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Neues Kabinett: Merkel setzt auf Routiniers und Debütanten

Die schwarz-gelbe Regierung steht. Dem neuen Kabinett Merkel gehören mit Wolfgang Schäuble, Karl-Theodor zu Guttenberg und Ursula von der Leyen bekannte Gesichter der Großen Koalition an. Doch auch eine Überraschung ist dabei - Philipp Rösler übernimmt für die FDP das Gesundheitsressort.

Kanzlerin Merkel mit künftigen Ministern: Senior und Junior als größte Überraschungen Zur Großansicht
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Kanzlerin Merkel mit künftigen Ministern: Senior und Junior als größte Überraschungen

Berlin - Offiziell will sich Angela Merkel erst am Samstagvormittag äußern - aber die Kabinettsliste steht, fertig zusammengestellt im Verlauf dieses Freitags. Eine der größten Überraschungen: Regierungsveteran Wolfgang Schäuble wird neuer Finanzminister - seine Berufung wurde sogar von der SPD begrüßt. Im künftigen Bundeskabinett wird der bisherige Innenminister den drittwichtigsten Posten nach Bundeskanzlerin Merkel und dem designierten Vizekanzler und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) übernehmen. Als Finanzminister wird auf den CDU-Politiker die schwierige Aufgabe zukommen, mit den Folgen der Finanzkrise fertigzuwerden. Auch in den eigenen Reihen wurde die Entscheidung mit Verwunderung aufgenommen. "Harte Nuss für Merkel", lautete einer der Kommentare aus der Verhandlungsrunde.

Der zweite Knalleffekt: Das Gesundheitsressort übernimmt unerwartet der 36-jährige FDP-Politiker Philipp Rösler. Der Arzt gilt seit längerem als Hoffnungsträger der FDP. Er hatte erst im Februar den Posten des niedersächsischen Wirtschaftsministers übernommen. Einen Wechsel nach Berlin hatte er bislang unter Hinweis auf seine junge Familie abgelehnt. Bis zum Schluss galt Ursula von der Leyen als Favoritin für den Posten.

Die Familienministerin bleibt nun im Amt - und bekommt nicht, wie zeitweise spekuliert, den Bereich Soziales übertragen. Allerdings heißt es aus Verhandlungskreisen, dass die Zuständigkeit für das Kindergeld an das Familienministerium verlagert werden solle, da dies inhaltlich auch Sinn mache.

Als Verteidigungsminister ist Karl-Theodor zu Guttenberg vorgesehen, der sich nach Informationen von SPIEGEL ONLINE auch für das Amt als Innenminister hätte entscheiden können. Das Verteidigungsministerium könnte in Zukunft wegen des Afghanistan-Einsatzes noch weiter in den Fokus rücken. Der erst vor einem Jahr als CSU-Generalsekretär ins politische Rampenlicht getretene Guttenberg war vor seiner Kür zum Bundeswirtschaftsminister in Berlin eher für seine Kenntnisse in der Außen- und Verteidigungspolitik denn in Wirtschaftsfragen bekannt. Guttenbergs Vorgänger auf der Hardthöhe, Franz-Josef Jung, soll künftig - auch das eine der Überraschungen des Tages - das Arbeitsministerium leiten.

Das Umweltministerium übernimmt der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Norbert Röttgen. Er soll die Defizite der Union auf diesem Feld beheben.

Mit einer endgültigen Einigung wurde im Verlauf des Freitagabends gerechnet. Für Samstagvormittag kündigten die drei Parteivorsitzenden Angela Merkel, Horst Seehofer und Guido Westerwelle bereits eine Pressekonferenz an, um den Koalitionsvertrag vorzustellen.

Nach der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestages am Dienstag soll die Regierung am Mittwoch vereidigt werden.

Alle Minister: Merkels schwarz-gelbes Kabinett
Posten Name Alter Partei
Kanzlerin Angela Merkel 55 CDU
Kanzleramtschef Ronald Pofalla 50 CDU
Auswärtiges Amt und Vizekanzler Guido Westerwelle 47 FDP
Finanzen Wolfgang Schäuble 67 CDU
Wirtschaft Rainer Brüderle 64 FDP
Arbeit und Soziales Franz Josef Jung 60 CDU
Verteidigung Karl-Theodor zu Guttenberg 37 CSU
Inneres Thomas de Maiziere 55 CDU
Justiz Sabine Leutheusser-Schnarrenberger 58 FDP
Gesundheit Philipp Rösler 36 FDP
Familie Ursula von der Leyen 51 CDU
Bildung und Forschung Annette Schavan 54 CDU
Verkehr und Bau Peter Ramsauer 55 CSU
Umwelt Nörbert Röttgen 44 CDU
Landwirtschaft und Verbraucher Ilse Aigner 44 CSU
Entwicklungshilfe Dirk Niebel 46 FDP

cte/ler/dpa/AP/Reuters

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Forum - Guter Start für Schwarz-Gelb?
insgesamt 3664 Beiträge
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1.
hook123 23.10.2009
Zitat von sysopDie neuen Ministerposten werden vergeben, die Sachthemen kontrovers diskutiert, die Koalition macht sich an die Arbeit. Wie sehen Sie die Aktivitäten der Koalition bisher - zeichnet sich ein guter Start für Schwarz-Gelb ab?
Das sich letztlich mit schwarz-gelb nichts ändern wird hatte ich sowieso angenommen, aber dass es so schnell geht, dass der Kasperverein schon vor dem Ende der Koalitionsverhandlungen entzaubert ist hätte ich wirklich nicht gedacht. Beispiel innere Sicherheit und Bürgerrechte. Trotzdem die FDP hier ganz groß getönt hat und sogar Sabine Leutheusser-Schnarrenberger aus der Kiste geholt wurde landete man als Bettvorleger von Terror-Schäuble. Fazit alles bleibt wie es ist, ob online-Durchsuchung oder Vorratsdatenspeicherung Stasi 2.0 bleibt auch unter der FDP. Von Steuerlüge, Schattenhaushalt und weiteren Unsäglichkeiten ganz zu schweigen. Einen Unterschied zur großen Koalition vermag man nicht erkennen und die große Erneuerung blieb aus. Nochmal wird die FDP so keine 15 % schaffen.
2. wuensch dir was....
ostmarkus 23.10.2009
und ich hab wirklich gedacht, Ministerposten werden nach Faehigkeiten vergeben. Man, man, man, ich bin echt zu blauaeugig fuer diese Welt! Schlage Schaeuble als Sportminister und Westerwelle als Familienminister vor.
3.
TheK, 23.10.2009
Der potentielle Umweltminister sollte auch schonmal Hauptgeschäftsführer des BDI werden. Das macht ihn natürlich herausragend neutral *würg*
4.
ergoprox 23.10.2009
Zitat von sysopDie neuen Ministerposten werden vergeben, die Sachthemen kontrovers diskutiert, die Koalition macht sich an die Arbeit. Wie sehen Sie die Aktivitäten der Koalition bisher - zeichnet sich ein guter Start für Schwarz-Gelb ab?
Ja, ein wirklich toller Start. Hat mir sehr viel Spaß gemacht und ersparte mir Eintrittskarten fürs Kabarett. Der gesparte Betrag wird gespendet. Danke dafür, liebe CDUCSUFDP.
5. Posten verschachern, wo bleibt da die Kompetenz?
Viva24 23.10.2009
In den Parteien hochgearbeitet, um die Schadne nicht zu gross zu machen, ein anderer Posten gefällig. Dieses Pöstchen verteilen zeigt den Zustand des Endes der Parteiendemokratie, Gott sei Dank!.
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