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Die Lage am Mittwoch Liebe Leserin, lieber Leser,

heute beginne ich mit einer Nicht-Nachricht, obwohl mich meine Lehrer an der Journalistenschule stets davor gewarnt haben. US-Präsident Obama wird seinen türkischen Kollegen Erdogan nicht empfangen, wenn der in dieser Woche zu einer Konferenz nach Washington reist. Diese Nicht-Nachricht ist mir wichtig, weil eine andere Nicht-Nachricht nicht möglich scheint: Bundeskanzlerin Merkel wird Erdogan nicht zu einem Gespräch empfangen. Weil der sich wegen einer deutschen Satiresendung albern aufführt. Weil er türkischen Journalisten den Prozess machen lässt. Weil er meinem Kollegen Hasnain Kazim keine Presseakkreditierung ausgestellt hat. Mit einem Satz: weil er die Pressefreiheit nicht achtet. Aber Merkel ist durch ihre verkorkste Flüchtlingspolitik so abhängig von Erdogan, dass ihr diese Nicht-Nachricht nicht möglich ist.

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DPA

Infant Castro

Vier Jahre können einen gewaltigen Unterschied bedeuten, bei Kindern. Ob einer zwei Jahre alt ist oder sechs - Welten liegen dazwischen. In mittleren Altersklassen verflüchtigt sich das, um im Alter wieder an Bedeutung zu gewinnen, wie man jetzt an den Gebrüdern Castro studieren kann. Präsident Raul Castro, 84, hat dem Kollegen Obama in der vergangenen Woche einen warmen Empfang bereitet. Bruder Fidel, 88, warf Obama nun einige hämische Worte hinterher, als wäre die Entspannungspolitik in der Karibik nicht ein Gewinn für die ganze Welt. Das Leben ist nun mal ein Zirkel, keine gerade Linie. Am Ende sind wir wieder wie Kinder, also gern auch mal störrisch und uneinsichtig. Fidel Castro, der Infant von Kuba.

Fenster zur Zukunft

Ich wage jetzt einen Blick in die Zukunft, in doppelter Hinsicht. Zum einen verrate ich, was im kommenden SPIEGEL stehen wird. Zum anderen kann ich andeuten, wie in der Welt von morgen gespielt werden wird. Meine Kollegin Ann-Kathrin Nezik hat eine verblüffende Geschichte über öffentliche Wettkämpfe mit dem Computerspiel Counterstrike recherchiert. Es gibt professionelle Teams wie im Fußball, es kommen Tausende Zuschauer, es gibt Ablösesummen für Spieler. Ich wusste das nicht und freue mich, dass sich das Fenster in die Zukunft ein bisschen für mich geöffnet hat. Ab Samstag dann auch für Sie, liebe Leser.

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REUTERS

Koalition geplatzt

Zu Brasilien nur ein Satz: Mit dem Platzen der Koalition ist endlich der Weg frei, um aufklären zu können, was Präsidentin Rousseff angerichtet hat.

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DPA

Gewinner des Morgens

Ein 2:0 zur Halbzeit war zuletzt ein Ergebnis von begrenzter Aussagekraft. Der FC Bayern führte 2:0 in Turin und fuhr mit einem 2:2 nach Hause. Juventus Turin führte 2:0 beim Rückspiel in München und verlor 2:4. Deutschland führte, na klar, 2:0 gegen England und wurde mit einem 2:3 vom Rasen geschickt. Deutschland führte gestern Abend zur Halbzeit 2:0 gegen Italien, womit ein Sieg ausgeschlossen schien. Ich war kurz davor, den Fernseher auszuschalten. Am Ende stand es 4:1, allerdings für Deutschland. Das 2:0 zur Halbzeit wurde rehabilitiert und ist daher mein Gewinner des Morgens.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

Herzlich, Ihr Dirk Kurbjuweit, stellvertretender Chefredakteur DER SPIEGEL

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DIE LAGE: Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen
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1. Merkels verkorkste Flüchtlingspolitik
Klaus-Rohde 30.03.2016
Aus der Sicht eines seit langem im Ausland (Australien) lebenden Deutschen: https://krohde.wordpress.com/2016/02/19/fluchtlingskrise-und-ihre-ursachen-refugee-crisis-and-its-causes/ In diesem Beitrag wird die Krise von ihren Anfängen an verfolgt.
2. Kein Busserl fuer den Busenfreund
localpatriot 30.03.2016
Man kann sich in Bezug auf die Regierungsphilosophie in Ankara an gewisse Aspekte des ehemaligen DDR Regimes erinnern. Man machte nie ein Geheimnis über die Einstellung zur Idealform der Demokratie und zum Rechtsstaat. Man hat seine 'Werte' klar in Sicht und hat die Vision einer religiösen Dimension und ist dabei streng kapitalistisch ausgerichtet. Dass es fuer President Obama schwierig wäre ein tête-à-tête zu veranstalten ist klar, aber für die Kanzlerin?
3. Castro
arminbkk2001 30.03.2016
Wieder mal einen daemlichen Komentar von Kurbjuweit. Castro, Fidel - das Kind. Unzaehlige Mordversuche seitens der USA an Castro, eine unsaegliche und gemeine Blockadepolitik ueber 60 Jahre. Exil Kubaner die darauf warten (und hoffen) ihre alten Besitztuemer wieder zu erlangen, durch Mord und Slavenarbeit erlangten Zuckerplantagen Ein laechelnder Obama, 'komm Kuba, war doch net so gemeint mit dem Embargo. Ich bringe Euch auch McDonald und Starbucks', und jennifer Lopez hat auch schon einen Schmuckladen aufgemacht in Havanna, wie Spiegel online stolz vermeldet. War doch auch net sooo schlecht unter dem Dikatator Batista, gell?
4. Nicht jeder ist schon am Morgen fähig, in der LAGE...
ackermart 30.03.2016
"eine möglichst nicht Nichtnachricht" gerade noch Dank Positivierung der Doppelnegierung dennoch als Nachricht zu erkennen. Im übrigen scheint mir die Ver-LAGERUNG der Nachrichten in deutschlandfernste Ortslagen (abgesehen vom Sport) im scharfen Kontrast zur kriminellen Lage in diesem Land und deren Stellung in Headline der Schlagzeilen zu stehen.
5. Klare Worte ?
Klaus Popa 30.03.2016
Wenn man in der durch das NDR-Satire entstandenen Verstimmung zwischen Deutschland und der Türkei auf eine Entschärfung der Spannungen seitens der Kanzlerin hofft, so sollte man der Tatsache Rechnung tragen, dass es niemals Merkels Art war, in solchen Fällen entschieden und eindeutig öffentlich Stellung zu beziehen. Man mag das diplomatisch nennen, wenn man seine Vertreter im Hintergrund - auf diplomatischer Ebene, wie das so schön heißt - Gespräche führen läßt, um die Sache zu glätten. Der jetzige Fall zeigt erneut, dass diese Art von Diplomatie auch zu viel werden kann, wenn die bundesdeutsche Öffentlichkeit klare Ansagen und Stellungnahmen eben von der Kanzlerin selbst erwartet. Zu viel Vorsicht und Rücksicht in der Politik und Diplomatie kann zuweilen kontraproduktiv und wenig hilfreich und überzeugend sein. So wird sich die zaghafte Annäherung der Bundesregierung an den Eklat kaum positiv auswirken, weder in Bezug auf das recht umstrittene Flüchtlingsabkommen mit der Türkei, noch auf das wegen ihrer Flüchtlingspolitik angekratzte Image der Kanzlerin.
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