Newsblog Das war Der Morgen @SPIEGELONLINE am 22.6.2018

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Michael Kröger
Herzlich willkommen bei Der Morgen @SPIEGELONLINE.
Bis 9 Uhr begleitet Sie heute Michael Kröger beim Start in den Tag.
Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.
Und damit endet der "Morgen" für diese Woche wieder. Ich verabschiede mich mit der Empfehlung für SPIEGEL ONLINE. Hier finden Sie Analysen, Hintergründe und Reportagen zu allen wichtigen Ereignissen des Tages. Auch heute dürfte uns wieder der Streit der Unionsparteien um den Umgang mit Asylsuchenden beschäftigen. Innenminister Horst Seehofer hat seine Entschlossenheit für einen Alleingang noch einmal bekräftigt, sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel keine Einigung auf europäischer Ebene erzielen. Auch die Vergeltungszölle der EU gegenüber den USA werden ein Thema sein. Ein Großteil davon ist heute Nacht wirksam geworden. Mit Spannung wird jetzt die Reaktion der US-Regierung erwartet. 
 
Außerdem steht natürlich die deutsche National-Elf im Mittelpunkt, die sich auf das - vielleicht entscheidende - Spiel gegen Schweden vorbereitet. 
 
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Bis Montag. 
Foto: dpa
 
 
Kurz vor Schluss noch ein paar Worte zum Wetter. Im in letzter Zeit von der Sonne verwöhnten Norden dominiert heute in weiten Teilen eine dichte Wolkendecke. Im Süden - und an der Ostsee - kommt dagegen häufiger die Sonne zu Vorschein. Auch dort ist es allerdings viel kühler als die Tage zuvor. Die Temperaturen steigen nur selten über 20 Grad. Die Wetterlage wird sich auch am Wochenende nicht wesentlich ändern. 
 
Mehr zum Wetter in Ihrer Region finden Sie hier. Smartphone-Nutzern empfehle ich diesen Link
Auch in den USA finden Republikaner und Demokraten keinen gemeinsamen Nenner für die Migrationspolitik. Eine für Freitag im Repräsentantenhaus geplante Abstimmung über neue gesetzliche Regelungen wurde auf kommende Woche verschoben. Die Republikaner von Präsident Donald Trump verfügen dort über eine größere Mehrheit. Aber selbst wenn der Entwurf diese Kongresskammer passieren sollte, wird er angesichts der knapperen Mehrheiten im Senat wenig Chancen auf Erfolg haben. 

Ein Entwurf mit härteren Regelungen für die Einwanderung war am gestern klar durchgefallen. In den vergangenen Wochen hatten die US-Behörden Familien illegal eingewanderter Menschen aus Süd- und Mittelamerika konsequent getrennt. Dies hatte international und auch in den USA scharfe Proteste nach sich gezogen. Trump hatte diese Praxis am Mittwoch dann überraschend beendet.  

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat seine Drohung bekräftigt, die Grenzen zu Deutschland für Asylsuchende dicht zu machen, wenn es beim EU-Gipfel Ende Juni keine Lösung gibt. "Wenn es keine europäische Lösung gibt, werden wir national handeln müssen", sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Die CSU stellt den Bundesinnenminister und der muss dafür sorgen, dass wieder Recht und Ordnung herrschen."

 

Über das Thema sei drei Jahre lang geredet worden, "jetzt ist Zeit für Entscheidungen." Flüchtlinge sollten nicht in mehreren Ländern Asyl beantragen können. "Wenn sie das tun, werden sie künftig an unserer Grenze abgewiesen", machte der Minister klar. Er fügte aber hinzu: "Sollte der Kanzlerin eine europäische Lösung gelingen, wird niemand glücklicher sein als ich."

Das Leben in Deutschland ist weiterhin teurer als im EU-Schnitt. Das Preisniveau der privaten Konsumausgaben lag im Jahr 2017 um 5,0 Prozent über dem Durchschnitt der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Im Vergleich mit den direkten Nachbarstaaten kommt Deutschland dagegen recht gut weg. Hier sind nur Polen und Tschechien deutlich billiger. Mit Abstand teuerstes Land für Verbraucher innerhalb der EU war einmal mehr Dänemark: Dort lag das Preisniveau um 41,5 Prozent über dem Durchschnitt aller 28 Mitgliedstaaten. 
Wegen der zahlreichen Probleme hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz seinem Kabinettskollegen Innenminister Horst Seehofer 1650 zusätzliche Stellen für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bewilligt. Zudem sollen beim Bamf 4500 weitere Stellen entfristet werden.

