Neue Umfragen: Hoffnungsschimmer für die FDP

Grund zur Hoffnung für die Liberalen: In neuen Umfragen zur Niedersachsen-Wahl kommt die FDP auf fünf Prozent und könnte damit ins Parlament einziehen. SPD und Grüne liegen zusammen knapp vor der Regierungskoalition aus CDU und FDP.

McAllister: Der Ministerpräsident braucht die FDP als Koalitionspartner Zur Großansicht
dapd

McAllister: Der Ministerpräsident braucht die FDP als Koalitionspartner

Berlin/Hannover - Bei der Landtagswahl in Niedersachsen bahnt sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Rot-Grün und der Regierungskoalition aus Union und FDP an. Nach den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des ZDF-Politbarometers sowie einer ARD-Vorwahlumfrage liegen SPD und Grüne (46 Prozent) zwei Punkte vor Schwarz-Gelb (44 Prozent). Die Liberalen sind demnach anders als in früheren Umfragen mit fünf Prozent doch im Landtag in Hannover vertreten.

In der ARD-Vorwahlumfrage rangiert die CDU bei 40 Prozent, die Werte für die übrigen Parteien gleichen denen in der ZDF-Umfrage.

Nach dem Politbarometer steht die CDU mit Ministerpräsident David McAllister unverändert bei 39 Prozent. Die SPD legt mit ihrem Spitzenkandidaten Stephan Weil in der repräsentativen Umfrage um einen Punkt auf 33 Prozent zu. Die Grünen stehen unverändert bei 13 Prozent. Die Linke und die Piraten wären mit je 3 Prozent nicht im nächsten niedersächsischen Landtag vertreten.

Eine Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts GMS, die ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht wurde, sieht die CDU sogar bei 41 Prozent. Die FDP erzielt dort ebenfalls fünf Prozent. Beide Lager wären diesen Zahlen zufolge gleich auf.

Rösler sagte am Abend bei einer FDP-Wahlkampfveranstaltung in Bissendorf bei Osnabrück, er kämpfe in seiner Heimat Niedersachsen für die erneute Regierungsbeteiligung. Ein schwarz-gelber Sieg wäre Rückenwind für die Wahlen im Bund und in Bayern im Herbst.

FDP-Spitzenkandidat Stefan Birkner jubelte über die neuen Zahlen: "Die Aufholjagd der FDP hat begonnen", sagte er. Die Landtagswahl am 20. Januar gilt als entscheidend für die politische Zukunft von Rösler. Fliegt die FDP in Niedersachsen aus dem Parlament, wird sein Rücktritt als Bundesvorsitzender erwartet.

Die SPD fühlt sich hingegen weiterhin bestätigt in der Auffassung, dass die Niedersachsen eine Fortführung der schwarz-gelben Landesregierung nicht mehr wollen. Weil sagte im ZDF, er habe "ein wirklich gutes Gefühl".

Der SPD-Spitzenkandidat liegt laut dem "Politbarometer" mit seinen persönlichen Popularitätswerten aber weiter deutlich hinter McAllister: 48 Prozent der Wähler wollen den Amtsinhaber als Ministerpräsidenten behalten, für Weil würden sich direkt 33 Prozent entscheiden.

