Die Lage am Freitag Liebe Leserin, lieber Leser,


wurde ein Mädchen geboren? Ein Junge? Oder einfach ein Mensch? Was die Geschlechter angeht, ist die Lage komplizierter geworden. Der alte Dualismus von Mann und Frau löst sich allmählich auf, das Uneindeutige, das Andere wird mehr und mehr anerkannt. Gleichzeitig denken Frauen und Männer neu über ihre Rollen nach, vor allem über den Umgang miteinander.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 2/2018
Geschlechterrollen und Sexualität 2018

Wir haben dieses Feld für unsere Titelgeschichte in dieser Woche ausführlich untersucht. Sorgt die Natur für Mädchen und Jungen im klassischen Sinne, oder sind es die Eltern, die ihre Kinder sehr früh auf Rollen festlegen? Wird nicht dem Körper, dem Aussehen insgesamt zu viel Aufmerksamkeit beigemessen, vor allem bei jungen Menschen? Wie beeinflusst ein Frauenverachter wie Donald Trump die Debatte um die Geschlechter?

Antworten finden Sie im neuen SPIEGEL, der heute schon am Kiosk liegt, wegen des Feiertags Heilige Drei Könige in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt. Übrigens sind die Stapel in ihrem Kiosk gemischt. Es gibt zwei Titelbilder: Eines zeigt einen Mann, das andere eine Frau, auf den ersten Blick jedenfalls.

Im Video: Gender-Forscherin Stevie Schmiedel erklärt, was sie gegen Rosa hat

Helena Manhartsberger / DER SPIEGEL

Wirklich?

Es gibt diese Fälle: Flüchtlinge verüben schlimmste Verbrechen an Frauen. Jede Vergewaltigung, jede sexuelle Nötigung ist eine zu viel, jede löst unsagbares Leid aus. Aber auch fast jede führt zu einem Aufschrei, zu Wut und Hass gegen Flüchtlinge generell. In rechten Kreisen wirken diese Untaten beinahe willkommen. Man kann daraus etwas machen, kann sie politisch nutzen.

Ein Team vom SPIEGEL hat untersucht, wie viele Fälle es wirklich gibt. Meine Kollegen haben sich die unsägliche Website "Rapefugees.net" vorgenommen. Dort wird jeder angebliche Fall von Vergewaltigung vermeldet. Meine Kolleginnen und Kollegen vom Ressort Deutschland haben 291 auf der Webseite erwähnte Fälle untersucht. Was ist passiert? Wer waren die mutmaßlichen Täter? Was meinen Sie wohl, was dabei herauskam?

Schicker Müll

Laura Höflinger/ DER SPIEGEL

Neues Jahr, neue Kleidung, klar. Weg mit dem alten Look, wir brauchen noch ein paar schicke Teile für den Hochwinter, den Spätwinter, den Frühfrühling, den Hochfrühling, den Spätfrühling, und auch noch etwas für dazwischen. Wir brauchen immer etwas Neues. Firmen wie Zara oder H&M erneuern ihre Kollektionen bis zu 24 Mal im Jahr. Da müssen wir doch folgsam sein.

Vielleicht auch nicht. Im neuen SPIEGEL finden Sie eine Geschichte über Fast Fashion und ihr Gegenteil. Fast Fashion: das ist hoher Umweltverbrauch, das ist eine Menge Müll. Die Gegenbewegung nimmt Recycling wirklich ernst. Und es müssen ja nicht 60 Kleidungsstücke im Jahr sein, das ist der durchschnittliche Konsum eines Deutschen.

Im Video: SPIEGEL-Redakteur Philip Bethge alias Dr. Phil erklärt den wahren Preis der Mode

Olaf Heuser / DER SPIEGEL

Steinzeit-Hacker

Stellen Sie sich vor, Sie müssen 100 Millionen Dollar klauen, bevor Sie wieder nach Hause dürfen. Es gibt solche Menschen, sie sind Geschöpfe von Kim Jong Uns Nordkorea. Er lässt Hacker ausbilden und schickt sie an die Botschaften in aller Welt, damit sie von dort aus die Sicherheitssysteme von Banken und Unternehmen durchlöchern und Geld oder Informationen umleiten. Es ist bizarr, wie ein so rückständiges Land im Cyberkrieg ganz vorne mitmischt. Meine Kollegen Marcel Rosenbach und Wieland Wagner haben Experten getroffen, die von einer bedrohlichen Entwicklung erzählen.

Nach dem Attentat

Dominik Butzmann / DER SPIEGEL

Eine Frau wird von einem Lastwagen überrollt, bleibt liegen, spürt ihre Beine nicht mehr. Weihnachtszeit 2016, Berlin, Breitscheidplatz. Eine andere Frau setzt sich zu ihr, hält ihre Hand, tröstet sie eine Stunde lang, bis Sanitäter kommen. So ist eine Freundschaft entstanden zwischen zwei Frauen, die schwer an diesem Attentat leiden, die eine vor allem körperlich, die andere seelisch. Britta Stuff und Wolf Wiedmann-Schmidt haben diese Geschichte aufgeschrieben. Sie lässt einen nicht los.

Wahre Übertreibung

Steffen Jänicke/ DER SPIEGEL

Unserem Literaturkritiker Volker Weidermann ist etwas gelungen, was es in der Presse noch nicht gab: Ein Gespräch mit dem Geschwisterpaar Eva und Robert Menasse, die beide erfolgreiche Schriftsteller sind. Am besten gefällt mir die Passage, in der sie über ihre Familienfeste zur Weihnachtszeit berichten.
Robert Menasse: Und ich koche und dann werden Geschichten erzählt. Viele zum hundertsten Mal, aber jedes Mal wieder eine Spur besser.
Eva Menasse: Und ich korrigiere sie.
Robert Menasse: Und ich übertreibe sie, damit sie wahr werden. Exemplarisch.