Zudem soll die Informations- und Computertechnik beim Bamf und seinen Außenstellen auf Vordermann gebracht werden. Nach unrechtmäßig ausgestellten Asylbescheiden und weiteren Missständen war das Bamf stark in die Kritik geraten, Seehofer entließ Bamf-Chefin Jutta Cordt und ersetzte sie durch den bayerischen Beamten Hans-Eckhard Sommer. 
Airbus will im Fall eines harten Brexits - also ohne Abkommen zwischen London und Brüssel - seine Investitionen in Großbritannien überdenken. "Einfach ausgedrückt gefährdet ein Szenario ohne Deal direkt die Zukunft von Airbus im Vereinigten Königkreich", erklärte Airbus-Chef Tom Enders in der Nacht zum Freitag. Falls das Land im kommenden Jahr Binnenmarkt und Zollunion sofort und ohne Übergangsphase verlasse, würde dies laut Airbus zu einer "schweren Störung und Unterbrechung" der Produktion führen. 
 
In einer Risikobewertung schreibt Airbus, dass ein geordneter Rückzug mit einem Brexit-Abkommen vorzuziehen sei. Die derzeit angedachte Übergangsphase bis Dezember 2020 reiche aber nicht aus, damit EU und Großbritannien die offenen Fragen regeln können. Sie sei auch für Airbus zu kurz, um die notwendigen Änderungen in seiner umfangreichen Zulieferkette umzusetzen.

Die türkischen Behörden haben möglicherweise einen geplanten Anschlag der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat auf die Wahlen am Sonntag vereitelt. 14 mutmaßliche IS-Mitglieder seien bei Razzien in Ankara am frühen Morgen festgenommen worden, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Alle Verdächtigen stammten demnach aus dem Ausland.

In der Türkei finden am Sonntag vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Umfragen zufolge könnte das Bündnis von Erdogans islamisch-konservativer AKP mit der ultrarechten MHP bei der Parlamentswahl die Mehrheit verfehlen. Auch ein Sieg Erdogans in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl ist alles andere als sicher.

Foto: dpa
 
 
Im australischen Hobart haben rund 1500 Menschen dem Winter getrotzt: Mit einem Bad im Fluss Derwent. Auf Kommando warfen sie alle die Badetücher weg und liefen mit nichts weiter als mit einer roten Badekappe bekleidet ins Wasser. Die Männer und Frauen müssen recht abgehärtet sein: Das Wasser war nur sieben Grad (warm). 
Der Millionenstreit zwischen dem Ulmer Drogerie-Unternehmer Erwin Müller und der Schweizer Privatbank Sarasin geht heute vor dem Oberlandesgericht Stuttgart in eine weitere Runde. Müller verlangt von der in Basel ansässigen Bank 45 Millionen Euro Schadenersatz. Er macht geltend, von Sarasin beim Erwerb von Fondsanteilen falsch beraten worden zu sein. Die Bank hat dem widersprochen und ist in Berufung gegangen. 

In dem seit Jahren anhaltenden juristischen Tauziehen hatte zuletzt das Landgericht Ulm der Klage Müllers stattgegeben. Es bestätigte im Mai 2017 die Forderung des Unternehmers, für Verluste durch falsche Beratung bei Investitionen in den hochriskanten Luxemburger Sheridan-Fonds von Sarasin entschädigt zu werden. 
Foto: Joe Robbins/Getty Images
 
 
Die Los Angeles Lakers haben sich bei der alljährlichen Talentziehung die Rechte an Moritz Wagner gesichert. Das Basketball-Team aus Kalifornien wählte den 21-jährigen Berliner mit dem 25. Pick in der ersten Runde des diesjährigen NBA Drafts aus. Der 2,11-Meter-Hüne spielte in den vergangenen drei Jahre am US-College für die University of Michigan und führte die Wolverines in der abgelaufenen Saison sogar ins Finale um die College-Meisterschaft. 
Die Opposition will bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen in der Türkei am Sonntag insgesamt mehr als 600.000 Beobachter einsetzen. Ein Sprecher der größten Oppositionspartei CHP sagte, seine Partei schicke an jede der geschätzt 180.000 Wahlurnen je zwei Beobachter. Neben diesen 360.000 Personen will die pro-kurdische Oppositionspartei HDP nach eigenen Angaben weitere 110.000 Beobachter einsetzen, die nationalkonservative Iyi-Partei 130 000. Auch andere kleinere Oppositionsparteien schicken Wahlbeobachter. 
 
