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DAS THEMA DES TAGES

Unter Druck: Trumps ehemalige Vertraute sagen gegen den Präsidenten aus

Fast schon zahm liest sich Donald Trumps Twitter-Nachricht, die er am Mittwochnachmittag veröffentlicht - so als sei er nicht ganz er selbst: "Falls jemand gerade nach einem guten Anwalt sucht: Ich würde ihm deutlich davon abraten, Michael Cohens Leistungen in Anspruch zu nehmen!"

Eigentlich müsste Trump jetzt poltern, pöbeln, richtig fies werden. Denn Cohen hat den Präsidenten aus dessen Sicht übel hintergangen - sagte der ehemalige Trump-Anwalt doch just gegen den US-Präsidenten aus. Cohen arbeitete mit den Ermittlungsbehörden zusammen, wohl um den Schaden für sich selbst möglichst gering zu halten - und sagte unter anderem aus, dass er mehrmals auf Anweisung Trumps Schweigegeld an Prostituierte gezahlt habe. Er wolle nun Russland-Ermittler Mueller "alles sagen, was er weiß". Schlimmer könnte es für Trump kaum kommen, analysiert Washington-Korrespondent Roland Nelles.

Denn da ist noch mehr. Trumps enger Vertrauter und ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort muss mit bis zu elf Jahren Haft rechnen - er wurde am Dienstag in acht Anklagepunkten schuldig gesprochen. Unter anderem versteckte Manafort als Lobbyist Millionenzahlungen der ukrainischen Regierung im Ausland vor den US-Steuerbehörden. Das erhöht den Druck auf Trump weiter, wie zahlreiche US-Medien berichten.

Ob Manafort einknickt und wie Cohen mit Sonderermittler Mueller kooperiert, ist offen. Noch am Mittwoch lobte Trump Manafort per Twitter als "mutigen Mann". Was die Geschehnisse für die Entwicklungen in der Russlandaffäre bedeutet, erfahren Sie hier.

Die Zahl des Tages

160.000

So viele Hektar Land hat der sogenannte Mendocino-Komplex, der wohl verheerendste Brand in Kaliforniens Geschichte, bisher vernichtet - eine Fläche so groß wie Los Angeles. Der US-amerikanische Bundesstaat erlebt in diesem Sommer eine der schlimmsten Waldbrandsaisons.

Feuerwehrmann in Kalifornien
REUTERS

Feuerwehrmann in Kalifornien

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NEWS

Was Sie heute wissen müssen

  • Angesichts der Dürreschäden will Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner betroffene Landwirte mit Nothilfen in Höhe von 340 Millionen unterstützen. Der Bauernverband hatte ursprünglich Hilfen von einer Milliarde Euro gefordert.
  • Wer eine unrenovierte Wohnung bezogen hat, muss diese beim Auszug auch dann nicht streichen, wenn er das dem Vormieter zugesagt hat. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied am Mittwoch in einem Urteil, dass eine Zusage an den Vormieter einen Mieter nicht zu Schönheitsreparaturen verpflichtet.
  • Die Angriffe auf Muslime und Moscheen in Deutschland sind im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen. Insgesamt wurden 320 antimuslimische Straftaten registriert, im Vorjahreszeitraum waren es noch knapp 500.
  • Ein Islamist aus Tschetschenien hat womöglich einen größeren Terroranschlag in Deutschland vorbereitet. Er soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft gemeinsam mit einem in Frankreich inhaftierten Islamisten bereits eine erhebliche Menge des Sprengstoffs TATP in seiner Wohnung gelagert haben.

MEINUNG

Die meistdiskutierten Kommentare, Interviews, Essays

Gewalt mit System: Der Papst twittert zwar von "Scham und Bedauern" - diese Reaktionen aus dem Vatikan auf die Missbrauchsfälle in Pennsylvania sind aber eine Farce. Tatsächlich ist hier niemandem an Aufklärung gelegen. Eine Kolumne von Margarete Stokowski.

Nein, das ist nicht das Krankenhaus: Harald Schmidt fährt Bahn - seit Jahren, und er lächelt immer noch. Geänderte Wagenreihung? Bordbistro geschlossen? In seiner Videokolumne zeigt er Wege aus der Krise auf.

Harald Schmidt
DER SPIEGEL

Harald Schmidt

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Die meistgelesenen Texte bei SPIEGEL+

Im Land des Hungers: In den Krankenhäusern Venezuelas sterben Kinder, den Ärzten fehlen Medikamente - und die Regierung verleugnet das Elend.

Wie ein Manager seine Ökobilanz managt: Der Unternehmer Dirk Gratzel will, dass sein CO2-Ausstoß am Ende seines Lebens bei Null liegt. Er verzichtet aufs Auto und aufs Fleisch, kauft kaum noch neue Kleidung. Ist er ein Spinner?

DER SPIEGEL/Maurice Weiss

MEIN ABEND

Die Empfehlung für Ihren Feierabend

Was Sie hören könnten: Auf seinem neuen Album verarbeitet der britische Sänger Blood Orange ganz viel Schmerz - über Mobbing auf den Straßen Londons, über das Massaker im queeren Nachtclub Pulse im US-amerikanischen Orlando. Harte Themen, gute Musik: "Sie gibt Hoffnung, dass in der Gemeinschaft, egal ob aus Freunden oder Verwandten, Trost und Geborgenheit zu finden sind", schreibt mein Kollege Andreas Borcholte.

Was Sie lesen könnten: Ein Paar, eingeschlossen im Auto während eines Schneesturms - mit diesem Setting beginnt Alex Capus "Königskinder", ein Winterroman für heiße Sommertage. Der Roman erzählt aber nicht nur von Jakob und Mathilde, sondern von viel mehr: "Das Erzählen wird zur Daseinsversicherung gegen den außerhalb des Toyotas drohenden Kältetod", schreibt mein Kollege Björn Hayer.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich

Ihre Lisa Duhm vom Daily-Team

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