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Netzattacke: Hacker knacken NPD-Server

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Die rechtsextreme NPD ist erneut von Hackern angegriffen worden. Große Mengen an Datensätzen gingen an Medien im In- und Ausland. Mehrere Dutzend Websites der Partei wurden lahmgelegt. Die NPD spricht von einem Überfall.

NPD-Bundesvorsitzender Voigt in Berlin: Im Visier der Hacker Zur Großansicht
DPA

NPD-Bundesvorsitzender Voigt in Berlin: Im Visier der Hacker

Berlin - Es ist nicht der erste Angriff auf die rechtsextreme NPD. Hackern ist es erneut gelungen, Websites der Partei lahmzulegen und in interne Datenbanken einzudringen. So wurden mehr als 100.000 E-Mails, insgesamt über drei Gigabyte internes Datenmaterial, SPIEGEL ONLINE und anderen Medien aus Deutschland, Österreich und Großbritannien zugespielt.

Die aktuellsten Daten stammen aus der vorigen Woche, die ältesten sind rund drei Monate alt. Nach Angaben der NPD sind seit Freitag auch 179 Internetseiten der Rechtsextremisten nicht erreichbar. Die Partei spricht von einem "Überfall" auf ihre "Weltnetzpräsens" und "Wahlkampfbehinderungen". Auf der Seite des Berliner Landesverbandes ist derzeit nur der Text "Hier entsteht die Domain nazi-leaks.de" zu lesen. Sämtlicher Inhalt ist verschwunden.

"Die Kriminellen brachen in einen Anbieterserver ein und stahlen 179 Weltnetzseiten der NPD", heißt es auf der Homepage der Partei. Der Angriff sei einen Tag vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus erfolgt, heißt es bei der NPD. "Die Schadensbehebung wird eine Zeitlang in Anspruch nehmen", erklärte der IT-Fachmann der NPD. Die Dimension des Verbrechens sei so enorm, dass man eine große organisierte Bande als Drahtzieher vermute, meldet die Partei auf ihrer Homepage.

Insgesamt handelt es sich nach einer ersten Durchsicht von SPIEGEL ONLINE um mehr als drei Gigabyte interne Daten, die aus mehr 100.000 E-Mails bestehen. Mit der neuerlichen Datenpanne zeigt sich einmal mehr: Die Neonazis haben massive Probleme mit der eigenen Kommunikationsstruktur. Als SPIEGEL ONLINE und andere Medien im Februar dieses Jahres über Zehntausende interner Schriftsätze der Partei berichteten, kam der Begriff "Nazi-Leaks" auf. Bereits drei Jahre zuvor waren dem SPIEGEL Tausende Dokumente der NPD zugespielt worden. Neu ist allerdings, dass sich die Angriffe in letzter Zeit häufen.

In Hackerkreisen haben die NPD und andere rechtsgerichtete Organisationen den Ruf, ihre Web-Auftritte schlecht abzusichern. Aktivisten haben es sich zum Sport gemacht, die Websites rechter Parteien zu hacken - offenkundig mit Erfolg.

Die erste Durchsicht des neuen Mailverkehrs zeigt, dass erneut vor allem die NPD-Landesverbände Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg betroffen sind. Ebenso wie im Februar. Damals gab eine Auswertung der Daten Aufschluss über Finanzgebaren, Unstimmigkeiten und Probleme in der Partei.

Schaut man sich die Daten an, so handelt sich mit ziemlicher Sicherheit um denselben Mailserver, von dem bereits der elektronische Schriftverkehr vom Frühjahr stammen. Das jüngste Leck betrifft diverse Landes-, Kreis- und Ortsverbände sowie ein paar Stadtratsfraktionen der NPD. Wie zuvor schon im Februar sind die Landesverbände von Mecklenburg und Hamburg auch diesmal nicht betroffen.

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insgesamt 176 Beiträge
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1. Ohhhhh....
Fuzzy Barnes 18.09.2011
Es gibt so bestimmte Dinge, die machen mich echt betroffen... Das hier gehört bestimmt nicht dazu :)
2. Landesverband Mecklenburg?
Europas 18.09.2011
Ich kenne die interne Struktur der NPD nicht (und bin daran eigentlich auch nicht sonderlich interessiert), aber gibt es dort wirklich einen "Landesverband Mecklenburg"?
3. -
Zwergnase, 18.09.2011
Für US-Strategen sind Hacker-Angriffe ein Kriegsgrund. Bin auf die Reaktion der NPD-Warmduscher gespannt.
4. na ja,
blaumupi 18.09.2011
... kriminelle Taten darf man natürlich nicht verharmlosen und sollte sie auch als solche benennen, egal wen es trifft. Aber, sorry, bei der Bande mag sich kein wirkliches Mitleid entwickeln!!!
5. straftat
kimba2010 18.09.2011
Diejenigen, die jetzt hier über die Tat klammheimliche Freude empfinden, sollten sich mal überlegen, ob sie genauso denken würden, wenn es die Homepage von Grünen, Linken oder CDU erwischt hätte. "Hacken" ist eine Straftat, die man nicht verniedlichen oder als "heldenhaften Widerstand" hinstellen sollte.
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