Die Lage am Mittwoch Liebe Leserin, lieber Leser,


bei den laufenden Sondierungsgesprächen von Union und SPD haben sich die Teilnehmer zu absoluter Geheimhaltung verpflichtet. Keine Interviews, keine Zwischenstände, und wer doch einmal etwas durchsickern lässt - wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet - wird mit dem derzeit schlimmsten aller politischen Vergleiche belegt: "Wie bei Jamaika."

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Heft 2/2018
Geschlechterrollen und Sexualität 2018

Angeblich soll das Schweigegelübde die Gesprächsatmosphäre verbessern, doch der wahre Grund ist ein anderer. Wenn vorher nichts bekannt wird, können die Parteigremien die Ergebnisse hinterher nicht kritisieren. Eine "wohlgeordnete Struktur" nennt das Landwirtschaftsminister Christian Schmidt. Treffender wäre wohl: eine Struktur der Überrumpelung.

Das Bildnis des Christian L.

AFP

Von "Schande" sprachen deutsche Wirtschaftsvertreter, nachdem Christian Lindner im vergangenen November die Jamaika-Gespräche platzen ließ. Jetzt kann der FDP-Chef versuchen, seine Kritiker mit den Ergebnissen einer Studie zu den Attraktivitätswerten deutscher Politiker zu besänftigen, die heute in Düsseldorf vorgestellt wird. Danach ist Lindner der schönste männliche Bundespolitiker, mit deutlichem Vorsprung etwa vor Martin Schulz oder Cem Özdemir. Wie heißt es im "Faust"? "Schönheit bändigt allen Zorn."

Drei Fragen für Kim

DPA

Nachdem sich der Friedensgipfel in Panmunjom auf die Entsendung nordkoreanischer Sportler zu den Olympischen Winterspielen im Süden geeinigt hat, steht das Regime des kommunistischen Diktators Kim Jong Un heute vor einer Reihe schwieriger Fragen: Erstens, welche Athleten sollen teilnehmen? Zweitens, welche Funktionäre dürfen mitfahren? Und drittens, wer von ihnen wurde noch nicht hingerichtet?

Die Parolen des Sigmar G.

DPA

Sigmar Gabriel zeigt gern, wie belesen er ist. Mal führt der Außenminister philosophische Gespräche mit dem Kölner Schriftsteller Navid Kermani, mal schreibt er Aufsätze über die Vordenker der Postmoderne. Jetzt demonstriert er, dass er auch seinen Orwell gelesen hat. Deutschland sei nicht "Nettozahler, sondern Nettogewinner der EU", sagt er in der Debatte um mehr deutsches Geld für den EU-Haushalt, die heute in Brüssel fortgesetzt wird. In Orwells "1984" lauteten die Parolen am sogenannten Wahrheitsministerium: "Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke."

Gewinner des Tages...

... sind Benjamin Bruckschwaiger und Kerstin D. Korolenko. Der Münchner, im Hauptberuf Produkttrainer bei Bosch-Siemens-Hausgeräte (BSH), und die Immobilien-Entwicklerin aus Riga gehören zu den ersten Teilnehmern der neuen SPIEGEL AKADEMIE, die Anfang Januar an den Start gegangen ist. Menschen wie Bruckschwaiger oder Korolenko können sich dort neben ihrem Job innerhalb von sechs Monaten die Fähigkeiten aneignen, die es braucht, um in der digitalisierten Arbeitswelt zu bestehen. Auf Hochschulniveau. Aktuell werden drei verschiedene staatlich anerkannte Zertifikatskurse angeboten, schon bald kommen weitere dazu. Näheres dazu finden Sie hier. Man könnte auch sagen: SPIEGEL-Akademiker wissen mehr.

