Die Lage am Donnerstag Liebe Leserin, lieber Leser,


alle gehen davon aus, dass Annegret Kramp-Karrenbauer Nachfolgerin von Angela Merkel werden soll. Doch ob der Plan der Kanzlerin, die heute im Bundestag über Europa redet, auch aufgeht? Schließlich gibt es noch mehr Unions-Größen, die sich Hoffnung machen, Chef anstelle der Chefin zu werden.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 8/2018
Die Schwäche der Volksparteien - die schwache Republik

Daniel Günther zum Beispiel, der in Schleswig-Holstein eine Jamaika-Koalition führt, die Merkel in Berlin nicht zustande brachte. Oder Jens Spahn, der Vormann der Konservativen. Oder Armin Laschet, der sich in Interviews neuerdings wortreich über das Erbe Konrad Adenauers verbreitet. Sie alle können sich auf meinen Kollegen Ralf Neukirch berufen, der als langjähriger CDU-Berichterstatter weiß: "Wer Merkels Nachfolger wird, entscheidet nicht sie, sondern die Partei."

Der Diesel und die Moral

DPA

Heute urteilt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig darüber, ob Dieselautos aus besonders stickoxidbelasteten Innenstädten wie Stuttgart oder Düsseldorf verbannt werden können (die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema können Sie hier lesen). Ginge es nach Anstand und Moral, dürften die Autokonzerne kaum auf Milde hoffen. Schließlich haben sie ihre Kunden nach Strich und Faden betrogen. Erst brachten sie Fahrzeuge auf den Markt, die im Straßenverkehr die versprochenen Grenzwerte nicht einhielten. Dann behaupteten sie, ihre Autos könnten nicht nachgerüstet werden - obwohl unabhängige Experten inzwischen das Gegenteil sagen. Wie heißt es im Volksmund? "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht."

Hol mir mal 'ne Flasche Bier

Getty Images

Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang sind heute in ihren viertletzten Tag gegangen, und endlich hat die "New York Times" herausgefunden, worin das Geheimnis der deutschen Medaillenerfolge liegt: Bier. Weil die Sportler aus der Bundesrepublik angeblich Unmengen des besonders nährstoffreichen Gerstensaftes in sich hineinschütten, so behauptet die Zeitung, seien sie gerade in Ausdauersportarten überlegen.

Bevor nun alle Lage-Leser ihre Smartphones zur Seite legen und zur nächsten Kneipe rennen, sei hinzugefügt: Es geht um Bier in seiner alkoholfreien Variante.

Was der Preis verrät

REUTERS

Ganz Berlin rätselt, wie die Liste der CDU-Minister aussieht, die Angela Merkel am Wochenende vorstellen will. Nur das Fachmagazin "Energie und Management" ist offenbar schon unterrichtet. Das jedenfalls geht aus der Einladung zum "Energiemanager des Jahres" hervor, einer Preisverleihung, die das Blatt gemeinsam mit zwei weiteren Organisatoren ausrichtet. Als Laudator nämlich sei "der designierte Bundesminister für Wirtschaft und Energie" vorgesehen, heißt es im Programm. Und auch sein Name wird schon verraten: "Dr. Peter Altmaier."

Gewinner des Tages...

DPA

... ist Christian Wulff. Der ehemalige Bundespräsident, der über dubiose Hauskredite und Urlaubsreisen stürzte, kann auf ein Stück Rehabilitierung hoffen: in Form einer Marmorbüste, die Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier heute im Schloss Bellevue enthüllt. Wie groß Wulffs Freude ausfallen wird, ist angesichts der eher zurückhaltenden Kommentare seiner Vorgänger allerdings fraglich. Der Künstler habe sich "viel Mühe gegeben", sagte etwa Roman Herzog, als er sein steinernes Abbild erstmals zu Gesicht bekam. Und Christina Rau, die für ihren verstorbenen Ehemann Johannes am Festakt teilnahm, zitierte einen Bibelvers: "Fürchtet Euch nicht! Ich bin es!"

