Kabinettsliste: Das sind Merkels wichtigste Minister

Von , und Peter Müller

Neues Bundeskabinett: Pöstchen wechsel dich Fotos
DPA

Die Große Koalition kommt: mit fünf Ministern der CDU, drei von der CSU und sechs der SPD. Einige Ministerien werden umgebaut. Wer für welches Ressort gehandelt wird und wer ausscheidet - eine Übersicht des möglichen neuen Kabinetts.

Hamburg - Nach dem klaren SPD-Mitgliedervotum rückt nun der Zuschnitt der Ministerien und die Verteilung der Ministerposten in den Vordergrund. Gleich mehrere Kompetenzbereiche werden in andere Ministerien verlegt.

  • Das Verkehrsministerium soll künftig auch für die digitale Infrastruktur zuständig sein. Dafür verliert es den Bereich Bau an das Umweltministerium. Wahrscheinlich wird der bisherige CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt das Ressort übernehmen.

  • Das Umweltministerium muss die Verantwortung für den Bereich Energiewende an das Wirtschaftsministerium abgeben.

  • Das Justizministerium wird um den Bereich Verbraucherschutz erweitert, den es aus dem Landwirtschaftsministerium erhält.

Die andere Frage: Wer wird von der Unionsseite Mitglied im Kabinett von Angela Merkel (CDU)? Am Sonntag sollen die Namen der neuen Minister offiziell bekanntgegeben werden, am Dienstag findet dann die Ernennung durch den Bundespräsidenten und die Vereidigung im Bundestag statt. Aber schon jetzt sickert durch, wer aus CDU und CSU auf ein Amt hoffen darf.

Die Christdemokraten sollen fünf Ministerposten plus das Kanzleramt bekommen:

  • Peter Altmaier, Kanzleramtsminister: Der bisherige Umweltminister wechselt ins Kanzleramt, er soll dort Merkel den Rücken freihalten. Er ist einer ihrer engsten Vertrauten, gilt als loyal und zuverlässig.

  • Der bisherige Kanzleramtschef Ronald Pofalla gibt seinen Posten nach SPIEGEL-Informationen aus persönlichen Gründen auf. Als Begründung hieß es, er wolle sich künftig mehr seinem Privatleben und seiner jungen Frau widmen. Zunächst blieb unklar, ob das tatsächlich der ausschlaggebende Grund für seinen Abgang ist. Bis zuletzt war er unter anderem als Forschungs- und Bildungsminister gehandelt worden.

  • Wolfgang Schäuble, Finanzminister: Er bleibt der wichtigste Mann in Merkels Kabinett. Auch in der Großen Koalition soll Schäuble die Finanzen verantworten.

  • Johanna Wanka, Bildungsministerin. Sie hatte das Ressort Bildung und Forschung erst in diesem Jahr nach dem Rücktritt von Annette Schavan übernommen.

  • Thomas de Maizière, Innenminister: Der jetzige Verteidigungsminister, der in der "Euro Hawk"-Affäre zuletzt unglücklich agierte, kehrt zurück ins Innenressort, das er schon in der ersten Zeit des schwarz-gelben Kabinetts geleitet hatte.

Bisher verantwortet Hans-Peter Friedrich (CSU) das Haus. Wie es heißt, darf er sich entscheiden zwischen dem Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und dem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Am Sonntag verlautete, Friedrich übernehme das Agrarministerium.

Von den anderen zwei CSU-Posten steht bisher nur einer fest:

  • Noch-CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt soll nach SPIEGEL-Informationen das um die digitale Infrastruktur erweiterte Verkehrsministerium übernehmen. Zuvor war er für den Bereich Ernährung und Landwirtschaft im Gespräch.

  • Der bisherige Minister für Verkehr, Peter Ramsauer, könnte womöglich das Kabinett verlassen.

  • Im Gespräch für das Entwicklungshilfeministerium ist Gerd Müller, seit 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium.
CSU-Parteichef Horst Seehofer will seinem Parteivorstand erst am Sonntagabend die Ressortbesetzung bekanntgeben.

