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Neonazis: Mehr als 450 Haftbefehle gegen rechte Straftäter nicht vollstreckt

Hunderte Neonazis wurden im vergangenen Jahr per Haftbefehl gesucht - aber nicht verhaftet. Offenbar verschwinden immer mehr rechte Straftäter im Untergrund.

Neonazi in Niedersachsen (Archivfoto): Immer mehr Straftäter verschwinden im Untergrund Zur Großansicht
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Neonazi in Niedersachsen (Archivfoto): Immer mehr Straftäter verschwinden im Untergrund

In Deutschland sind 372 Menschen, die per Haftbefehl wegen rechtsmotivierter Straftaten gesucht werden, auf freiem Fuß. Das meldet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Montagsausgabe. Sie beruft sich dabei auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Irene Mihalic an die Bundesregierung.

Bis Mitte September 2015 sind demnach mehr als 450 Haftbefehle gegen 372 rechte Straftäter nicht vollstreckt worden. In manchen Fällen liegt mehr als ein Haftbefehl gegen eine Person vor. Die Gesuchten sind offenbar untergetaucht. Es geht dem Blatt zufolge um Delikte wie Raub, Beschaffungskriminalität, rechtsextreme Attacken, Diebstahl, Betrug, schwere Körperverletzung, Bankraub und Totschlag.

"Ich habe die große Sorge, dass Neonazis im Untergrund schwerste Verbrechen begehen, und wir es wieder nicht mitbekommen", sagte die Bundestagsabgeordnete Mihalic der Zeitung. Damit spielte sie auf die rechtsextreme Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) an, die jahrelang ungestört ihre Verbrechen begehen konnte.

Die Zahl der rechten Straftäter auf freiem Fuß steigt seit Jahren. 2012 waren es laut Bundesregierung rund 110 Neonazis, ein Jahr später 266, 2014 dann 268. Nun ist die Zahl noch einmal gestiegen - um 30 Prozent.

kbl

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