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Neuer Geheimdienstkoordinator: Verfassungsschützer Heiß wechselt ins Kanzleramt

Er beaufsichtigt künftig den Bundesnachrichtendienst: Günter Heiß, bislang oberster Verfassungsschützer in Niedersachsen, wird Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt. Einflussreiche Minister kennt er bereits. Einst unterrichtete er Arbeitsministerin von der Leyen am Klavier.

Günter Heiß, vormals oberster Verfassungsschützer von Niedersachsen: Wechsel nach Berlin Zur Großansicht
dpa

Günter Heiß, vormals oberster Verfassungsschützer von Niedersachsen: Wechsel nach Berlin

Hannover - "Das ist eine große Herausforderung. Ich bin gespannt auf die neue Aufgabe." Mit diesen Worten kommentierte Günter Heiß seine Berufung als Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt. Zuvor war der 57-Jährige Präsident des niedersächsischen Verfassungsschutzes.

Heiß, der in Burgwedel in der Region Hannover wohnt, studierte zunächst Musik und war Klavierlehrer. Zu seinen Schülern gehörte einst auch Ursula von der Leyen, die neue Bundesarbeitsministerin. Anschließend studierte er Jura und wurde Verwaltungsrichter. Seit knapp drei Jahren leitet der Christdemokrat den niedersächsischen Verfassungsschutz. Er setzte sich für eine Öffnung der abgeschotteten Behörde ein. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) lobt die Arbeit seines obersten Verfassungsschützers: "Er war eine große Vertrauensperson für mich. Er hat in einer relativ kurzen Zeit viel bewegt."

Heiß stärkte die politische Bildung mit Veranstaltungen über den Rechts- und Linksextremismus. Vor allem wegen geplanter Immobiliengeschäfte von Rechtsextremisten in Niedersachsen waren die Einschätzungen des Behördenchefs gefragt. Ein erneutes NPD-Verbotsverfahren lehnt er ab.

Zuletzt war Heiß, der verheiratet ist und zwei Töchter hat, auch mit einer peinlichen Panne in die Schlagzeilen gekommen. Er hatte bei einem CDU-Empfang seinen Aktenkoffer in einer Ecke stehen lassen und Polizeialarm ausgelöst. Sprengstoff-Experten und ein Spürhund rückten an. "Das war eine Eselei, die wird mir nicht noch mal passieren", hatte Heiß damals gesagt. Geheime Informationen seien aber nicht im Koffer gewesen, beteuerte er.

Nun wird Heiß mit der Abteilung 6 im Kanzleramt die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes (BND), des Verfassungsschutzes und des Militärischen Abschirmdienstes koordinieren. Er folgt Klaus-Dieter Fritsche, der als Staatssekretär ins Bundesinnenministerium wechselt. Zu seinen Vorgängern gehört auch Ernst Uhrlau, der später Präsident des BND wurde.

kgp/dpa

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