Neonazis zur WM Polizeigewerkschaft befürchtet Notstand

Verbrüderung der Judenhasser: Neonazis wollen bei der Fußball-WM die Iraner unterstützen, da Präsident Ahmadinedschad ein erklärter Holocaust-Leugner ist. Die Polizeigewerkschaft fordert im SPIEGEL, Aufmärsche in Stadionnähe aus Sicherheitsgründen zu verbieten.


Hamburg – Auf einschlägigen Internetseiten rufen Rechtsextremisten zu einem Aufmarsch zum WM-Spiel Iran gegen Angola am 21. Juni in Leipzig auf. Dort wollen die Neonazis ihre Sympathie für den iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad demonstrieren, der den Holocaust als "Lüge" bezeichnet und Israel das Existenzrecht abspricht. Geplant ist außerdem eine Demonstration am 10. Juni in Gelsenkirchen.

Die Gewerkschaft der Polizei appellierte an die Gerichte, während der WM-Spiele keine Demonstrationen in Stadionnähe zu erlauben. "Die Polizei ist während der WM personell nicht in der Lage, solche Veranstaltungen zu sichern", sagte Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft, dem SPIEGEL. Sämtliche verfügbaren Kräfte seien bereits für andere Aufgaben verplant. Freiberg sprach von einem "polizeilichen Notstand".

Einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge ist die Zahl gewaltbereiter Neonazis und Rechtsextremisten im vergangenen Jahr gestiegen. Dies geht der Zeitung zufolge aus dem Verfassungsschutzbericht 2005 hervor, den Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Montag in Berlin vorstellen wird. Demnach registrierte das Bundesamt für Verfassungsschutz einen Anstieg der Zahl der Neonazis von 3800 im Jahr 2004 auf 4100 im vergangenen Jahr sowie der gewaltbereiten Rechtsextremisten von 10.000 auf 10.400.

Die Zahl der Rechtsextremen insgesamt sei dagegen leicht zurückgegangen - von 40.700 auf rund 39.000. Ursache hierfür sei der Mitgliederrückgang bei DVU und Republikanern. Die Skinhead-Musik dagegen boomt laut Zeitung weiter. So habe sich die Zahl der Skinhead-Konzerte um 40 Prozent auf 193 erhöht, in Deutschland gibt es danach mittlerweile 142 Skinhead-Bands (Vorjahr 106).

hen/dpa


© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.