Die Lage am Mittwoch Liebe Leserin, lieber Leser,


während heute das katalanische Parlament zu einer Sondersitzung im Fall Puigdemont zusammentritt, rätseln die Deutschen, warum sich die Bundesregierung so unmissverständlich an die Seite der Madrider Zentralregierung gestellt hat. Die Antwort liegt auf der Hand. Angela Merkel ging es nicht nur um uneingeschränkte Solidarität mit dem spanischen Premierminister Mariano Rajoy, sondern auch um eine Warnung an die Separatisten aus der eigenen Schwesterpartei.

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Heft 13/2018
Wie der allmächtige Konzern noch zu stoppen ist - und wie sich die Nutzer schützen können

Schließlich hatten die CSU-Granden Horst Seehofer und Markus Söder in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, dass sie von der Richtlinienkompetenz der Kanzlerin nichts halten und eine eigene Polizeitruppe zur Sicherung der bayerischen Außengrenze aufbauen wollen. Nun lautet die Frage: Wird Merkel darauf drängen, den Tatbestand der Rebellion ins Strafgesetz aufzunehmen?

Der automatische Bürgermeister

DPA

Olaf Scholz ist dafür bekannt, dass er selbst zu fröhlichsten Anlässen mit dem Esprit des Bergedorfer Telefonbuchs zu reden versteht. Glaubt man den Porträts, die derzeit von seinem designierten Nachfolger Peter Tschentscher gezeichnet werden, wird es in der Hansestadt bald noch nüchterner zugehen. Der Mann sei noch mehr in Zahlen und Details verliebt als sein Vorgänger, heißt es. Heute wird der bisherige Finanzsenator zum Hamburger Bürgermeister gewählt, und wenn nicht alles täuscht, steht die Abstimmung unter dem Motto: Vom Scholzomat zum Tschentscherator.

Spion gegen Spion

FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Nach dem Giftgasanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal ist ein weltweiter Abbau von Geheimdienstkapazitäten in Gang gekommen, der nicht nur negative Züge aufweist. Erst verwies die britische Regierung 23 russische Diplomaten (genauer: Spione) des Landes, dann schickte der Kreml die selbe Anzahl britischer Agenten nach Hause. Gestern warfen 26 weitere Staaten mehr als 140 russische Geheimdienstmitarbeiter hinaus, und heute wird damit gerechnet, dass Moskau entsprechende Gegenmaßnahmen verhängt. Wie wäre es nun, so lautet die vielleicht etwas naive Frage, wenn beide Seiten nach dem selben Prinzip auch die Zahl ihrer Raketen oder Soldaten reduzierten?

Die Goldman-Sachsen

DPA

In den USA ist der Einfluss der Investmentbank Goldman Sachs seit Jahren legendär, nun könnte er in Deutschland noch größer werden. Zunächst ernannte Vizekanzler Olaf Scholz den Deutschland-Chef des Kredithauses, Jörg Kukies, zum neuen Finanzstaatssekretär. Dann wurde bekannt, dass Kukies Europa-Kollege Richard Gnodde als Nachfolger des glücklosen Deutsche-Bank-Chefs John Cryan im Gespräch ist - oder zumindest bis vor Kurzem war. Es bedarf nicht viel Fantasie, um sich das tiefe Verständnis zwischen dem obersten Regulator und dem wichtigsten Konzernchef seiner Branche auszumalen, wenn beide aus dem selben Haus kommen. Oder, um es im Manager-Jargon der Goldmänner auszudrücken: den Synergieeffekt.

Verlierer des Tages...

