Neue Vorwürfe BND soll Russland im Kaukasuskrieg geholfen haben

Der Bundesnachrichtendienst (BND) und der russische Geheimdienst FSB arbeiten offenbar schon lange gut zusammen. In Tschetschenien können die Russen angeblich stets auf Informationen der deutschen Spionagefreunde zählen.


Berlin - Das WDR-Magazin "Monitor" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf den früheren Chef der KGB-Nachfolgeorganisation FSB, Nikolaj Kowaljow, auf Grund eines Abkommens würden "regelmäßig Informationen ausgetauscht".

BND-Zentrale in Pullach
DPA

BND-Zentrale in Pullach

Laut "Monitor" erklärte Kowaljow, dass der BND bereits während des ersten Tschetschenien-Krieges Mitte der neunziger Jahre intensiv mit dem FSB zusammengearbeitet habe. Es sei ein "aktiver Informationsaustausch" gewesen, und man habe "stets eine gemeinsame Sprache gefunden".

Das Magazin berichtete, dass der BND unter anderem Aufklärungsergebnisse seiner Abhörstation im Pamir-Gebirge an den russischen Geheimdienst liefere. Der BND beobachte von dort vor allem Ausbildungslager islamischer Soldaten, die im Tschetschenien-Krieg kämpften. Außerdem könnten mit der Abhörstation im Drei-Länder-Eck China, Pakistan, Afghanistan tschetschenische Militäroperationen im 2500 Kilometer entfernten Kaukasus beobachtet werden. Der BND habe außerdem Informationen über Flüchtlingslager in Inguschien und Georgien an den FSB weiter gegeben.

Die Abhörstation im Pamir-Gebirge soll der BND gemeinsam mit dem chinesischen Geheimdienst betreiben. Der Stützpunkt sei mit 26 Millionen Mark aus dem Bundeshaushalt finanziert und 1985 eingeweiht worden. Dazu hieß es beim BND in Pullach lediglich: "Es muss nicht alles zutreffen, was in einem Bericht steht."



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.