Tropfnasser Ministerpräsident McAllister kentert mit Drachenboot "Struppi"

Pannentage bei der Union: Erst kippte Bayerns Innenminister Herrmann mit einem 40-Tonnen-Bagger um, nun ist Niedersachsens halbes Kabinett gekentert. Ministerpräsident McAllister hatte den Takt auf dem Drachenboot "Struppi" vorgegeben - dann ging die Ministerriege über Bord.

DPA

Hannover - Es sollte ein lustiger Ausflug auf dem Drachenboot "Struppi" werden, endete jedoch mit einem Reinfall: Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) und mehrere Mitglieder seiner Regierungsmannschaft sind auf dem Zwischenahner Meer gekentert. Sie wurden von Rettern der DLRG aus dem Wasser gefischt.

Insgesamt knapp 20 Politiker landeten unfreiwillig im Wasser, darunter auch Sozialministerin Äygül Özkan, Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) und Kultusminister Bernd Althusmann. 500 Meter vor dem Ufer war das Boot umgekippt, vermutlich wegen der Bugwelle eines anderen Schiffes. Die Wassertemperatur betrug nur elf Grad.

Alle Insassen des Drachenbootes, darunter auch Landtagsabgeordnete und Journalisten, konnten dem Regierungssprecher zufolge von der DLRG umgehend und unverletzt geborgen und an Land gebracht werden.

"Die Bugwelle eines Motorbootes hat das Drachenboot erwischt", sagte McAllister später. "Die Boote sind ja recht instabil, und da ist es in Sekundenschnelle zur Seite gekippt." Der Untergang sei aber kein Symbol für die politische Zukunft von Schwarz-Gelb in Niedersachsen, versicherte er.

McAllister hatte zuvor als Trommler des Drachenbootes "Struppi" am Kopfende gesessen und den Takt vorgegeben. Dabei wurden bekannte Seemannslieder wie "Wir lagen vor Madagaskar" gesungen.

Die Drachenboottour war Programmpunkt der Klausurtagung der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion in Bad Zwischenahn (Landkreis Ammerland). Auch die FDP-Fraktion nahm daran teil.

Nach dem ersten Schreck hätten aber alle belustigt auf das Bad im kalten Meer reagiert. Auch größere Schäden gab es nicht zu vermelden - lediglich Kultusminister Althusmann habe über den Verlust seiner Zigaretten geklagt.

Dramatischer Unfall beim Spatenstich

Kurz zuvor war bereits Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ein Missgeschick passiert. Am Montagabend kippte der CSU-Mann mit einem 40-Tonnen-Bagger in Kempten um.

Hermann sollte die symbolische erste Baggerschaufel für einen Straßenneubau ausheben. Dabei kippte das 40 Tonnen schwere Gefährt auf die Seite, der Minister war im Führerhaus eingeschlossen. Seine Leibwächter befreiten Herrmann durch die eingeschlagene Frontscheibe des Baggers - der Minister zog sich dabei Schürfwunden im Gesicht und Prellungen am Bein zu.

fab/dpa/dapd



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