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Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre des neuen Hefts und ein entspanntes Wochenende.

Herzlich,

Ihr Dirk Kurbjuweit

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
keine Zensur nötig 05.01.2018
1. Nicht was bin ich, sondern wer bin ich
Nicht das Äussere am Menschen ist es, was ihn wertvoll macht oder nicht, sondern sein Handeln. Die seit Jahren geführte Transgenderdebatte offenbart sich nur als weiteres Mittel, um die Menschen - und zwar alle - von wirklichen Problemen abzulenken. Der ständige Zirkus um die Probleme von absoluten Minderheiten verhindert die Lösung der Probleme der Mehrheit. Und das kann und wird - nun in sehr absehrbarer Zeit - den Herrschenden böse auf die Füße fallen. Der Frust und die Wut über das kriminelle Agieren einiger Nichtintergrationswilliger sind nur Ausdruck der vollkommenen Hilflosigkeit der Mehrheit gegenüber einer Politelite, die ohne jegliche Legitimation agierte und agiert. Ausgehöhlt wird damit die Grundsäule unserer Gesellschaft - das Recht. Und aus Unrecht wird nunmal kein Recht. Ich habe durchaus Angst davor, dass infolge des Totalversagens der Politik wieder ein "Föhrer" auftaucht und uns ins Elend führt. Und das Schlimmste - die notwendigen Gesetze sind schon da. Insofern - was tut der Einzelne dagegen? Gegen den Zerfall unseres Staates und seines Rechtssystems. Darüber sollte man am Wochenende nachdenken.
keine-#-ahnung 05.01.2018
2. "Der alte Dualismus von Mann und Frau löst sich allmählich auf ...
... das Uneindeutige, das Andere wird mehr und mehr anerkannt." Nichts als eine "spätrömische" Dekadenzdebatte ... auch die Wucht der vereinigten "Geisteswissenschaftler" wird materialistische Biologie nicht wegreden. Aus meiner Erinnerung an die anatomischen Präparierkurse im ersten und zweiten Semester ist mir folgende Erkenntnis noch deutlich erinnerlich: Männer haben einen Penis, Frauen eine Vagina. Und das sind nur die sekundären Geschlechtsmerkmale ... so sicher wie 2+2=4. (Punkt) Es wird zunehmend Aufgabe seriöser Wissenschaft sein, Pseudowissenschaft wieder dahin zu verorten, wo sie hingehört: in den Mülleimer ...
Spiegelleserin57 05.01.2018
3. Alles kein Problem!
Die Person bekommt einen Vornamen wie gehabt! Es gibt übrigens auch Menschen mit mehreren Vornamen, ich habe auch zwei und Adlige sogar noch viel mehr. Da gibt es kein Problem! Siehe z. B. Rainer Maria Rilke :)
Spiegelleserin57 05.01.2018
4. Zu 1) Sehr gut geschrieben!
Zitat von keine Zensur nötigNicht das Äussere am Menschen ist es, was ihn wertvoll macht oder nicht, sondern sein Handeln. Die seit Jahren geführte Transgenderdebatte offenbart sich nur als weiteres Mittel, um die Menschen - und zwar alle - von wirklichen Problemen abzulenken. Der ständige Zirkus um die Probleme von absoluten Minderheiten verhindert die Lösung der Probleme der Mehrheit. Und das kann und wird - nun in sehr absehrbarer Zeit - den Herrschenden böse auf die Füße fallen. Der Frust und die Wut über das kriminelle Agieren einiger Nichtintergrationswilliger sind nur Ausdruck der vollkommenen Hilflosigkeit der Mehrheit gegenüber einer Politelite, die ohne jegliche Legitimation agierte und agiert. Ausgehöhlt wird damit die Grundsäule unserer Gesellschaft - das Recht. Und aus Unrecht wird nunmal kein Recht. Ich habe durchaus Angst davor, dass infolge des Totalversagens der Politik wieder ein "Föhrer" auftaucht und uns ins Elend führt. Und das Schlimmste - die notwendigen Gesetze sind schon da. Insofern - was tut der Einzelne dagegen? Gegen den Zerfall unseres Staates und seines Rechtssystems. Darüber sollte man am Wochenende nachdenken.
Es wird mal wieder ein neues Problem ,was genau hingeschaut keine ist geschaffen. Es ist die Privatangelegenheit eines einzelnen Menschen welcher Ausrichtung er sich zugehörig fühlt oder auch organisch ausgestattet ist. Unser Land hat derzeit viele wesentlich wichtigere Probleme als dieses nicht existierende. Wir sollten und diesen Herausforderungen stellen und Menschen Menschen sein lassen und sie in Ruhe lassen. Das Geschlecht eines Menschen entscheidet wohl nicht wie gut oder böse er ist! Man kann sich immer Probleme schaffen und die wirklich wichtigen ignorieren!
grabenkaempfer 05.01.2018
5.
"Der alte Dualismus von Mann und Frau löst sich allmählich auf" öhm .... nein, noch immer gibt es in der überwiegenden Mehrzahl Frauen und Männer. Das/Die nicht eindeutig Identifizierbaren werden nur mit Macht in die Presse gedrückt, außer einer winzigen Minderheit interessiert das keinen und die meisten dürften arg genervt sein wenn mal wieder eine neue Variante durchs Dorf getrieben wird
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