AFP

...ist Donald Trump. Der US-Präsident nennt sich gern "größter Job-Beschaffer aller Zeiten". Doch seit der mächtigste Bauunternehmer der Welt einen globalen Handelskrieg riskiert, der alle Beteiligten einschließlich der USA zu Verlierern machen würde, senken die internationalen Finanzanleger die Daumen. Von Dax bis Dow Jones drehten die Weltbörsen in den vergangenen Wochen ins Minus. "Benutze deine Verhandlungsmacht", lautet der Leitsatz in Trumps Buch "The Art of the Deal". Vielleicht sollte sich der Präsident zur Abwechslung mal an Immanuel Kant orientieren: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
danreinhardt 28.03.2018
1. Sapere Aude
Den Humor am Ende des Artikels finde ich tatsächlich einmal angenehm provokant. Der hat hat sicher nicht nur angeeckt, sondern sicher auch angekantet. Musste tatsächlich lachen, danke für den krokantsüßen Start in den Tag :)
ihawk 28.03.2018
2. Unabhängige Justiz
Ich denke, die Bundeskanzlerin wird aufpassen müssen, dass ihre Äußerungen nicht als Einmischung in die unabhängige Justiz wahrgenommen wird.
StefanZ.. 28.03.2018
3. Wie mit den Verhaltensauffälligkeiten im Kabinett umgehen?
Klar, Drohen und Erpressen mittels Rebellionsparagraph und ähnlichen Dinge passt heutzutage zum gängigen Umgang miteinander, und das wohin man schaut, nicht nur bei großen Teilen der Politprominenz. Ich hätte dazu einen Vorschlag, der eigentlich bei CDU/CSU, SPD und überall anderswo Anklang finden sollte. D.h. bei a) wirtschaftsliberalen Konservativen, mit Lebensmaximen in Stile von Leistung muss sich lohnen, besonders für die eigene Karriere und bitte schön das gleiche für die Zöglinge, mittels anfangs besserer Schulleistungen und b) uns treudoof naiven oder auch knallhart rationalen Gutmenschen, die schon gemerkt haben, dass in unseren Gesellschaften etwas grundlegend in die falsche Richtung läuft. Für beide Gruppen gibt es eine neue großartige Meta-Studie: http://www.ucd.ie/newsandopinion/news/2018/march/20/childrenbenefitwhentaughtsocialandemotionalskillsbutsomemethodsarebetterthanothers/ Roisin Corcoran vom University College Dublin belegt, dass was im Schulbereich landläufig Soziales und Emotionales Lernen genannt wird nachweisbare Leistungsverbesserungen in den klassischen Fächern Lesen, Mathematik und Wissenschaften hervorbringt. Wie wäre es denn, wenn nun unsere neue Bundesregierung diesen Erkenntnisgewinn aufgreift und erstens ganz massiv entsprechende Unterrichtsangebote ausweitet und optimiert und zweitens mal mittels anderer Studien genauer nachschaut, welche sehr willkommenen positiven Auswirkungen sich im Bereich von Sozialverhalten, Mitmenschlichkeit, Friedfertigkeit erzielen lassen. Ich vermute, dass wir dadurch in Zukunft Unsummen von Geld für Strafverfolgung, Militär usw. einsparen könnten.
bomjan 28.03.2018
4. Unfug!
Im Fall Puigdemont geht es um die Einhaltung er rechtlichen Ordnung als immanente Säule der Demokratie und damit der strukturellen Integrität Europas. In westlichen Demokratien bestimmen Mehrheiten und nicht populistische machtcliquen wie es die katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter es sind. Es gibt keine Unfreiheit in Katalonien und deshalb auch keinen Freiheitskampf mit „politischen Gefangenen“. Was es hier gibt - ich wohne in Barcelona - ist eine undemokratische Rebellion mit kalkuliert gegen das Recht handelnden korrupten und mafiösen Führern, die auf Europa und Demokratie pfeifen.
rkinfo 28.03.2018
5. Erst Katalonien, dann Bayern, Sachsen, Saarland
Wenn die Katalanen gehen, denn werden auch andere Regionen sich loslösen. Freier Kleinstaat in der EU und Euro, warum sich dann noch in eine 'Überrepublik' integrieren ? Auch was Andorra schafft, könnte doch Kleinstädte in Deutschland auch umsetzen ?
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