Hamburg - Adolf Hitler war womöglich in den Alleinflug seines Stellvertreters Rudolf Heß nach Großbritannien vor 70 Jahren eingeweiht. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus einem bislang unbekannten Dokument hervor. Den Bericht hat ein deutscher Historiker im Staatsarchiv der Russischen Föderation in Moskau entdeckt.
Die Mission vom 10. Mai 1941 sei Teil von länger währenden Verhandlungen gewesen, die Berlin damals mit London geführt habe, schrieb Karl-Heinz Pintsch, der damalige Adjutant von Heß, in einer 28-seitigen, handschriftlichen Aussage.
Pintsch verfasste den Bericht 1948 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Nach dieser Version ist Heß' Reise in "Übereinkunft mit den Engländern erfolgt". Der prominente Nazi habe dabei die Aufgabe gehabt, "mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln, wenn schon nicht ein Militärbündnis Deutschlands mit England gegen Russland, so doch wenigstens eine Neutralisierung Englands zu erreichen". Unter Historikern bestehen starke Zweifel, dass Heß im Auftrag Hitlers handelte.
Der als Kriegsverbrecher verurteilte Heß hatte am 17. August 1987 im Alliiertengefängnis in Berlin Selbstmord begangen. Er wurde im oberfränkischen Wunsiedel beigesetzt. In der rechten Szene gilt Heß als Märtyrer.
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