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
keine Zensur nötig 10.01.2018
1. Ein guter Tag wird es sein -
es bleibt alles beim Alten. Unsere Groko-Spitzen verhandeln noch nicht. Noch tapsen sie mit Wünschelruten umher und suchen die rettende Wasserader während ihnen das Wasser bis zum Hals steht. Was für Zustände haben wir in unserem Land hier erreicht? Durch egomanes Gehampel einer Truppe Gernegroße bekommen wir keine Regierung - und die eigentlich vorgesehene demokratische Mitbeteiligung wird mit miesen Tricks ausgehebelt. Unser noch Aussenminister bekommt seine Plattform um platte Attidüden zu bringen - und verschweigt, dass er schon die nächsten Flüchtlinge ins Land holen will, da in einem befriedeten Syrien (Quelle - Pentagon) den Wiederaufbau zu sabotieren und die deutsche Flüchtlingsindustrie am Leben zu erhalten. Wie schön wäre es, wenn auch SPON diesen Irrsinn der Politik brandmarken würde - er nämlich ist es, der uns eine AfD & Co. beschert hat.
stadtmusikant123 10.01.2018
2. Nettogewinner Gabriel
Ganz sicher ist Gabiel ein Nettogewinner der EU. Schön wäre es , wenn die deutschen Malocher auch zu den Nettogewinnern der EU gehören würden, aber genau das Gegenteil ist der Fall, der Malocher ha nix davon, zur Zeit wird er für seine EU-Begeisterung mit einer Mietexplosion und Wohnungsnot belohnt, und vom Elend der Leihbuden-Malocher , die ihr Schicksal in erster Linie der SPD-Agenda verdanken, sprechen wir lieber erst gar nicht, sonst wäre die SPD nie mehr wählbar.
auf_dem_Holzweg? 10.01.2018
3. das Geschiebe der Posten
ist doch die Hauptsache, nichts anderes. Es stehen weder der Bürger, Umwelt, Wirtschaft noch das Land selbst zur Debatte, es geht um die Verteilung der Posten, sprich: wer welche ruhige Kugel schiebt und wieviel nach extrem kurzer Zeit an fetter Rente bezieht! Das ist das Vertrauen, das die Bürger unseren Politikern entgegenbringen sollten! Und genau deshalb auch das Stillschweigen. Das Gerede um die GroKo ist eh eine Farce, war von vornherein klar, es darf keinerlei Glaube in die Politik mehr gesetzt werden.
20realsenses13 10.01.2018
4. Lindner - Ganz toll.......
dann hat das Chef Model der FDP ja seinen Einsatz vor Kamera und Mikrofon honoriert bekommen. Solche Chancen muss man nicht durch ernsthafte politische Arbeit verringern. Es gibt ja noch mehr Artikel ausser Unterhemden die sich bewerben lassen.
Berg 10.01.2018
5.
Zitat von auf_dem_Holzweg?ist doch die Hauptsache, nichts anderes. Es stehen weder der Bürger, Umwelt, Wirtschaft noch das Land selbst zur Debatte, es geht um die Verteilung der Posten, sprich: wer welche ruhige Kugel schiebt und wieviel nach extrem kurzer Zeit an fetter Rente bezieht! Das ist das Vertrauen, das die Bürger unseren Politikern entgegenbringen sollten! Und genau deshalb auch das Stillschweigen. Das Gerede um die GroKo ist eh eine Farce, war von vornherein klar, es darf keinerlei Glaube in die Politik mehr gesetzt werden.
Und ich verstehe Ihre Mäkelei nicht. Diese "Posten", das sind die 15 verantwortlichen Minister für 15 Ressorts mit jeweils ca 1000 Mitarbeitern. Bisher hatte die SPD 6 Ministerien, genauso viel wie die CDU. Als Minister/in werden die bestmöglichen gesucht, die natürlich auch wollen sollen. Das ist doch nach jeder Wahl so, auch in allen 16 Bundesländern, und demzufolge völlig normal. So. Und dann sind die von Ihnen eewarteten Themen logischerweise ihren Ministerienressorts zugeordnet. Und das werden wohl in jedem Ministerium hunderte Themen sein. Dass Sie da auf "ruhige Kugel schieben" kommen, ist wohl weit daneben.
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