FDP: Niebel stellt Spitzenkandidatur Röslers in Frage

Entwicklungsminister Niebel hat sich indirekt gegen eine Spitzenkandidatur von FDP-Parteichef Rösler bei der Bundestagswahl ausgesprochen. Theoretisch, sagte er in einem Interview, spreche natürlich nichts dagegen - "es sei denn, es gibt gute Gründe, das anders zu entscheiden".

Liberale Niebel, Rösler: "Auch bei der SPD muss ein Spitzenkandidat nicht Parteichef sein" Zur Großansicht
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Liberale Niebel, Rösler: "Auch bei der SPD muss ein Spitzenkandidat nicht Parteichef sein"

Düsseldorf - Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat für den Bundestagswahlkampf der Liberalen ein Doppel aus Parteichef und Spitzenkandidat vorgeschlagen. "Sie sehen auch bei der SPD, dass ein Spitzenkandidat nicht zwingend Parteichef sein muss", sagte Niebel der "Rheinischen Post". Wahlkampf im Team sei immer eine gute Lösung.

"Gewöhnlich gilt aber ein Vorsitzender als potentieller Spitzenkandidat, es sei denn, es gibt gute Gründe, das anders zu entscheiden", erklärte der Minister. Er betonte, Fraktionschef, Parteichef und "alle anderen Mitglieder des Präsidiums müssen im Team die Bundestagswahl meistern". Niebel sprach sich zudem für eine Fortsetzung der Koalition mit der Union aus.

Wer die Liberalen in die Bundestagswahl 2013 führt, ist derzeit noch völlig unklar. Formal gibt es bei der FDP sowieso keinen Spitzenkandidaten. Allerdings war es bisher stets so, dass der Parteichef die Liberalen auch in die Bundestagswahl führte. Die Entscheidung darüber dürfte am Ende im kleinen Kreis des Parteipräsidiums fallen.

Das Schicksal von Parteichef Philipp Rösler hängt auch vom Ausgang der Landtagswahl in Niedersachsen im Januar ab. In Umfragen verharrt die FDP dort derzeit deutlich unterhalb der Fünfprozenthürde. Sollte die niedersächsische FDP bei der Landtagswahl scheitern, dürfte Rösler im Amt des Parteichefs nicht mehr zu halten sein. Schafft die FDP aber ein einigermaßen gutes Ergebnis, sieht das wieder anders aus.

Nordrhein-Westfalens FDP-Chef Christian Lindner schließt eine Übernahme des Parteivorsitzes derzeit ebenso aus wie eine Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle wiederum gilt mit seinen 67 Jahren nur als Mann des Übergangs. Für denkbar halten manche eine Tandemlösung mit Lindner und Brüderle.

Spätestens zum Bundesparteitag im Mai gibt es Klarheit: Dort steht turnusgemäß die Wahl des Parteivorsitzenden an.

ffr/dpa/dapd

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insgesamt 58 Beiträge
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1. Klasse
goethestrasse 29.11.2012
.. da ist noch nichtmal das Dreikönigstreffen, geschweige, die Niedersachsenwahl gelaufen, da streiten die schon wieder. Teilen die 4% Partei in mind. 2 Lager. Weiter so. Das macht den Wähler froh.
2. Bitte bei Rösler bleiben!
der_pirat 29.11.2012
Nur mit Rösler wird die Partei unter fünf Prozent bleiben.
3. .... und tschüß.
jerrymouse 29.11.2012
Leider hat sich die FDP in den letzten Jahren mit Merkel völlig überflüssig gemacht. Wer auch immer als "Spitzenkandidat" aufgestellt werden sollte, wird dies einsehen müssen. Spätestens nach der verlorenen Niedersachsen Wahl, allerspätestens beim Abflug aus dem Bundestag. Die parlamentarische Opposition besteht aus Abnickern oder an der Realität gescheiterten Traumtänzern.
4. Warum nicht Niebel?
helmutvan 29.11.2012
Mit einem Dirk Niebel als Spitzenkandidat wäre die FDP doch bestens bedient, oder?
5. Niebel vs Rösler
meyeoliv 29.11.2012
Eine Null sagt der anderen Null, dass Er eine Null ist! Kann man auch als beginnende Selbstzerstörung bezeichnen!
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