Neuer Präsident : Gerhard Schindler rückt an die Spitze des BND

Gerhard Schindler wird neuer Chef des Bundesnachrichtendienstes. Der Terrorexperte tritt zum Jahreswechsel die Nachfolge von Ernst Uhrlau an, der in den Ruhestand geht. Derzeit arbeitet Schindler noch im Bundesinnenministerium.

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dapd

Gerhard Schindler: derzeit noch Terrorexperte des Bundesinnenministeriums

Berlin - Nach längerer Diskussion steht der neue Chef des Bundesnachrichtendienstes endlich fest: Neuer Mann an der Spitze wird zum 1. Januar 2012 der Terrorexperte des Bundesinnenministeriums Gerhard Schindler. Das beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin. Der FDP-Mann war schon geraume Zeit als möglicher Kandidat im Gespräch. Er tritt die Nachfolger von Ernst Uhrlau an, der in den Ruhestand geht.

Derzeit leitet Schindler die Abteilung Öffentliche Sicherheit im Bundesinnenministerium und beaufsichtigt unter anderem das Bundesamt für Verfassungsschutz. Zuletzt hatte er wesentlichen Anteil an der Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze. Diese ermöglichen Sicherheitsexperten den Zugriff auf Bank- und Flugdaten von Terrorverdächtigen.

Schindler gilt als Fachmann für kriminelle und terroristische Netzwerke. Laut Informationen der Nachrichtenagentur dapd hat der 59-jährige Jurist schon lange eng mit dem deutschen Auslandsgeheimdienst, dem BND, und dem Inlandsgeheimdienst zusammengearbeitet. Er habe auch gute Kontakte zu ausländischen Diensten, hieß es aus Regierungskreisen.

Der BND sammelt für die Bundesregierung und andere Bundesorgane politische, wirtschaftliche und andere wichtige Erkenntnisse aus dem Ausland. Schindler wird der elfte Präsident des Geheimdienstes. Sein Vorgänger Uhrlau war in seiner sechsjährigen Amtszeit wegen verschiedener Affären in die Schlagzeilen geraten und musste mehrmals um seinen Job bangen.

Als einer der schwersten Fehler Uhrlaus gilt die jahrelange umfangreiche Bespitzelung kritischer Journalisten. So war im Jahr 2006 bekannt geworden, dass der BND den E-Mail-Verkehr der "Spiegel"-Redakteurin Susanne Koelbl mit dem afghanischen Handelsminister Amin Farhang ausgespäht hatte.

irb/dapd/dpa

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