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Ungeklärter Todesfall: Ermittler finden DNA eines Unbekannten auf Barschels Kleidung

Neue Spur im Fall Uwe Barschel: Fast 25 Jahre nach dem mysteriösen Tod des CDU-Politikers hat das Kieler Landeskriminalamt auf Barschels Kleidung den genetischen Fingerabdruck eines Unbekannten entdeckt. Werden die Ermittlungen nun wieder aufgenommen?

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dapd

Barschel im September 1987: Neue Spuren gefunden

Kiel/Hamburg - In den beinahe 25 Jahre alten Todesfall Uwe Barschel (CDU) kommt wieder Bewegung. Fahnder des LKA in Kiel haben auf Kleidungsstücken des ehemaligen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein den genetischen Fingerabdruck eines Unbekannten entdeckt. Dies sagte der frühere schleswig-holsteinische CDU-Landtagsabgeordnete Werner Kalinka - er hatte die Untersuchung angeregt - am Samstag den Nachrichtenagenturen dpa und dapd und bestätigte damit einen Bericht der "Welt am Sonntag".

LKA-Spezialisten hätten auf Socken, Krawatte und der Strickjacke, die Barschel in der Nacht seines Todes im Genfer Hotel Beau Rivage trug, Rückstände sichergestellt, so CDU-Mann Kalinka. Laut "Welt am Sonntag" ist das genetische Material des Unbekannten noch gut genug erhalten, um es mit möglichen Verdächtigen vergleichen zu können. Der neue DNA-Fund stützt die Theorie, dass Barschel zum Zeitpunkt seines Todes nicht wie bisher angenommen allein in seinem Hotelzimmer war.

Kalinka sagte der Zeitung, durch die Funde habe sich der Verdacht erhärtet, dass Barschel ermordet worden sei. Er forderte die Staatsanwaltschaft Lübeck auf, die bereits 1998 eingestellten Ermittlungen wieder aufzunehmen. In den vergangenen Jahrzehnten sei die Arbeit der Staatsanwaltschaft Lübeck "alles andere als ruhmvoll" gewesen. "Es drängt sich geradezu die Frage auf, ob an bestimmten Ermittlungen kein oder nur wenig Interesse besteht." Kalinka hat zum Fall Barschel mehrere Bücher und Artikel verfasst.

Die Staatsanwaltschaft in Lübeck hatte 1998 in ihrem Abschlussbericht erklärt, es gebe derzeit keine Perspektive für weitere Untersuchungen, könne aber jederzeit wieder ermitteln. Die Anklagebehörde war nach den neuen Berichten zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Barschel war am 11. Oktober 1987 nach seinem durch einen politischen Skandal erzwungenen Rücktritt in dem Genfer Hotel tot in der Badewanne von Zimmer 317 gefunden worden. Ob es Mord oder Selbstmord war, konnte bis heute nicht geklärt werden.

Zahlreiche Beweisstücke, die 1987 von den Ermittlern am Fundort der Leiche Barschels sichergestellt und kriminaltechnisch untersucht worden waren, lagerten bis 1995 in der Schweiz. Danach wurden die Gegenstände der Staatsanwaltschaft in Lübeck übergeben. Im Zuge der neuen Begutachtung wurde 2011 öffentlich, dass ein auf dem Hotelbett Barschels sichergestelltes Haar aus der Lübecker Asservatenkammer verschwunden war und somit nicht mehr untersucht werden konnte.

anr/dpa/dapd

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