Die Lage am Donnerstag Liebe Leserin, lieber Leser,


heute werden in Stockholm die Alternativen Nobelpreise bekanntgegeben. Die Preisträger werden ausgezeichnet "für die Gestaltung einer besseren Welt". Eigentlich wäre das doch auch etwas für Kanzlerin Angela Merkel und ihre Flüchtlingspolitik. Noch attraktiver wäre allerdings der Friedensnobelpreis, für den sie ja letztes Jahr schon im Gespräch war. Wenn sie den bekäme, wäre ihr Vermächtnis für die Geschichtsbücher geklärt. Dann könnte sie eigentlich auf eine weitere Kanzlerkandidatur verzichten.

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Richtwert, Begrenzung, Obergrenze

Heute Nachmittag kommen die Spitzen der Union in Berlin zusammen. Zum ersten Mal, seit Merkel am Montag ihre Position in der Flüchtlingspolitik, nun ja, rhetorisch modifiziert hat, trifft sie CSU-Chef Horst Seehofer. In der Sache trennt die Obergrenze weiter die Schwesterparteien. Mit dieser Kanzlerin wird es sie nicht geben, egal wie man sie nennt.

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Symboltreffen

Heute Abend geht es in Frankfurt um das Schicksal der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann. Auf Vermittlung von Verdi kommen dort die Chefs von Edeka, Tengelmann und Rewe zusammen. Es dürfte eine eher symbolische Zusammenkunft sein. Das Ziel: Man muss beweisen, dass man nichts unversucht lässt. Am Ende dürfte es trotzdem auf eine Insolvenz der Kette hinauslaufen nach einem Zwist, bei dem es nie wirklich um Arbeitsplätze ging und keiner eine gute Figur gemacht hat, am wenigsten SPD-Chef Sigmar Gabriel.

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Historische Parallelen

In New York, am Rande der Uno-Vollversammlung, geht nach dem Scheitern der Waffenruhe das verzweifelte Bemühen um Syrien weiter. Nachdem es am Dienstag hinter verschlossenen Türen zwischen den USA und Russland fast zum Eklat gekommen ist, versucht die internationale Diplomatie, den Prozess in Gang zu halten, der seit drei Jahren ohne Ergebnis geblieben ist. Bundesaußenminister Steinmeier nimmt inzwischen zu einer historischen Analogie Zuflucht. Anlässlich des Deutschen Historikertages fragte er sich, was die heutige Diplomatie vom Dreißigjährigen Krieg lernen kann. Ich weiß nicht, ob mich das optimistisch stimmt.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

Gewinner des Tages

Sind heute wir alle, denn es gibt gute Nachrichten aus Brüssel: Die EU-Kommission hat endlich entschieden, dass wir ab Mitte nächsten Jahres ohne Aufschlag im EU-Ausland mit dem Handy telefonieren können. Und zwar unbegrenzt. Roaming ohne Reue!

Es wünscht Ihnen einen kommunikativen Tag,

Ihre Christiane Hoffmann, stellvertretende Leiterin Hauptstadtbüro DER SPIEGEL

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insgesamt 120 Beiträge
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mlr.arnhold 22.09.2016
1. Friedensnobelpreis für Merkel?
Sie hat durch ihre eigenmächtige Handlung den Zusammenhalt in der EU zerstört und gegen die Dubliner Verträge verstoßen. Dadurch hat sie Deutschland in eine isolierte Lage gebracht.
bijae 22.09.2016
2.
Frau Merkel hätte es auf jedenfall eher verdient als z.B. Barack Obama oder viele andere in der Reihe
Dengar 22.09.2016
3. Fnp
Sie irren. Die Historiker der Zukunft werden wesentlich nüchterner mit Merkel umgehen. Sie wird zwar in den Geschichtsbüchern landen, aber eher als Spalterin Deutschlands und Europas. Und der FNP sollte nicht mehr so leichtfertig an Politiker vergeben werden, da sind die letzten Jahre zu viele Fehler gemacht worden; von der aktuellen Riege hat ihn kein einziger verdient und das weiß hoffentlich auch das Kommitee. Die Missgriffe der letzten Jahre waren wirklich peinlich zum Teil.
kittiwake 22.09.2016
4.
Darauf hat sie doch hingearbeitet. Ein Oscar für Merkel und wir können einen anderen Kanzler bekommen!
Ruhri1972 22.09.2016
5.
Merkel hat Unfrieden gestiftet. Durch das undemokratische Aufheben von Dublin III gab sie Populisten Auftrieb, ihr Verhalten begünstigte ungünstige Entwicklungen und Tendenzen in Europa. Bei jeder Handlung muss man das grosse Ganze im Auge behalten, kleinteilige humanistische Handlungen koennen das grosse Ganze gefährden und eine sensible Statik zum Einsturz bringen. Erst in einer Statik von gerechten Wohlstand und Sicherheit fuer alle Europäer entsteht eine stabile Plattform für Aufnahmebereitschaft von Menschen aus anderen Kontinenten. Solange das Gespenst der Armut und prekärer Beschäftigung in Europa nicht vertrieben ist (man denke an die hohe Arbeitslosigkeit in Europa) muss Europa erst die eigenen Hausaufgaben meistern.
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