Neue Umfrage: Merkels Sympathiewerte rutschen ab

Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Regierung schlägt sich jetzt auch auf die Popularität von Angela Merkel nieder: Laut ARD-"Deutschlandtrend" hat die Zustimmung für die Kanzlerin deutlich abgenommen. Nur Verteidigungsminister Guttenberg verliert noch mehr.

Angela Merkel: Für die Kanzlerin und ihre Koalition gibt es in Umfragen schlechte Noten Zur Großansicht
dpa

Angela Merkel: Für die Kanzlerin und ihre Koalition gibt es in Umfragen schlechte Noten

Berlin - Es sind unerfreuliche Daten für die schwarz-gelbe Koalition: Die Regierung sinkt immer weiter in der Wählergunst - und auch für Angela Merkel weist die Beliebtheitskurve jetzt deutlich nach unten. Im "Deutschlandtrend" der ARD ist die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin im Vergleich zum Vormonat um sieben Punkte auf 55 Prozent abgerutscht.

Der wegen der Kunduz-Affäre in die Kritik geratene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) büßt in der Umfrage von Infratest dimap sogar 14 Punkte ein und kommt jetzt ebenfalls auf 55 Prozent.

Vom Umfragetief Merkels und Guttenbergs profitiert Arbeitsministerin Ursula von der Leyen: Die CDU-Politikerin, die zuletzt eine Lösung im Konflikt um die Beibehaltung der Jobcenter präsentierte, verlor zwar ebenfalls zwei Punkte, führt jetzt aber mit 56 Prozent die Liste der beliebtesten Parteipolitiker an.

Schlechtester Wert für Schwarz-Gelb seit Oktober 2006

Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) büßt gegenüber dem Vormonat erneut zwei Punkte ein und belegt mit einer Zustimmung von 23 Prozent den letzten Platz unter den abgefragten Spitzenpolitikern. Den höchsten Zugewinn erzielt mit zehn Punkten Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Er kommt auf eine Zustimmung von 34 Prozent, wie die Umfrage unter 1000 Wahlberechtigten ergab. Beliebter als alle Parteipolitiker ist unverändert Bundespräsident Horst Köhler, mit dessen Arbeit 73 Prozent der Bundesbürger zufrieden sind.

Schlechte Noten gibt es auch für die Bundesregierung insgesamt: Drei Viertel der Deutschen (76 Prozent) sind mit der Arbeit von Schwarz- Gelb nicht zufrieden. 48 Prozent der Befragten sagten, sie seien "weniger zufrieden", 28 Prozent waren "gar nicht zufrieden".

Die SPD legt weiter zu

In der Sonntagsfrage kann die SPD mit plus drei Punkten auf 28 Prozent den Abstand zur CDU mit 35 Prozent (minus 1 Punkt) weiter verringern. Das schwarz-gelbe Lager aus Union und FDP kommt auf den schlechtesten Wert seit Oktober 2006. Neben der CDU verliert auch die FDP zwei Punkte auf acht Prozent. Mit insgesamt 43 Prozent liegt Schwarz-Gelb deutlich hinter dem Oppositionslager von SPD (28 Prozent), Linke (10/minus 1) und Grünen (14/unverändert), das auf 52 Prozent kommt.

Auch die Signale aus der Koalition, wegen der leeren Kassen erst 2012 mit einer Steuerreform zu starten, betrachtet die große Mehrheit der Befragten skeptisch. Für den Fall, dass es im übernächsten Jahr noch finanziellen Spielraum geben sollte, wünschen nur zwölf Prozent der Deutschen Steuersenkungen. Knapp zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) meinen dagegen, für diesen Fall sollten mit dem Geld Schulden abgebaut werden. 23 Prozent plädieren dafür, mit dem Geld wichtige staatliche Aufgaben zu erfüllen.

Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap am Montag und Dienstag dieser Woche 1500 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt.

hen/dpa/AFP

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insgesamt 116 Beiträge
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1. Kanzlerin
Stefanie Bach 31.03.2010
Zitat von sysopDie Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Regierung schlägt sich jetzt auch auf die Popularität von Angela Merkel nieder: Laut ARD-"Deutschlandtrend" hat die Zustimmung für die Kanzlerin deutlich abgenommen. Nur Verteidigungsminister Guttenberg verliert noch mehr. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,686796,00.html
Lohnt es sich über Guttenberg zu sprechen? Ist er nicht vornehmlich ein Medienprodukt ohne eigene politische Agenda? Die Kanzlerin enttäuscht. In der Innenpolitik wird die soziale Marktwirtschaft von ihr nicht wiederhergestellt, der FDP werden keine klaren Grenzen gezogen, den Banken wird der Vorzug vor der Realwirtschaft gegeben. In der Außenpolitik und der Europapolitik bleibt ihr Bild diffus und halbherzig. Die Kanzlerin hat Potential. Ich denke an ihre Rede vor dem US-Kongress. Dort hat sie geschichtliche Ereignisse eingeordnet und wichtige Grundsätze klar ausgesprochen. Kanzlerin entfesselt Begeisterung - und kleinmütige Mäkelei (http://www.plantor.de/2009/kanzlerin-entfesselt-begeisterung-und-kleinmuetige-maekelei/)
2. Rätselhaft
robocop 31.03.2010
Zitat von sysopDie Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Regierung schlägt sich jetzt auch auf die Popularität von Angela Merkel nieder: Laut ARD-"Deutschlandtrend" hat die Zustimmung für die Kanzlerin deutlich abgenommen. Nur Verteidigungsminister Guttenberg verliert noch mehr. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,686796,00.html
Ehrlich gesagt, mir ist ein Rätsel, wie die Zustimmung zur "Arbeit" dieser "Politiker" überhaupt signifikant größer als Null sein kann. Woher kommen über 70% für diesen Bundespräsidentendarsteller Köhler? Oder 55% für Merkel? Muss ich alles nicht verstehen.
3. obwohl
air plane 31.03.2010
Zitat von sysopDie Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Regierung schlägt sich jetzt auch auf die Popularität von Angela Merkel nieder: Laut ARD-"Deutschlandtrend" hat die Zustimmung für die Kanzlerin deutlich abgenommen. Nur Verteidigungsminister Guttenberg verliert noch mehr. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,686796,00.html
dabei waren ihre letzten aktionen ja nicht von schlechten eltern, erst den griechen und dann den türken die stirn bieten: respekt.
4. KREATIVE für Angela - weil sie vom Exodus her denkt und handelt
Rüdiger_Kalupner 01.04.2010
In einer Systemkrise wie die, in der wir uns befinden, kann ein Spitzenpolitiker nur dann erfolgreich bestehen, wenn er vom Exodus aus dem Ancien régime und vom evolutionsprozess-logischen Übergang in die folgende Systemordnung her handelt. Nach meinen Informationen (= u.a. SPIEGEL-Interview mit Kurt Biedenkopf v. 27.7.2009 'In der Wachstumsfalle' und BILD-Beitraf v. Angela Merkel über Ludwig Erhard v. 22.5.2009) und der Analyse dieser Andeutungen (= CHARTA-für nachhaltiges Wirtschaften - auf G20-Ebene installiert) ist sie die einzige, die die Epochenwechseldimension der globalen Lage zur Grundlage ihrer Politik gemacht hat. Sie ist deshalb bislang die einzige, die große Chance hat, den Übergang in die folgende Weltordnung des KREATIVEN (= machtsystemfreie Gesellschaft allseits sich entwickelnder Menschen) zu gestalten und damit zu überstehen. Alle anderen Politiker und Parteien werden es schwer haben, die kommenden beiden Jahre zu überstehen. Deshalb sind etliche KREATIVE aus Erlangen auch für Angela Merkel. Was bedeuten schon Umfragewerte in Zeiten einer Systemkrise.
5. Schamlos.
Fleckensalz 01.04.2010
Zitat von sysopDie Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Regierung schlägt sich jetzt auch auf die Popularität von Angela Merkel nieder: Laut ARD-"Deutschlandtrend" hat die Zustimmung für die Kanzlerin deutlich abgenommen. Nur Verteidigungsminister Guttenberg verliert noch mehr. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,686796,00.html
Wen wunderts ?? Nach der "Pseudo-Bankenabgabe" ist vielen klar geworden.... die wirkliche "Politik" wird in Deutschland vom Kapital bestimmt und gestaltet. Das Kasperletheater in Berlin ist austauschbar. Die Kapitulation der "Berliner Elite" vor den Banken und den Konzernen hat eine nie dagewesene Schamlosigkeit an den Tag gebracht. Die politischen Rattenfänger werden das zu nutzen wissen.... und der deutsche Michel schläft...
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