Angesicht der humanitären Krise in Venezuela will der brasilianische Staatschef Michel Temer die Grenzen zum Nachbarland weiter für Flüchtlinge geöffnet halten. "Die Grenzen zu schließen, wäre unangemessen", sagte der Präsident am Donnerstag bei einem Besuch im Bundesstaat Roraima an der Grenze. "Aber wir dürfen auch die Bedürfnisse von Roraima nicht aus den Augen verlieren." Die Region ist eine der ärmsten des Landes und mit der Aufnahme der Migranten überfordert. Zuletzt hatte die Gouverneurin von Roraima die Schließung der Grenze gefordert. 
 
Schätzungen zufolge sind 80.000 Venezolaner nach Brasilien ausgewandert. Die Hälfte von ihnen lebt in der Stadt Boa Vista, wo sie bereits zehn Prozent der Bevölkerung stellen. Jetzt sollen sie in andere Teile des Landes gebracht werden.
"Roseanne" ohne Roseanne: Nach dem rassistischen Tweet ihrer Hauptdarstellerin geht die beliebte Comedyserie ohne Roseanne Barr  und unter anderem Namen weiter. Der US-Sender ABC bestätigte gestern Abend, dass er an einer Ablegerserie arbeite. Arbeitstitel: "Die Connors". Die zehn Folgen sollen noch in diesem Jahr in den USA ausgestrahlt werden. 

"Roseanne Barr wird finanziell und kreativ nichts mit der neuen Serie zu tun haben", stellte der Sender klar. Zum Inhalt erklärte ABC, dass die Familie Connor nach einem unvorhergesehenen Ereignis die täglichen Probleme des Lebens meistern müsse, "wie sie es zuvor noch nie erlebt hat". Die anderen Schauspieler wie John Goodman oder Sara Gilbert seien wieder an Bord
Noch einmal kurz zurück zum Fußball. "Ran" von Sat.1 hat bei einer mexikanischen TV-Show die wohl lustigste Kritik am verkorksten vorrunden-Spiel der deutschen National-Elf gefunden. (Ist zwar nicht originalgetreu übersetzt, aber das macht es erst wirklich witzig) . . .
 
 
Foto: Reuters
 
 
Im indischen Assam haben Servicetechniker eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht. Sie waren zu einem Geldautomaten geschickt worden, der nicht richtig funktionierte. An den Geldvorräten sollte es nicht liegen, denn das Gerät war erst kurz zuvor neu befüllt worden, wie der "Guardian" berichtet.
 
Als sie den Tresor öffneten fanden sie jedoch nur noch ein paar Schnipsel - und eine tote Ratte. Die hatte sich mit einen Kumpanen offensichtlich durch ein kleines Loch gezwängt und sich über die Barschaft hergemacht -  insgesamt 1,2 Millionen Rupien (das sind rund 15.500 Dollar). 
 
Eine andere Erklärung für das Verschwinden des Geldes fand die Polizei nicht. "Es gab keine Beschädigungen, die auf einen Einbruch hindeuten", sagte der zuständige Polizei-Inspektor. Denkbar wäre natürlich, dass ein Krimineller die Ratten dressiert hätte. Aber was sollte er mit den Schnipseln?
Im Handelsstreit mit den USA kommt die Antwort der EU: Seit Mitternacht sind Vergeltungszölle auf US-Produkte wie Whiskey, Jeans, Motorräder und Erdnussbutter in Kraft. Damit reagiert die Gemeinschaft auf die von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Bei Importen in die USA werden seit Anfang Juli Zölle in Höhe von 25 Prozent bei Stahl und 10 Prozent bei Aluminium aus Europa fällig.
 
Die EU-Zusatzzölle sollen nun in einem ersten Schritt auf jährliche US-Importe im Gegenwert von 2,8 Milliarden Euro erhoben werden. "Wir wollten nicht in diese Lage kommen", betonte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström noch am Mittwoch. Wegen der einseitigen Entscheidung der USA bleibe der EU aber keine andere Wahl. Sobald die USA ihre Zölle zurücknähmen, fielen auch die EU-Maßnahmen weg. 
Im Zuge ihrer Annäherung haben Süd- und Nordkorea Gespräche über neue Begegnungen zwischen Familien aufgenommen, die durch den Korea-Krieg zwischen 1950 und 1953 auseinandergerissen worden waren. Unterhändler beider Seiten kamen dazu in einem Erholungsgebiet am Kumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste zusammen, wie südkoreanische Sender berichteten. 
 
