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DAS THEMA DES TAGES

Die Null-Toleranz-Politik: Wie Trump Familien an der Grenze auseinanderreißen lässt - und der Widerstand wächst

Weinende Kinder rufen nach ihren Eltern, sie schreien und schluchzen, dann ist die Stimme eines Mannes zu hören: "Sieht so aus, als hätten wir hier ein Orchester. Fehlt bloß der Dirigent."

Die verstörenden Aufnahmen stammen nach Angaben von ProPublica aus einem Auffanglager an der Grenze zwischen den USA und Mexiko, in dem die US-Behörden Kinder und Jugendliche unterbringen, nachdem Beamte sie von ihren Eltern getrennt haben. Ein Beamter macht demnach den Dirigenten-Spruch. Etwa 2000 Kinder sind so in den vergangenen zwei Wochen von ihren Eltern getrennt worden - zur Abschreckung von Asylbewerbern aus Mittel- und Südamerika.

Lager für minderjährige Flüchtlinge in Tornillo, Texas
REUTERS

Lager für minderjährige Flüchtlinge in Tornillo, Texas

"Die Stimmen, die bislang nicht zu Wort kommen in der Debatte, sind die Stimmen der Kinder", sagt die ProPublica-Reporterin Ginger Thompson, der die Aufnahmen zugespielt wurden. Jetzt sind die Stimmen zu hören - was den Druck auf US-Präsident Donald Trump erhöht, seine Null-Toleranz-Politik zu verändern.

Über Parteigrenzen hinweg fordern Politiker, Familien an der Grenze nicht länger auseinanderzureißen. Vier ehemalige First Ladies und die jetzige Frau des Präsidenten appellieren unabhängig voneinander: Trennt Kinder nicht von ihren Eltern! Trumps Heimatschutzministerin hingegen sagt: "Wir werden uns nicht entschuldigen."

Trump selbst behauptet, das Gesetz schreibe die Trennung von Kindern und Eltern vor - was nicht stimmt. Aber was sind die rechtlichen Grundlagen? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Auch an einer anderen Front spitzt sich die Lage für die USA zu: Der Handelsstreit mit China erreicht die nächste Eskalationsstufe. Trump lässt weitere Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar prüfen. China spricht von "Erpressung" und droht mit Vergeltung.

Dieser Handelskonflikt schlägt sich auch auf die internationalen Börsenkurse nieder. Der deutsche Leitindex Dax rutschte heute Morgen um 1,6 Prozent auf 12.628 Punkte ab.

Trump lässt keinen Stein auf dem anderen, er wendet sich von bisherigen Partner ab, provoziert Konflikte, wendet sich vom Westen ab. Die neue Welt-Unordnung - Rettung oder Chaos?

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NEWS

Was Sie heute wissen müssen

  • Angela Merkel trifft Emmanuel Macron auf Schloss Meseberg bei Berlin. Der französische Präsident soll die Kanzlerin im Asylstreit stützen. Außerdem ist für Anfang Juli ein Treffen der Kanzlerin mit Ungarns Premier Viktor Orbán geplant, einem Hardliner in der Asylpolitik. Die SPD hält sich derweil im Streit über die Flüchtlingspolitik zwischen den Koalitionspartnern CDU und CSU raus. Zwar stehen die Sozialdemokraten inhaltlich auf der Seite der Kanzlerin, die eine europäische Lösung anstrebt, gleichzeitig will die Partei aber keine Wähler vergraulen, analysiert mein Kollege Christian Teevs.
  • Der Angeklagte entschuldigt sich nach einem Angriff auf einen Kippa-Träger. Vor Gericht hat der 19-Jährige die Tat nun gestanden. Er sei stark bekifft gewesen, die Tat sei nicht politisch motiviert gewesen. Seine Aussagen waren zum Teil allerdings widersprüchlich. Im April hatte er in Berlin mit einem Gürtel auf einen Kippa-Träger eingeschlagen und ihn antisemitisch beleidigt.

WM-TICKER

Was heute wichtig war: Im ersten Spiel der Gruppe H hat Japan für eine Überraschung gesorgt. Mit einem 2:1 haben sie gegen die favorisierten Kolumbianer gewonnen. Der Spielbericht.

Die japanische Mannschaft nach dem 2:1
Getty Images

Die japanische Mannschaft nach dem 2:1

Was am Abend wichtig wird: Um 17 Uhr trifft Polen auf Senegal (Gruppe H). Ihr zweites Spiel in der Vorrunde bestreiten um 20 Uhr zwei Mannschaften aus Gruppe A: Gastgeber Russland und Ägypten. Beide Spiele im Liveticker bei SPIEGEL ONLINE.

Und was war noch? Bitte nicht mehr Rudelgucken! Meine Kollegin Anja Rützel genießt die Spiele lieber alleine - auch aus Furcht vor dem unterschätzten Tintenfisch-Effekt. Tintenfisch-Effekt? Hier entlang.

DIE ZAHL DES TAGES

1100

(Der türkische Präsident Erdogan will sich in Istanbul ein Denkmal setzen: Dort soll der größte Flughafen der Welt eröffnen - mit einer Fläche von 76 Quadratkilometern beziehungsweise 1100 Fußballfeldern. Den Preis dafür zahlen Arbeiter und Umwelt.)

MEINUNG

Die meistdiskutierten Kommentare, Interviews, Essays

Fehlt nur noch der Scheiterhaufen: Er gilt als weltoffener älterer Herr. Tatsächlich vertritt der Papst in Sachen Sexualität und Frauenrechte Positionen, die eine Zumutung sind für alle, die in der Gegenwart leben. Die Kolumne von Margarete Stokowski.

Papst Franziskus
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Papst Franziskus

Auf der Überholspur: Warum Deutschland in Bewegung bleiben muss und Bayerns Beamte ganz vorn sind - hier ist die Videokolumne von Harald Schmidt.

STORIES

Die meistgelesenen Texte bei SPIEGEL+

Ein Land zum Schnäppchenpreis: Die Krise zwingt Griechenlands Bürger dazu, ihre Häuser zu verkaufen. Der Markt zieht ausländische Investoren an, die Preise sind am Boden. Barbara Hardinghaus war mit einem griechischen Makler unterwegs.

Peter Hartz
Claus Hecking

Peter Hartz

Welchen Fehler würden Sie zurücknehmen, Herr Hartz? Tiefer als Peter Hartz kann man im öffentlichen Ansehen kaum fallen. Was macht er heute? Claus Hecking hat den Buhmann der Nation besucht.

MEIN ABEND

Die Empfehlung für Ihren Feierabend

Was Sie lesen sollten: Lasagne, Kaffee und viel Schlaf - mehr brauchte der zynische Comic-Kater Garfield nicht, den Jim Davis 1978 für US-Zeitungen schuf. Der Stubentiger wurde zum Welterfolg, weil er so mittelmäßig war, schreibt Danny Kringiel.

Garfield wird 40
PAWS

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Was Sie hören sollten: Das Album "Oil On Every Pearl's Un-Inside" von Produzentin Sophie klingt, "als hätte Janet Jackson bei den Noise-Urvätern Throbbing Gristle als Gastsängerin angeheuert. Und es ist toll", urteilt mein Kollege Andreas Borcholte.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich,

Ihre Katharina Zingerle vom Daily-Team

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