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Rechtsextreme: Neonazis und Hooligans kooperieren - und werden brutaler

Hooligans in Leipzig: 40 Prozent mehr Gewalttaten verglichen mit 2014 Zur Großansicht
AP/dpa

Hooligans in Leipzig: 40 Prozent mehr Gewalttaten verglichen mit 2014

Die Szene wird brutaler und größer: Deutsche Behörden zählen inzwischen 11.500 gewaltorientierte Rechtsextremisten. Neonazis und islamfeindliche Hooligans tun sich zunehmend zusammen.

Die rechtsextreme Szene ist offenbar zunehmend gewalttätig. Die Zahl der "gewaltorientierten Rechtsextremisten" stieg 2015 um mehr als tausend auf über 11.500. Das berichtet der Berliner "Tagesspiegel" unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Angesichts der weit verbreiteten Hasspropaganda gegen Flüchtlinge steige der Aggressionspegel, heißt es in dem Bericht. Auch die Kooperation mit gewaltbereiten, islamfeindlichen Hooligans wirke sich aus.

Von Januar bis November 2015 hatte die Polizei bundesweit 12.650 Delikte von Rechtsextremen festgestellt. Darunter waren 846 Gewalttaten - ein Anstieg um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen gehen auf monatliche Anfragen der Linken-Abgeordneten Petra Pau zurück. Sie werden aufgrund der zu erwartenden Nachmeldungen der Polizei noch steigen.

Insgesamt gebe es in Deutschland mehr als 22.000 Rechtsextreme, heißt es in dem Bericht. Mehrere rechtsextreme Organisationen und lose Vereinigungen hätten Zulauf. So sei die Neonazi-Partei Die Rechte um mehr als hundert auf über 600 Mitglieder gewachsen. Die zweite neuere Partei aus dem braunen Spektrum, Der III. Weg, legte demnach um ungefähr 50 Prozent auf rund 300 Mitglieder zu.

Experten warnen vor steigender Terrorgefahr

Sicherheitsexperten sehen die beiden Parteien als Auffangbecken für Neonazis im Falle eines Verbots der rechtsextremen NPD, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Sicherheitsexperten. Die NPD selbst habe ihren jahrelangen Mitgliederschwund stoppen können. 2014 und 2015 zählte sie 5200 Mitglieder. In den vier Jahren davor verlor die NPD 1400 Parteigänger.

Sorgen bereitet den Sicherheitsexperten dem Bericht zufolge auch, dass sich Teile der rechten Szene zunehmend in soziale Netzwerke begeben. Wegen der raschen Verabredung über Facebook und WhatsApp seien die "schwerer zu greifen". Die neuen Kanäle machten den Rechtsextremismus "aktionsfähiger", damit steige auch die Terrorgefahr.

Übergriffe in Deutschland 2015
Mehrere Vorkommnisse
Brandanschläge
Übergriffe auf Flüchtlinge
Weitere Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte
Quelle: Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl / Polizei / eigene Recherchen / dpa
Stand: 7. Januar 2016

cht/AFP

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insgesamt 84 Beiträge
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1. Fahrplan
Hoss_Cartwright 25.01.2016
Man hat den Eindruck, die gesamte gesellschaftliche Entwicklung folgt dem Fahrplan, den Friedman beim Thinktank Stratfor für Europa prognostiziert hat. Durch das weisungsgemäße Fluten Deutschlands mit Flüchtlingen aus dem arabischen Raum wird Deutschland destabilisiert und wir bekommen bürgerkriegsähnliche Zustände, die uns als Verhandlungspartner, Kriegs- und TTIP-Gegner kleinlaut werden lassen. Ein Konkurrent weniger für die USA auf diesem Planeten.
2. Warum
amidelis 25.01.2016
Stören uns Flüchtlinge aber Gewalttäter nicht ??
3. Was soll sich daran
Baal 25.01.2016
schon ändern wenn das Strafmaß für solche Menschen am Ende lautet: 6 Monate Jugendstrafe auf Bewährung und 10 Sozialstunden!
4.
bronstin 25.01.2016
" Rechte", d.h. rechtsextremistische oder ähnlich ideologisch gelagerte Mitbürger sind mir suspekt. Aber die hier kolportierten Zahlen sind ja nicht mal im Promillebereich. Viel schlimmer finde ich, dass zunehmend "Normalbürger" die auch bei Pegida & Co mitlaufen, nichts dagegen haben, dass jemand bei sog. Protesten ernsthaft verletzt wird oder zu Tode kommt. Es ist ein Unding, anderer Leute Haus anzuzünden oder das gutzufinden - egal ob man Ausländer/Flüchtlinge mag oder nicht. Ich vermisse bei sowas die Humanität, auch die von "besorgten Bürgern"...
5. Zum Artikel
Ottokar 25.01.2016
Warum ist das so, wer gibt diesen Gruppen den Nährboden ? Warum haben diese Gruppen soviel Zulauf. Sollte man den Augstein fragen der die AfD verteufelt ohne ohne Antworten zu dem warum zu geben?
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