Die Lage am Donnerstag Liebe Leserin, lieber Leser,


vor vier Jahren gab es nach der Bundestagswahl eine schwarz-grüne Mehrheit, doch damals führte Jürgen Trittin die Ökopartei in die Opposition. Diesmal wollen Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt unbedingt regieren, aber den aktuellen Umfragen zufolge wird es möglicherweise nur für die Rolle des Junior-Junior-Partners in einer Jamaika-Koalition reichen. Gut möglich, dass sich die Grünen dann lieber neue Spitzenkandidaten suchen und endlich ein Buchstabenkürzel bekommen: EOP - Ewige Oppositionspartei.

Melanias Schuhwerk

AFP

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Heft 37/2017
Die Berliner Ruhe trügt - in Deutschland brodelt es

Einen Shitstorm erntete Präsidenten-Gattin Melania Trump, als sie sich Ende August in Zwölf-Zentimeter-Schlangenleder-Stilettos auf den Weg in die Überschwemmungsgebiete nach Texas machte. Heute will ihr Ehemann Donald das Zerstörungswerk von Hurrikan "Irma" in Florida in Augenschein nehmen, weshalb in den USA nun zwei Fragen gestellt werden. Erstens: Kommt Melania mit? Und zweitens: Welche Farbe haben die Gummistiefel?

Das Documenta-Drama

DPA

Heute ziehen die Veranstalter der Kasseler Documenta eine künstlerische Bilanz, das finanzielle Desaster steht schließlich längst fest. Nach der jüngsten Prognose wird die Kunstschau mit einem Minus von rund sieben Millionen Euro abschließen, die Stadt Kassel und das Land Hessen müssen einen Rettungsschirm aufspannen, damit die Ausstellung noch bis zum Wochenende geöffnet bleiben kann. Wie lautete noch mal das Motto der Veranstaltung? "Von Athen lernen."

Wahlkampf im Thalia

Wie ist die Stimmung im deutschen Wahlherbst 2017, so lautet die Frage des nächsten SPIEGEL-Gesprächs im Thalia-Theater, "traumlos, wunschlos oder glücklich?". Darüber diskutieren am kommenden Montag die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, und die Schriftstellerin Juli Zeh. Die Moderation übernimmt SPIEGEL-Autor Nils Minkmar. Restkarten für die Veranstaltung gibt es hier.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

Ich wünsche Ihnen einen harmonischen Tag.

Ihr Michael Sauga

In einer früheren Version dieses Textes hieß es unter der Zwischenzeile "Verliererinnen des Tages", die AfD-Politikerinnen Frauke Petry und Alice Weidel würden sich an diesem Donnerstag zu einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt im baden-württembergischen Heidenheim treffen. Tatsächlich wird es, anders als in der Terminübersicht der dpa angekündigt, einen solchen Auftritt nicht geben. Petrys Auftritt in Heidenheim fällt laut AfD-Angaben wegen Erkältung aus, Weidel spricht am Abend in Ravensburg. Wir haben den entsprechenden Absatz gelöscht sowie Zeile und Anlauftext geändert.

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
thequickeningishappening 14.09.2017
1. # Jamaika
Ich glaube nicht dass Frau Merkel sich Das antut. Wunschpartner ist die FDP, danach kommt Schwarz/Gruen dann die GroKo! Auf letztere wird's wohl mathematisch rauslaufen und Die Gruenen werden an der 5% Huerde kratzen.
uffta 14.09.2017
2. Die Messlatte liegt heute sehr niedrig
Wenn Frauke Petry und Alice Weidel die Verliererinnen des Tages sind und damit alle anderen in den Schatten stellen, weil sie sich (voraussichtlich!) nicht streiten werden, dann muss das aber ein ganz besonderers schöner, katastrophen- und sorgenfreier Tag sein. Aber ich fürchte, man würde beide auch zu Verliererinnen des Tages machen, WENN sie sich streiten.
gesinecresspahl 14.09.2017
3. Weidel Verliererin des Tages?
Die Qualitätspresse wäre gut daran geraten, die Debatte wieder in sachliche Gefilde zu steuern. Die freie Presse soll inhaltliche Debatten aufzeigen, bewerten und moderieren. Aber dieser Fokus auf die Person Weidels, die Züge einer hochgradigen medialen Diskreditierung ist hochproblematisch (schreibe ich als jemand, dem ihre Inhalte fremd sind, aber das ist nicht der Punkt). Dieser Vorwurf ist verglichen mit den Berichten über die Putzhilfe zwar recht harmlos. Aber es ist doch völlig unnötig, Frau Weidel wieder mal zur Verliererin des Tages zu machen. Mit Verlaub, was soll das? Zwei Opfer stehen auf dem Spiel: Der AdF wird das zweifelsohne helfen, denn die Unterstützer wird das bestärken, nicht schwächen. Ich muss gestehen: Zu einem Teile zu recht. Das andere Opfer ist eine gute Debattenkultur. Während Twitter überquillt mit eher grenzwertigen Aussagen, wird der mögliche Meinungskorridor in der Qualitätspresse weiter verengt. Bitte über Inhalte streiten - und hart in der Sache bleiben. Aber diese persönlichen Diskretitierungen sind hochproblematisch und gefährlich.
Duggi 14.09.2017
4.
Zitat von gesinecresspahlDie Qualitätspresse wäre gut daran geraten, die Debatte wieder in sachliche Gefilde zu steuern. Die freie Presse soll inhaltliche Debatten aufzeigen, bewerten und moderieren. Aber dieser Fokus auf die Person Weidels, die Züge einer hochgradigen medialen Diskreditierung ist hochproblematisch (schreibe ich als jemand, dem ihre Inhalte fremd sind, aber das ist nicht der Punkt). Dieser Vorwurf ist verglichen mit den Berichten über die Putzhilfe zwar recht harmlos. Aber es ist doch völlig unnötig, Frau Weidel wieder mal zur Verliererin des Tages zu machen. Mit Verlaub, was soll das? Zwei Opfer stehen auf dem Spiel: Der AdF wird das zweifelsohne helfen, denn die Unterstützer wird das bestärken, nicht schwächen. Ich muss gestehen: Zu einem Teile zu recht. Das andere Opfer ist eine gute Debattenkultur. Während Twitter überquillt mit eher grenzwertigen Aussagen, wird der mögliche Meinungskorridor in der Qualitätspresse weiter verengt. Bitte über Inhalte streiten - und hart in der Sache bleiben. Aber diese persönlichen Diskretitierungen sind hochproblematisch und gefährlich.
Dabei werden die Versuche der medialen Wahlbeeinflussung durch persönliche Rufschädigungen jeden Tag einfältiger und damit stetig als solche transparenter. Ich sehe die von Ihnen beschriebenen dauerhaften Schäden für eine demokratische Debattenkultur ebenfalls.
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