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Neonazi-Aufmarsch in Dortmund: Linksextreme bewerfen Polizisten mit Steinen

Gewaltausbruch in Dortmund: Linksextremisten haben bei Protesten gegen einen Neonazi-Aufmarsch die Polizei angegriffen. Sie warfen Steine und Böller, die Beamten setzen sich mit Wasserwerfern und Schlagstöcken zur Wehr.

Dortmund: Gewaltausbruch bei der Gegendemo Fotos
DPA

Dortmund - Die Proteste gegen den Neonazi-Aufmarsch in Dortmund sind am Samstag eskaliert. Die Polizei spricht von Ausschreitungen, Linksextremisten hätten Beamte "massiv angegriffen". Polizisten seien mit Pfefferspray attackiert sowie mit Steinen und Böllern beworfen worden. Ein Beamter wurde den Angaben zufolge schwer verletzt.

"Die Gewaltexzesse gegen Polizeibeamte in Dortmund haben mit demokratischem Protest gegen Rechtsextremisten überhaupt nichts mehr zu tun", sagte Polizeipräsident Hans Schulze. Die Beamten gingen mit Schlagstöcken gegen die Angreifer vor, auch ein Wasserwerfer wurde eingesetzt. In der Nähe warteten zu dieser Zeit rund 550 Neonazis auf den Beginn ihrer Demonstration. Die Polizei versuchte, beide Lager auseinanderzuhalten, etwa 200 Personen wurden in Gewahrsam genommen.

"Die Demonstranten haben einen Bully der Polizei attackiert, danach wurde es kurzzeitig turbulent", berichtet ein SPIEGEL-ONLINE-Reporter, der vor Ort ist. Insgesamt habe die Polizei die Situation aber unter Kontrolle, ist sein Eindruck. "Die Beamten sind derart in der Überzahl, dass es kaum zu gefährlichen Situationen kommen kann." Gegen die 1500 Demonstranten stehe ein etwa dreimal so großes Polizeiaufgebot.

Neben dem Krawall gab es auch friedlichen Protest: Tausende Menschen protestierten gegen die Rechtsextremisten. Diese treffen sich alljährlich demonstrativ zum Antikriegstag der Linken in Dortmund. In Dortmund gibt es seit Jahren eine äußerst gewaltbereite Neonazi-Szene. 2009 hatten dort rechte Schläger eine Mai-Demonstration der Gewerkschaften überfallen.

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) hatte die Gegendemonstrationen am Vormittag gestartet. Er sagte, es sei unerträglich, dass Dortmund jedes Jahr von Neonazis heimgesucht werde.

cte/dpa/dapd

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