SPON-Wahltrend SPD und CDU in Niedersachsen gleichauf

Niedersachsen macht es spannend: Zwei Wochen vor der Landtagswahl liefern sich CDU und SPD in einer aktuellen Umfrage ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Ergebnisse des SPON-Wahltrends.

Konkurrenten: CDU-Herausforder Althusmann, Ministerpräsident Weil
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Konkurrenten: CDU-Herausforder Althusmann, Ministerpräsident Weil


Im Landtagswahlkampf in Niedersachsen zeichnet sich eine spannende Schlussphase ab. In einer Civey-Umfrage im Auftrag von SPIEGEL ONLINE und der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" sind CDU und SPD fast gleichauf. Rechnerisch reicht es weder für eine schwarz-gelbe noch für eine rot-grüne Koalition.

Die SPD kommt demnach auf 32,8 Prozent, die CDU auf 33,1 Prozent der Stimmen. Der statistische Fehler liegt bei dieser Umfrage bei 2,5 Prozentpunkten, das heißt, der Abstand zwischen den beiden Parteien ist zu gering, um sagen zu können, wer führt. Bei Umfragen im August hatte die CDU noch deutlich vor der SPD gelegen.

Auch FDP, AfD und Grüne liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, mit leichten Vorteilen für Letztere. In der Umfrage kommen die Grünen derzeit auf 9,9 Prozent, die Liberalen auf acht Prozent. Die Rechtspopulisten liegen bei 8,1 Prozent. Die Linke würde den Einzug mit 5,4 Prozent knapp schaffen - doch auch hier zeigt ein Blick auf den statistischen Fehler, dass es äußerst eng werden kann.

Damit bliebe nach jetzigem Stand für die Regierungsbildung nur ein Dreierbündnis oder eine Große Koalition. Eine Ampel mit SPD, FDP und Grünen, ein rot-rot-grünes Bündnis oder eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP sind allerdings bei den Parteien im Flächenland äußerst unbeliebt. Auch wenn die Linke den Einzug in den Landtag verpassen sollte, würde es derzeit nicht für schwarz-gelb oder rot-grün reichen.

6,1 Millionen Wahlberechtigte sind am 15. Oktober in Niedersachsen aufgerufen, ein neues Landesparlament zu wählen - drei Monate früher als eigentlich geplant. Die Abgeordnete Elke Twesten hatte die rot-grüne Koalition mit ihrem Wechsel von den Grünen zur CDU gestürzt. SPD und Grüne hatten mit nur einer Stimme Mehrheit regiert. (Lesen Sie hier, was in Niedersachsen auf dem Spiel steht.) Aufgrund des vorgezogenen Termins gibt es in Niedersachsen keinen Wahl-O-Mat - stattdessen bietet die Landeszentrale für Politische Bildung einen Wahlkompass an.

Die bevorstehende Wahl in Niedersachsen lähmt auch den Betrieb in Berlin. Aus Angst, das eigene Ergebnis mit Nachrichten aus den Sondierungsgesprächen zu verschlechtern, halten sich die Parteien mit konkreten Ansagen zurück. Bis zum Wahltermin dürfte es keine konkreten Vereinbarungen zwischen Union, FDP und Grünen geben.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" und dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 24. September (nach 18 Uhr) bis 1. Oktober 2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste mehr als 4570 Befragte. Der statistische Fehler lag bei 2,5 Prozent.

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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Sie dienen allein dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden.

Wer steckt hinter Civey?

Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

brk



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