Das enervierende Hin und Her hat die Union auch Wählerstimmen gekostet. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 43 Prozent dafür aus, dass Merkel zurücktritt. Mit 42 Prozent wünschen sich allerdings etwa genauso viele Befragte, dass die CDU-Vorsitzende Regierungschefin bleibt. Jeder Zweite zweifelt inzwischen daran, dass die große Koalition die volle Legislaturperiode bis 2021 durchhalten wird.
Der Streit innerhalb der Unionsparteien über die Asylpolitik hinterlässt keinen guten Eindruck - beim Koalitionspartner nicht und ebenso wenig bei den Wählern. Andrea Nahles bezeichnete die Auseinandersetzung als Mätzchen und forderte eine sofortige Beendigung der Auseinandersetzung.  "Ich bin sehr verärgert über die Art und Weise, wie hier mit Deutschland gespielt wird, weil man offensichtlich Panik hat, dass man in Bayern die absolute Mehrheit verliert", sagte SPD-Chefin in den ARD-"Tagesthemen". Im Unionsstreit gehe es aber "um Machtkämpfe, Rivalitäten und um innerparteilichen Geländegewinn". 
 
 
Foto: AP
 
 
Suchen Sie noch ein Haus in den USA? Oder besser: ein Anwesen? Dazu noch geschichtsträchtig? Dann käme für Sie die Villa von Muhammad Ali in Berrien Springs in Frage. Alis Witwe Lonnie hat den Verkauf in Auftrag gegeben. Als Erlös soll das Geschäft genau 2.895.037 US-Dollar einbringen - die letzten beiden Ziffern stehen dabei für die 37 K.o.-Siege, die Ali im Laufe seiner Karriere erzielt hatte.

Das Grundstück beinhaltet unter anderem zwei Häuser, Sauna- und Massage-Räume, einen kompletten Basketballplatz und einen großen Pool sowie mehrere Garagen. Auch eine Sporthalle mit eigenem Boxring ist vorhanden. Ali hatte das Anwesen im Jahr 1975 als Rückzugsort gekauft. Nach seinem Rücktritt lebte die Boxlegende bis 2006 in Michigan, ehe er nach Arizona umsiedelte. Dort starb er im Jahr 2016 im Alter von 74 Jahren.

Das Spiel ging übrigens 3:0 für Kroatien aus. Argentinien steht damit kurz vor dem Abschied schon in der Vorrunde. Argentiniens Trainer Jorge Sampaoli übernahm nach dem Spiel die uneingeschränkte Verantwortung. "Hätte ich manches anders gemacht, wäre es besser gelaufen", sagte der 58 Jahre alte Coach. 
 
Foto: dpa
 
Der Reichstsg um 5:11 Uhr
Guten Morgen verehrte Leserinnen und Leser. Ich begrüße Sie zum "Morgen" auf SPIEGEL ONLINE, heute wieder aus Berlin. Nach den heißen Tagen wirkt die kühle Luft richtig erfrischend. Eine Jacke könnte heute aber nicht schaden. 
 
Wenn sie zu den WM-Intensivschauern zählen, brauche ich Ihnen zum gestrigen Spiel von Argentinien und Kroatien nichts zu erzählen. Für weniger hart gesottene Fans war das Spiel allerdings eher eine Zumutung. Während Kommentatoren im Fernsehen ebenso wie die Liveticker-Moderatoren von einem "kampfbetonten" oder "rustikalen" Spiel sprachen, sahen sie in erster Linie Knochenbrecher am Werk. Ein solch übles Gekicke mit Tritten und versteckten Hieben und eine derart weitgefasste Auslegung der Fußballregeln durch einen Schiedsrichter habe ich während dieser Weltmeisterschaft noch nicht gesehen . . .
 
Doch kommen wir lieber erst einmal zu den Nachrichten.  


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simpson.paulo 22.06.2018
1. Die spanische 'el correo'
berichtet recht ausführlich über den Fund der Leiche der deutschen Tramperin aus Leipzig. Will die Redaktion nicht auch eine kurze Notiz dazu schreiben?
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