Niedersachsen Alfred Kubel gestorben

Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Alfred Kubel ist nach langer Krankheit in einer Seniorenresidenz gestorben. Kanzler Schröder würdigte Kubel als einen Mann mit "vorbildlichem Pflichtbewußtsein".


Bad Pyrmont - Der frühere niedersächsische Ministerpräsident Alfred Kubel ist am Samstag im Alter von 89 Jahren gestorben. Er war bereits länger schwer krank gewesen und hatte zuletzt mit seiner Frau in einer Seniorenresidenz in Bad Pyrmont gelebt, wie deren Leiterin Karin Ettoumy am Sonntag mitteilte. Bundeskanzler Gerhard Schröder würdigte den Sozialdemokraten in einem Kondolenzschreiben als einen Mann, der sich "mit vorbildlichem Pflichtbewußtsein und persönlicher Integrität für das Wohl des Landes Niedersachsen eingesetzt" hat.

Kubel wurde am 25. Mai 1909 in Braunschweig geboren und arbeitete sich vom Handlungsgehilfen zum Prokuristen eines Gummikonzerns hoch. Wegen illegaler politischer Tätigkeit saß er in der Zeit des Nationalsozialismus ein Jahr im Gefängnis. Nach dem Krieg stieg er zum Minister des neugegründeten Bundeslandes Niedersachsen auf, unter anderem in den Ressorts Arbeit, Landwirtschaft und Finanzen. 1970 wurde er Ministerpräsident des Landes und blieb es auch nach der Wahl 1974. Allerdings kündigte der damals 65jährige bereits an, auf der Hälfte der Amtszeit 1976 einem Jüngeren Platz machen zu wollen. Der Nachfolgekandidat der SPD, Helmut Kasimier, fiel jedoch bei der Ministerpräsidentenwahl gegen den CDU-Kandidaten Ernst Albrecht überraschend durch, womit die SPD/FDP-Koalition in Niedersachsen endete.



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