Rechtsrock-Festival in Ostritz Polizei beschlagnahmt Kleidungsstücke mit Neonazi-Aufschrift

Banner, Transparente, T-Shirts: Beim Neonazi-Festival im sächsischen Ostritz geht die Polizei gegen verbotene Aufschriften und Symbole vor. Gegen die Träger werden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Polizei spricht mit Besuchern des Neonazi-Festivals
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Polizei spricht mit Besuchern des Neonazi-Festivals


Bis zu 1000 Neonazis feiern im sächsischen Ostritz das Fest "Schild und Schwert". Nun geht die Polizei gegen Teilnehmer der Veranstaltung vor. Die Beamten teilten mit, Kleidung, Transparente und Plakate mit verbotenen Aufschriften beschlagnahmt zu haben.

Es seien "unter anderem Ordner mit markanten T-Shirts festgestellt worden", erklärte die Polizei. Diese trügen die Aufschrift "Sicherheitsdienst Arische Bruderschaft" und zeigten zwei gekreuzte Stabhandgranaten.

Die Staatsanwaltschaft in Görlitz sehe den Straftatbestand des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erfüllt, erklärten die Beamten. Das dortige Amtsgericht habe einen richterlichen Beschluss "zur Beschlagnahme der T-Shirts und Plakate beziehungsweise Banner mit derartigen Aufdrucken" ausgestellt. Den Beschluss setzten Polizisten nun vor Ort um. Gegen die Träger der Shirts würden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Neben dem Neonazi-Festival gibt es in dem Ort ein Friedensfest unter der Schirmherrschaft von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der dieses am Freitag eröffnete. Dabei rief er zu Respekt, Toleranz und Mitmenschlichkeit auf.

Im Video: Neonazi-Treffen in Sachsen

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Die Lage vor Ort war seit Freitag weitgehend ruhig. "Der Abend verlief ohne größere Störungen, vereinzelt streiften Besucher aller Veranstaltungen durch die Straßen der Stadt", erklärte die Polizei am Samstagmorgen. Zwei Straftaten registrierten die Beamten demnach in der Nacht.

Ein 31-Jähriger habe den Hitlergruß gezeigt, woraufhin strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden seien. Zudem hätten offenbar zwei Anhänger des linken Spektrums bei Handgreiflichkeiten einen 35-Jährigen aus dem rechten Spektrum leicht verletzt. Auch dazu ermittle die Kriminalpolizei.

asc/AFP



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