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Brandenburg: Geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen niedergebrannt

Von September an sollten Flüchtlinge in einer Turnhalle im brandenburgischen Nauen unterkommen. In der Nacht ist die geplante Notunterkunft abgebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Erst hatten Demonstranten gegen die Aufnahme von Asylbewerbern im brandenburgischen Nauen protestiert. Dann störten Rechtsextreme eine Stadtverordnetenversammlung zu diesem Thema so sehr, dass die Sitzung abgebrochen werden musste. Nun hat eine geplante Notunterkunft für Flüchtlinge in der Kleinstadt westlich von Berlin gebrannt.

Als das Feuer entdeckt wurde, hatten sich die Flammen bereits auf das gesamte Gebäude ausgebreitet, wie die Polizei in Potsdam mitteilte. Die Feuerwehr habe sich deshalb dazu entschlossen, die Halle kontrolliert abbrennen zu lassen. Die Feuerwehr war gegen 2.30 Uhr alarmiert worden. Verletzt wurde nach ersten Angaben niemand.

Die Polizei geht nach den bisherigen Erkenntnissen von Brandstiftung aus. Ein technischer Defekt sei höchst unwahrscheinlich, hieß es. Spezialisten sollen die Ursache am Vormittag eingehender untersuchen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Sporthalle gehört zum Oberstufenzentrum mit beruflichem Gymnasium des Landeskreises Havelland. Der Landkreis hatte im Juli angekündigt, dass in der Halle vorrübergehend Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Vorgesehen war eine Nutzung von September bis Jahresende. Rund 100 Flüchtlinge sollten in den kommenden Tagen einziehen. Mit Inbetriebnahme neu errichteter Container-Unterkünfte in Schönwalde und Dallgow-Döberitz sollte die Sporthalle dann wieder ihrem eigentlich Zweck dienen.

Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) zeigte sich tief betroffen von dem Feuer in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft: "Wenn es Brandstifter sind, sind es für mich Verbrecher." Es gebe immer wieder rechtsextremistische Hetze in sozialen Netzwerken, sagte er. Nachdem zwei Täter nach mehreren Anschlägen auf Parteibüros der Linken und der SPD gefasst worden seien, sei es in den vergangenen Wochen aber eher ruhig gewesen.

In der Stadt gebe es aber auch Widerstand gegen Rechtsextremisten, betonte Fleischmann. In der vergangenen Woche hätten sich mehrere Verbände zusammengeschlossen, um gegen Fremdenfeindlichkeit vorzugehen.

Erst in der Nacht zum Montag hatte es in einer geplanten Asylunterkunft im baden-württembergischen Weissach im Tal gebrannt.

syd/heb/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 111 Beiträge
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1. es ist einfach nur
babubo 25.08.2015
traurig und wiederlich was momentan an allen Ecken passiert. sei es nun Nauen oder Weissach.
2. .
karend 25.08.2015
Und so brennt ein geplantes Flüchtlingsheim nach dem anderen. Hoffentlich werden alle Brandstifter gefasst und vor Gericht gebracht. Allerdings war die Polizei schon vor dieser Situation erheblich überfordert. Vielleicht hätte dieser dumpfe Irrsinn durch frühzeitige offene – und vor allem direkte – Ansprachen der Politiker an die Bürger vielleicht reduziert werden können.
3.
marthaimschnee 25.08.2015
Vergeigt! Anders kann man die Situation nicht mehr beschreiben. PEGIDA und die am rechten Rand mit Stammtischparolen wildernde CSU haben die Tür geöffnet, die übrige Politik hat zugesehen und sich ins Fäustchen gelacht, daß jemand die Menschen von den wirklichen Problemursachen ablenkt. Jetzt knallt es an jeder Ecke und die Empörung von Merkel und Gabriel - vorausgesetzt daß sie nicht eh nur eine schauspielerische Darbietung ist - kommt zu spät!
4. Ich will das nicht diskutieren.
alsterdorfkater 25.08.2015
Ich will das die Täter gefunden, gefasst und bestraft werden.
5. Rauchmelder werden überbewertet
doskey 25.08.2015
Hat jemand schon angesichts des höheren Gefährdungspotenzials daran gedacht, zukuenftige Objekte mit modernen Rauchmeldern und einer direkten Verbindung zur Feuerwehr auszustatten? Nein? Tolle Sache... bei dem beschriebenen Ereignis ist das nur grob fahrlässig, vor allen wenn man bereits gewarnt wurde! Leider zeigt sich hier wieder mal eine fehlende Praxistauglichkeit der Politiker.
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Quelle: Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl / Polizei / eigene Recherchen / dpa
Stand: 7. Januar 2016


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