltern getrennt würden, schrieb er in einer Erklärung, wie CNN berichtet.

Der 78-Jährige hatte sich am Mittwoch mit einer Twitter-Botschaft zur umstrittenen Migranten-Politik der US-Regierung geäußert und angesichts der dabei praktizierten Trennung von Migranten-Familien an der Grenze vorgeschlagen, den zwölfjährigen Präsidentensohn "aus den Armen seiner Mutter zu reißen und in einen Käfig mit Pädophilen zu sperren". In seiner Erklärung entschuldigte sich der Hollywood-Star, wie CNN weiter berichtet. "Ich habe heute etwas höchst Unangebrachtes und Vulgäres über den Präsidenten und seine Familie als Reaktion auf die erschütternden Bilder, die ich im Fernsehen sah, getwittert", schrieb Fonda am Abend. Er sei aber mit seiner Reaktion "zu weit gegangen".
Zum Tag der selbstgemachten Musik trauen Sie sich noch nicht so richtig aus der Deckung, oder? Vielleicht hilft Ihnen diese kleine Anleitung zum Bau einer Karottenklarinette. Am Ende des Videos hören Sie dann auch, wie das Ganze klingen kann...
 

Was gerade wichtig ist - der Überblick:
 
Ein weiteres Bild zum Welt-Yoga-Tag, aufgenommen von Munir Uz Zaman in Bangladesch.
 
Foto: AFP
 

Amazon beschäftigt sich jetzt auch mit Gesundheit. Die kann man zwar nicht im Netz verkaufen, aber Geldverdienen lässt sich damit natürlich schon: Der bekannte Chirurg und Autor Atul Gawande wird eine gemeinsam von Amazon, JPMorgan und Warren Buffetts Berkshire Hathaway gegründete Firma zur Überholung des Gesundheitssektors führen. Ziel sei es, mit Hilfe einer besseren Datenauswertung und anderen neuen Technologien die Kosten für die Gesundheitspflege zu senken, teilten die Unternehmen mit. Diese stiegen in den USA zu schnell und dämpften das Wirtschaftswachstum. Das Joint-Venture des weltgrößten Onlinehändlers, einer der größten US-Banken und des Finanzinvestors Berkshire wird sich zunächst um die Belange der eigenen - mehr als eine Million Mitarbeiter - kümmern. Erst danach will sich die Firma für andere Unternehmen öffnen.

Andreas Fuhrmann macht mich gerade auf eine schöne Geschichte aufmerksam. Es geht um das Chanson "Göttingen" von Barbara. "Das gilt noch heute als wichtiges Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung", schreibt Andreas Fuhrmann und verweist auf einen Artikel vom April 2017 im "Göttinger Tageblatt": Die Kollegen berichten davon, welche Reaktionen aus auslöste, dass das Lied als Warteschleifenmusik bei Anrufen im Göttinger Rathaus zu hören ist. Hier können Sie den Text lesen.
Die SPD hat lange stillgehalten beim Unionsstreit - wahrscheinlich gar keine soooo schlechte Taktik, wenn der politische Konkurrent sich gerade lustvoll zerlegt. Jetzt aber, nach der jüngsten Volte, meldet sich Olaf Scholz zu Wort und kritisiert die CSU.
 

Streit über Eurozonen-Budget: Scholz weist CSU-Kritik zurück - SPIEGEL ONLINE - Politik