DIE LAGE - der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier:

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

Die SPIEGEL-Plus-Empfehlungen für heute

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag,

Ihr Michael Sauga

Mehr zum Thema
Newsletter
DIE LAGE: Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen


insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
thequickeningishappening 22.02.2018
1. Randnotiz
Australien hat im Moment einen deutschsprachigen Premierminister. Mathias Cormann, australischer Finance Minister uebernimmt waehrend des USA Besuches von PM Turnbull komissarisch Das Amt als Prime Minister. Er stammt aus dem deutschsprachigen Teil Belgiens.
stefangr 22.02.2018
2. Da kommt kein Dieselverbot
Glaubt denn jemand, da kommt ein Dieselverbot? Wohl kaum. Wenn man böse wäre, würde man den Unionsparteien, die Täter die nach dem Weltkrieg bei ihnen Karriere gemacht haben, hatten ja genug Erfahrung mit Gas. Menschenverachtende Politik anstelle zu handeln, ist unverantwortlich. Entweder man verprellt seine Spender oder die Wähler, eine böse Zwickmühle, die Politik scheint wie gelähmt. Mittlerweile diktiert die Autoindustrie die Richtlinien der Politik, Merkel ist nur eine Marionette.
jeze 22.02.2018
3. Fakenews
Sorry, aber dieser Beitrag strotzt vor mangelndem Detailwissen oder gar von geplanter Desinformation. Der einzige Autokonzern, der betrogen hat, ist nach wie vor VW. Alle anderen Hersteller haben ihre Fahrzeuge lediglich mit legalen Mitteln auf die Prüfstandsnormen hin optimiert, welche *die Politik* vorgegeben hat. Genau genommen durfte ein Hersteller auch nur diesen Prüfstands-Wert angeben und nicht irgendeinen der Realität entsprechenden Durchschnittswert, den er sich selbst überlegt hat (dass er daran kein Interesse hat, ändert an der Tatsache nichts). In letzter Instanz ist es dem Hersteller aber egal, ob er mit allen anderen Herstellern um 6 Liter Verbrauch im Realbetrieb konkurriert oder um 4 Liter auf dem Prüfstand. D.h. wir haben es hier mit einem Versagen der Politik in der EU zu tun, die jetzt ihren Fehler korrigiert hat, indem sie die Prüfnormen in Richtung Werte im realen Fahrbetrieb abgeändert hat und nun so tut, als ob die Autobauer betrogen hätten. Die Autobauer (außer VW) haben exakt den Diesel entwickelt, den die Politik durch ihre Richtlinien haben wollte.
StefanZ.. 22.02.2018
4. Gutes tun aus ehrlicher Überzeugung oder doch nur Heuchelei?
Sehr gut, dass Sie den Finger bei der Gewissenlosigkeit des deutschen Automobilmanagements immer wieder in die Wunde legen. Dergleichen Öffentlichkeitsdruck haben diese Herrschaften übernötig, denn von Seiten der politischen Entscheider kommt in dieser Richtung in Deutschland seit vielen Jahren nichts mehr. Was sagt uns das z.B. zum Gewissenszustand der beiden Ex-Umweltminister im Kabinett? Aber zurück zum Thema ehrliche Nachhaltigkeit bei großen und global tätigen Firmen. Da gab es letzte Woche eine sehr interessante Studie https://news.stanford.edu/2018/02/12/corporate-sustainability-often-less-meets-eye/ der Standford University zu lesen. Hinter der Fassade und den großen Worten sehen die tatsächlichen Taten im untersuchten Bereich der Beschaffung gar nicht mehr so schön aus. Besonders die beiden letzten Paragraphen der Pressemitteilung sind interessant. Moralischer Druck von Verbrauchern und Zivilgesellschaft zeigt Wirkung. Also heißgeliebte ;-) Presse, bleibt dran am Ball. Was mich dann allerdings beim Lesen dieser speziellen Zeilen nachdenklich stimmte, war dass der Autor hier jeglichen Verweis auf die naheliegenden regulativen und gesetzlichen Maßnahmen im Artikel weglässt. Hängt da jemand das Fähnchen nach dem neuen politischen Wind im US-Lande?
orbitro 22.02.2018
5. Und da ist er wieder...
Bestes journalistisches Trolltum. Alle Automobilisten sind schlecht und haben betrogen.... komisch nur, das es für Daimler und BMW keine Anklage gibt. Vielmehr bestätigt das KBA sogar die Richtigkeit der angegebenen Werte und das eben von Seiten der NGOs ( siehe DUH) manipuliert und betrogen wird. Und was machen Sie? Sie pauschalisieren mal eben die gesamte Autoindustrie als Betrüger. Genauso gut kann man den Spiegel mit der BILD vergleichen. Guter Journalismus geht anders. Und zu Thema mit : Wer einmal lügt dem glaubt man nicht.... wie war das noch mit den Hitler Tagebüchern?? ? Demnach kann man ja dem linken Ökotrollblatt Spiegel ja schon lange nichts mehr glauben. - - - - - - - - Hitlers "Tagebücher" war eine Story des "Stern"... MfG Redaktion Forum
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.