Neuer Job CSU-Politiker wollen Stoiber als Bundespräsident

Neue Karriereaussichten für Edmund Stoiber: Mehrere CSU-Politiker haben den scheidenden bayerischen Ministerpräsidenten als möglichen Nachfolger für Bundespräsident Horst Köhler ins Gespräch gebracht. Stoiber sei als "Anwalt des kleinen Mannes" genau der Richtige für den Posten.


Hamburg - "Für den Fall, dass Horst Köhler für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung steht, wäre Edmund Stoiber ein hervorragender Nachfolger", sagte die bayerische Sozialministerin Christa Stewens (CSU) der "Bild"-Zeitung. Stoiber verfüge über große bundespolitische Erfahrung, kenne sehr genau die Verhältnisse in den neuen Bundesländern und habe sozialpolitisches Fingerspitzengefühl. Er wäre vor allem "ein Bundespräsident der einfachen Leute", sagte Stewens.

Bayerns Ministerpräsident Stoiber mit Ehefrau Karin bei einem Besuch der Halbinsel Krim: "Er ist ein Mann der Jugend"
DPA

Bayerns Ministerpräsident Stoiber mit Ehefrau Karin bei einem Besuch der Halbinsel Krim: "Er ist ein Mann der Jugend"

Auch der CSU-Landtagsabgeordnete Bernd Weiß sprach sich in der Zeitung für Stoiber als möglichen Nachfolger Köhlers aus: "Stoiber als Anwalt des kleinen Mannes wäre ein echter Volkspräsident. Und er ist ein Mann der Jugend." Kaum ein anderer deutscher Politiker sorge sich so wie Stoiber um die Zukunft nachfolgender Generationen.

Obwohl die Amtszeit des amtierenden Bundespräsidenten Horst Köhler erst 2009 ausläuft, ist in den vergangenen Tagen eine lebhafte Diskussion um einen möglichen Nachfolger entstanden. In Teilen der Union wurde eine weitere Amtszeit Köhlers schon in den vergangenen Tagen in Frage gestellt. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Hinsken (CSU), sagte der "Bild": "Ob Köhler sein eigener Nachfolger wird, steht noch nicht fest. Die Entscheidung muss wohlüberlegt sein." Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte sich zuletzt für eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Horst Köhler ausgesprochen.

In der SPD wurden Stimmen laut, die einen eigenen Kandidaten der Partei forderten. Unter anderem ist die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan im Gespräch, die schon gegen Köhler angetreten war. Köhler selbst hat bislang offen gelassen, ob er für eine zweite Amtszeit zur Verfügung steht. Seine Entscheidung werde etwa ein Jahr vor Ende der Amtszeit fallen, hatte das Staatsoberhaupt erklärt, also Mitte 2008.

ase/AP/ddp



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