SPIEGEL ONLINEFinanzminister Olaf Scholz kontert die Kritik der CSU am geplanten Eurozonen-Budget - und verweist auf den Koalitionsvertrag. Doch in der Union rumort es weiter.
Nochmal Fußball und WM, diesmal aus ökonomischer Perspektive: Dem Deutschen Fußball-Bund droht neben einem enormen Imageschaden bei einem Vorrunden-Aus bei der WM in Russland auch ein finanzieller Verlust. Sollte der Weltmeister nach dem Fehlstart gegen Mexiko das Achtelfinale verpassen, würde der DFB das Turnier mit einem Verlust von 1,7 Millionen Euro beenden. Einnahmen von 9,1 Millionen Euro stünden Ausgaben von 10,8 Millionen Euro gegenüber. Bei einer weiteren Niederlage am Samstag gegen Schweden wäre der Titelverteidiger ausgeschieden, wenn Mexiko zuvor gegen Südkorea mindestens einen Punkt holt. Um einen Gewinn zu erwirtschaften, müsste die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw das Halbfinale erreichen.
Das ist interessant: Nicht zu 1978, wie von Berti Vogts analysiert, sondern zu 1974 gibt es Parallelen. Sagt jedenfalls Franz Beckenbauer. "Damals begann das Theater schon vor dem Turnier, nachdem wir Spieler mit dem DFB über die Prämien gestritten hatten. Dann folgte das 0:1 gegen die DDR", sagte der Weltmeister-Teamchef von 1990 der "Bild"-Zeitung. Anschließend habe man sich aber zusammengerauft. "In der Nacht nach dem Spiel sind bei uns in Malente die Fetzen geflogen. Bei ein paar Flaschen Wein haben wir uns die Meinung gegeigt", sagte der 72-Jährige. Später wurde die deutsche Mannschaft Weltmeister.
Wie gesagt, heute ist ja auch Tag der selbstgemachten Musik. Frank Gingeleit hat mir gerade geschrieben: "Das hat mich hellhörig gemacht, weil ich gerade ein Buch über Erik Satie gelesen habe, über diesen - seinerzeit nahezu allgemein, aber auch bis heute gelegentlich als solchen bezeichneten - 'größten Dilettanten der Musikgeschichte' (als 'Vorreiter des Klingeltons' wurde er in einem SPIEGEL-Artikel 2009 gekennzeichnet). Neben der Erfindung von Genres wie 'Serielle Musik', 'minmal music' oder der 'Lounge'-Musik kann er auch als einer der ersten gelten, die 'Amateurhaftigkeit' (im Sinne einer fehlenden akademischen musikalischen Ausbildung) im Bereich des Musikmachens nicht nur zugelassen, sondern gelegentlich auch eingefordert haben. Vielleicht spielen Sie ja etwas von ihm?"
 
Aber klar doch, Herr Gingeleit!
 
Die Angst geht um, die Angst vor dem Ende: Die Rede ist von der deutschen Mannschaft bei der Fußball-WM. Ex-Bundestrainer Berti Vogts sieht im derzeitigen Auftreten der Nationalmannschaft Parallelen zu den Turnieren 1978 in Argentinien und 1994 in den USA. "Jeweils das Turnier vier Jahre nach einem Weltmeistertitel. Viele Spieler denken einfach: 'Wir sind der amtierende Weltmeister. Natürlich gewinnen wir das erste Spiel und die Gruppe.'", schreibt der 71-Jährige in seiner Kolumne beim Portal t-online.de: "Und dann gibt es ganz schnell die Quittung. 1978 haben wir das erste Spiel 0:0 gegen Polen gespielt, 1994 nur 1:0 gegen Bolivien gewonnen." Das Auftreten des WM-Titelverteidigers gegen Mexiko (0:1) sei "überheblich gewesen". Vogts: "Man hat wohl gedacht: Mexiko hat man immer geschlagen."

Die wichtigsten Nachrichten im Überblick:
 
"Morgen"-Leser Siegfried Ehrmann aus San Francisco hat sich gemeldet - und zum Tag des Schlafs gleich eine ganze Bilderserie vorbeigeschickt mit dem schönen Titel "Taking a nap in..." Ich habe das hier ausgewählt, entstanden 2012 in Rio de Janeiro. Danke! (Wenn Sie mehr Bilder von Siegfried Ehrmann sehen wollen, bitte hier entlang.)
 
Foto: Siegfried Ehrmann
 
100 Tage ist die GroKo im Amt. Da ist es üblich, dass alle Seiten Ratschläge und Bewertungen abgeben. Zwei will ich Ihnen gerne weiterreichen. Die erste stammt von Dieter Kempf, Präsident der Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Er kommentiert die Bundesregierung unter anderem so:
 
"Mich besorgt, dass in zentralen Fragen wie der Migrationspolitik immer wieder Uneinigkeit zwischen den Koalitionären hervortritt. Deutschland braucht jetzt Strategie- und Handlungsfähigkeit. Müsste diese Mannschaft zur WM antreten, wäre ich nicht sicher, dass alle ihre Aufgaben, Lauf- und Passwege kennen."