Sechs SPD-Minister

Die Verteilung der SPD-Ministerposten war bereits am Freitag - vor Auszählung des Mitgliedervotums - bekannt geworden. Die SPD bekommt sechs Ministerien:

  • Sigmar Gabriel wird Wirtschafts- und Energieminister, er soll als eine Art Superminister die Energiewende managen. Zudem wird er Vizekanzler. Er hat mit Merkel bereits in der letzten Großen Koalition zusammengearbeitet, damals als Umweltminister.

  • Die mecklenburg-vorpommersche Sozialministerin Manuela Schwesig übernimmt das Ressort Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

  • Die Generalsekretärin Andrea Nahles kümmert sich um Arbeit und Soziales.

  • Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier übernimmt das Außenamt, das er bereits während des ersten schwarz-roten Bündnisses führte.

  • Die bisherige Schatzmeisterin der Partei, Barbara Hendricks, soll das umgebaute Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit führen.

  • Als Überraschung gilt, dass Heiko Maas das erweiterte Ressort Justiz und Verbraucherschutz verantworten soll. Derzeit ist er noch Wirtschaftsminister im Saarland.

Zusätzlich wird die SPD auch die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration stellen. Diesen Posten hatte bislang die CDU-Politikerin Maria Böhmer inne. Von ihr übernimmt SPD-Parteivize Aydan Özoguz das Amt. Sie ist die erste Person mit türkischen Wurzeln im Bundeskabinett.

CDU-Politikerin Böhmer wird dafür Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Die 53-Jährige gilt als Vertraute von Kanzlerin Merkel. Böhmer ist außerdem Vorsitzende der Frauen-Union.

Mit Material von dpa

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insgesamt 237 Beiträge
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1. Die Gambino Familie hat die Posten neu verteilt
kugelsicher 14.12.2013
Anders kann ich mir das Gekungel um Schaltstellen der Macht ohne jeden Bezug auf Qualifikation nicht erklären. Und der man mit dem schwarzen Geldkoffer bleibt Finanzminister. Sauber, dann kann am fortgesetzten Raubzug der Steuertöpfe nichts mehr anbrennen.
2. Welch Wunder ...
Glasmännchen 14.12.2013
es ist fast zu schade darüber ein Wort zu verlieren, schlecht für den Blutdruck ... im Endeffekt sind die Namen doch Schall und Rauch, man nehme nur Ursula von der Leyen, jetzt mal eben Verteidigungsministerin ... na warum nicht, Abwechslung ist immer gut ...
3.
HuFu 14.12.2013
Sehe ich das richtig? Friedrich ist WEG vom Innenministerposten? JAHAAA! *jubel* Der Rest, ganz besonder Frau vdL ist einfach nur ein WITZ! Aber was solls. So kann sie die anderen Staaten kaputtreden und neue Drohnendesaster verhindern; interessiert mich dann nimmer. :zahn:
4. tja
infojunkee 14.12.2013
ich finde die cdu csu sind mit allen diesen ergebnissen seit der wahl die verlierer! die spd präsentiert sich als gewinner und haben die besseren ministerien. hat nicht die cdu die wahl gewonnen?
5. Gesichter
Bernd.Brincken 14.12.2013
Zitat von sysopDPADie Große Koalition kommt: mit fünf Ministern der CDU, drei von der CSU und sechs der SPD. Einige Ministerien werden umgebaut. Wer für welches Ressort gehandelt wird und wer ausscheidet - eine Übersicht des möglichen neuen Kabinetts. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/neues-kabinett-diese-minister-von-cdu-und-spd-stehen-fest-a-939103.html
Ja, hmm, muss wohl so sein. Aber kann man dann bitte mal aufhören, dauernd das Gesicht von der Kanzlerin zu zeigen. Es ist immer so .. aufsässig nichtssagend, das nervt langsam. Danke.
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