Zum Todestag von Rudolf Heß Neonazi-Aufmarsch in Berlin-Spandau abgesagt

Ein angemeldeter Aufmarsch von Rechtsextremen im Berliner Westen zum Gedenken an Rudolf Heß wurde abgesagt. Um den Gegendemonstrationen aus dem Weg zu gehen, versammeln sich die Neonazis nun in Friedrichshain.

Polizei begleitet abziehende Rechtsextreme
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Polizei begleitet abziehende Rechtsextreme


Angesichts einer großen Zahl von Gegendemonstranten ist ein geplanter Aufmarsch von Rechtsextremen in Berlin-Spandau am Samstag laut Polizei von den Veranstaltern abgesagt worden. Allerdings kündigten die Neonazis an, zu einer ebenfalls angemeldeten rechtsextremen Kundgebung im Stadtteil Friedrichshain im Osten der Stadt auszuweichen. Anlass der Aufmärsche ist der Todestag des einstigen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß.

Rund 2000 Menschen beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter an einer vom Berliner Bündnis gegen Rechts organisierten Gegenkundgebung im westlichen Bezirk Spandau. Zahlreiche Organisationen hatten dort zur Teilnahme an einem Demokratiefest aufgerufen. "Kein Platz für Nazis" stand auf Luftballons. Ältere Damen hielten Transparente hoch mit der Aufschrift "Omas gegen Rechts" oder "Spandau bleibt nazifrei".

Gegendemonstranten in Berlin-Spandau
MARKUS HEINE/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Gegendemonstranten in Berlin-Spandau

"Wir wollen zeigen, dass wir zu einer ehrlichen Erinnerungskultur stehen und die Verantwortung übernehmen, dass sich die Gräuel der Diktatur des Nationalsozialismus nicht wiederholen. Für eine solche demokratische Gesellschaft stehen wir ein", hieß es in dem Aufruf. Unterstützt wurde dieser auch von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller und von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (beide SPD) sowie von Grünen, Linkspartei, CDU und SPD, außerdem Kirchen und Gewerkschaften.

Daneben sollte es in unterschiedlichen Stadtteilen weitere Kundgebungen geben. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Heß war bis zu seinem Tod 1987 im Kriegsverbrechergefängnis der Alliierten in Berlin-Spandau inhaftiert.

Sitzblockade von Nazi-Gegnern
MARKUS HEINE/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Sitzblockade von Nazi-Gegnern

Die Rechtsextremisten hatten für ihre Kundgebung in Spandau rund 500 Teilnehmer angemeldet. Bislang sei die Situation ruhig, sagte eine Polizeisprecherin am Mittag. Rund 2300 Polizisten seien im Einsatz, um die beiden Lager voneinander fernzuhalten und Gewaltausbrüche zu verhindern.

Die Kundgebung in Friedrichshain sollte um 14 Uhr am Platz der Vereinten Nationen starten und zum S-Bahnhof Lichtenberg führen. Auch hier waren rund 500 Demonstranten angemeldet. Via Twitter berichten linke Initiativen von Sitzblockaden auf der angemeldeten Demonstrationsroute.

Vor einem Jahr waren zum 30. Todestag von Heß Hunderte Neonazis durch Spandau gezogen. Sie kamen jedoch nicht weit, weil sie durch Blockaden der zahlreichen Gegendemonstranten gestoppt wurden.

feb/AFP/dpa



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