"Es geht nicht zügig genug voran. Das liegt auch daran, dass es auf der Regierungsbank zuviel Oppositionshaltung gibt."
 
Auch DGB-Chef Rainer Hoffmann hat sich geäußert. Er kritisiert die fehlende Nähe der Bundesregierung zu den Sorgen der Bürgerinnen und Bürger:
 

"Deren Lebenswelt ist zum Teil eine andere als aus dem politischen Berlin zu hören ist. Die Menschen machen die Erfahrung, dass es keinen bezahlbaren Wohnraum gibt, die Verkehrsinfrastruktur grottig ist, dass die Situation in unseren Schulen zum Teil katastrophal ist. Das sind Themen, die in Angriff genommen werden müssen."

"Es sind wichtige Fragen, wie wir es als Gesellschaft mit Asylrecht, Einwanderung und der Integration von Flüchtlingen halten wollen. Umso mehr verbieten sich verkürzende und populistische Aussagen und Forderungen. Sie sind verantwortungslos und politisch hoch gefährlich."

Donald Trump mit seinen morgendlichen Twittersalven scheint eine Ausnahme zu sein: Einer groß angelegten Auswertung von Tweets zufolge denken die meisten Menschen in den frühen Morgenstunden nämlich eher analytisch und kühl. Abends dagegen werden sie eher emotional und impulsiv. Ein solches 24-Stunden-Muster fanden Forscher der Universität im britischen Bristol, nachdem sie sieben Milliarden Worte aus über 800 Millionen Twitter-Nachrichten analysiert hatten. 

Demnach ist zwischen 5 und 6 Uhr morgens (Ortszeit des Twitterers) der höchste Anteil von Worten zu finden, die in früheren Studien mit logischem Denken, Intelligenz und Bildung in Zusammenhang gebracht wurden, berichten die Forscher im Journal "Plos One". Auch sprachliche Indikatoren für Leistung und Macht spielen um diese Zeit eine größere Rolle. Abends und in der Nacht hingegen wandelt sich der Sprachstil - wird emotionaler und impulsiver, oft auch sozialer.

Ups, da ist jemand angefressen: Horst Seehofer hat Angela Merkel schlechten Stil im koalitionsinternen Umgang vorgeworfen (genau mein Humor!). Anlass für Seehofers Tadel in der "Passauer Neuen Presse" waren Merkels Vereinbarungen mit Frankreichs Präsident Macron über die Reform der Eurozone: Diese seien nicht mit der CSU besprochen und abgestimmt worden, sagte Seehofer. Es sei "kein guter Stil", wenn man solch wichtige Vereinbarungen treffe und die CSU nicht beteilige. Ob die CSU die Vereinbarungen der Kanzlerin mit Frankreich mit trage, werde sie erst nach einer Sondersitzung des Koalitionsausschusses am Dienstag entscheiden, sagte Seehofer. Merkel und Macron hatten zuvor ihre Vorschläge für den EU-Reformgipfel Ende Juni präsentiert. Dazu gehörte auch die - schon seit längerer Zeit diskutierte - Idee Macrons, ein eigenes Budget für die Eurozone zu schaffen. Die CSU steht diesem Plan sehr skeptisch gegenüber.
Viele Stationsnamen der Pariser Metro ehren berühmte Männer, Frauen sind dagegen bislang die absolute Ausnahme. Jetzt sollen zwei neue Haltepunkte nach berühmten Frauen benannt werden: nach der Chansonsängerin Barbara ("Göttingen") und der französischen Widerstandskämpferin Lucie Aubrac. Das teilte der regionale Nahverkehrsverbund heute mit. Der auffällige Mangel an Frauennamen hatte bereits zu Diskussionen geführt. Bislang sind lediglich vier Stationen des Metronetzes nach Frauen benannt - von mehr als 300 Stationen insgesamt. Erst im Mai wurde die Station Europe im Nordwesten von Paris in Europe-Simone Veil umbenannt - zu Ehren der ehemaligen Europaparlamentspräsidentin und Holocaust-Überlebenden.
 
