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Nachrichtendienste: BND überwachte SPIEGEL-Redakteurin

Ihre E-Mail-Korrespondenz mit einem afghanischen Politiker wurde monatelang mitgeschnitten: Der BND hat eine SPIEGEL-Reporterin überwacht - der Fall soll jetzt im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages zur Sprache kommen.

Hamburg - Für ihre Mails an einen afghanischen Politiker interessierten sich lange Zeit auch Menschen, von denen Susanne Koelbl nichts ahnte: Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat monatelang die E-Mail-Korrespondenz der 42-jährigen SPIEGEL-Reporterin mit dem afghanischen Politiker überwacht und mitgeschnitten.

BND-Präsident Ernst Uhrlau, 61, informierte die Journalistin am Freitag über den Vorgang und bat um Entschuldigung. Uhrlau legte dabei offen, dass BND-Mitarbeiter E-Mails der Korrespondentin, die seit Jahren für den SPIEGEL aus den Krisen- und Kriegsgebieten am Hindukusch berichtet, in der Zeit vom 7. Juni bis zum 29. November 2006 mitgeschnitten habe.

Der Fall soll am Mittwoch in dem für die Überwachung der Geheimdienste verantwortlichen Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags zur Sprache kommen. Erst 2006 war aufgedeckt worden, dass der für die Auslandsaufklärung zuständige Nachrichtendienst jahrelang illegal Journalisten im Inland observiert und andere als Spitzel in der Medienbranche eingesetzt hatte.

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