kha/als/dapd/dpa

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insgesamt 64 Beiträge
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1. Warum?
dig 10.01.2013
Warum müssen wir noch wählen gehen? Das Ergebnis steht doch schon fest!
2. Niedersachsen
freigeist1964 10.01.2013
Zitat von digWarum müssen wir noch wählen gehen? Das Ergebnis steht doch schon fest!
Nein, das Ergebnis steht nicht fest! Wer nicht wählt, darf und kann sich hinterher nicht beschweren, dass vielleicht eine Partei gewonnen hat, mit dessen Zielen man sich nicht identifiziern kann. Deswegen GEHT WÄHLEN und verzichtet nicht auf dieses grossartige RECHTpolitisch Einfluss zu nehmen!
3. ...
suwarin 10.01.2013
Zitat von digWarum müssen wir noch wählen gehen? Das Ergebnis steht doch schon fest!
Dann klären Sie bitte mich unwissenden Narren auf.
4.
dig 10.01.2013
Zitat von suwarinDann klären Sie bitte mich unwissenden Narren auf.
Das steht doch im Artikel: In einer neuen Umfrage zur Niedersachsen-Wahl liegen SPD und Grüne zusammen knapp vor der Regierungskoalition aus CDU und FDP. Die Liberalen schaffen offenbar knapp den Sprung ins Parlament in Hannover.
5.
dig 10.01.2013
Zitat von freigeist1964Nein, das Ergebnis steht nicht fest! Wer nicht wählt, darf und kann sich hinterher nicht beschweren, dass vielleicht eine Partei gewonnen hat, mit dessen Zielen man sich nicht identifiziern kann. Deswegen GEHT WÄHLEN und verzichtet nicht auf dieses grossartige RECHTpolitisch Einfluss zu nehmen!
Aber das steht doch im Artikel: In einer neuen Umfrage zur Niedersachsen-Wahl liegen SPD und Grüne zusammen knapp vor der Regierungskoalition aus CDU und FDP. Die Liberalen schaffen offenbar knapp den Sprung ins Parlament in Hannover.
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David McAllister: Merkels Hoffnung in Niedersachsen


Das Wahljahr 2013
20. Januar: Landtagswahl in Niedersachsen
Die Niedersachsen haben entschieden - allerdings sehr knapp. Ein hauchdünner Vorsprung von einem Mandat für eine rot-grüne Koalition ermöglicht es dem SPD-Herausforderer Stephan Weil, den erst seit 2010 amtierenden David McAllister (CDU) als Regierungschef abzulösen. Nach dem anstehenden Machtwechsel zu Rot-Grün wird Schwarz-Gelb nur noch über 15 der 69 Stimmen im Bundesrat verfügen. Die schwächelnde FDP erreichte mit 9,9 Prozent der Stimmen ein sehr starkes Ergebnis - profitierte dabei aber von vielen strategisch wählenden CDU-Anhängern. Dennoch: Durch den Erfolg bleibt Philipp Rösler vorerst Parteichef, Fraktionschef Rainer Brüderle übernimmt lediglich die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl.
September: Landtagswahl in Bayern
Die CSU hofft erneut auf eine absolute Mehrheit, die sie 2008 spektakulär verloren hat. Unter Ministerpräsident Horst Seehofer ging sie eine Koalition mit der FDP ein. Eine Neuauflage ist fraglich, weil die Liberalen laut Umfragen an der Fünfprozenthürde scheitern könnten. Die Sozialdemokraten blicken auf ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis zurück. Die Grünen verbesserten sich damals leicht, die Freien Wähler waren erstmals erfolgreich.
September: Bundestagswahl
Die Unionsparteien setzen auf die populäre CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihr Herausforderer ist der frühere SPD-Finanzminister Peer Steinbrück, der Rot-Grün anstrebt. 2009 hatte die Union der SPD die schlimmste Niederlage ihrer Nachkriegsgeschichte beigebracht. Der Fortbestand von Merkels schwarz-gelber Koalition ist ungewiss, weil der FDP nach ihrem großen Erfolg von 2009 das parlamentarische Aus droht.
September: Landtagswahl in Hessen
In Hessen wird der neue Landtag zusammen mit dem Bundestag gewählt. Volker Bouffier führt die CDU erstmals als Ministerpräsident in den Wahlkampf. Sein langjähriger Vorgänger Roland Koch hatte sich 2009 behauptet. Die SPD sieht sich nach ihrer verheerenden Niederlage damals wieder im Aufwind. Die FDP, mit der Bouffier regiert, kam 2009 auf ihr bestes Ergebnis seit den fünfziger Jahren, muss jetzt aber die Fünfprozentklausel fürchten.