Wenn Sie sich jetzt fragen, ob es wirklich ein Chanson "Göttingen" gibt - dann kann ich Ihnen das hier zeigen:
 
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat bei einem Besuch in den USA ein Bekenntnis zu deutlichen Aufstockungen im deutschen Verteidigungshaushalt abgelegt. Die Bundesregierung habe das 2014 mit den Nato-Partnern vereinbarte Ziel, einen Wehretat von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung zu erreichen, "weiter fest im Auge", sagte von der Leyen in Washington. Ein "Teil der Strecke" zu diesem Ziel sei bereits zurückgelegt. Hier ist der Bericht zum USA-Besuch der Ministerin.
Hier trudeln die ersten Bilder zum Welt-Yoga-Tag ein. Dieses Bild hat Reuters-Fotograf Abhishek N. Chinnappa aus dem Stadion in Bengaluru (Indien) geschickt.
 
Foto: Reuters
 
Was in den vergangenen Stunden passiert ist:
 
  • Die Empörung und der Druck haben gewirkt: Donald Trump hat einen Erlass unterzeichnet, der das unmenschliche Auseinanderreißen von Einwandererfamilien durch die US-Behörden beenden soll.
  • Der Druck hat gewirkt (II): Auf europäischer Ebene scheint sich in der Flüchtlingspolitik etwas zu bewegen, ein Plan für das informelle EU-Treffen am Sonntag existioert bereits.
  • Der Druck hat gewirkt (III): Burger King zieht eine ziemlich unsägliche Werbekampagne zur WM in Russland zurück.
Deutschland ist ein großer Profiteur der Milliardenhilfen zur Rettung Griechenlands. Die Bundesrepublik hat seit dem Jahr 2010 insgesamt rund 2,9 Milliarden Euro an Zinsgewinnen verdient. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
 
Demonstrantin vor dem Kanzlerinnenamt in Berlin (Foto: dpa)
 
Der Regierungsantwort zufolge gab es seit 2010 vor allem Gewinne aus Ankäufen griechischer Staatsanleihen im Rahmen des "Securities Market Programme" (SMP) der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei der Bundesbank anfielen und dem Bundeshaushalt überwiesen wurden. Bis 2017 seien bei der Bundesbank 3,4 Milliarden Euro an Zinsgewinnen aus den SMP-Käufen erzielt worden, hieß es. Nur 2013 und 2014 seien Gewinne abgeführt worden an den Euro-Rettungsfonds ESM und an Griechenland, was unterm Strich einen verbleibenden Gewinn von rund 2,5 Milliarden Euro bedeutet. Hinzu kommen Zinsgewinne von 400 Millionen Euro aus einem Darlehen der Staatsbank KfW.
 
Ich weiß jetzt gerade nicht, ob ich überrascht, verwundert, empört, erfreut oder irritiert sein soll. Irgendwie passt alles.
So sieht's aus, wenn die Sonne über Kairo aufgeht. Guten Morgen, verehrte Leserin und lieber Leser! Herzlich willkommen zum "Morgen" hier auf SPIEGEL ONLINE - und das auch noch am längsten Tag des Jahres. Auf Sie warten wieder drei Stunden Nachrichten und Neuigkeiten und damit alles, was Sie zum gut informierten Start in diesen Tag brauchen. Da fängt schon mal damit an, dass heute gleich mehrere Aktionstage begangenen werden. Der 21. Juni ist nämlich
 
  • der Tag des Schlafs
  • Welt-Yoga-Tag
  • Internationaler Tag der selbstgemachten Musik
  • Welthumanistentag
  • und natürlich auch noch der Tag des Sonnenschutzes.
 
Bitte versorgen Sie mich, wenn Sie mögen, mit Ihren Fotos - schlafend, Yoga praktizierend, selbst Musik machend (hier ginge auch ein Video), in Humanistenpose oder mit Sonnenmilch eingecremt. Sollten Sie mir Bild oder Film an armin.himmelrath@spiegel.de senden, erklären Sie sich mit einer Veröffentlichung hier im "Morgen" einverstanden. Ich bin gespannt!
Foto: Reuters
 


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