Niedersachsen SPD-Spitzenkandidat Weil leidet nicht unter Steinbrück

Er erkennt keine Beeinträchtigung für seinen Wahlkampf: SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil sieht seine Wahlchancen durch die Debatte um die jüngsten Steinbrück-Patzer nicht geschmälert - und lobt seinen Kanzlerkandidaten ausdrücklich. Doch es gibt auch neue Kritik aus der SPD an Steinbrück.


Hamburg/Hannover - Die Debatte um die jüngsten Patzer von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück reicht nicht bis nach Niedersachsen - dessen ist sich der dortige sozialdemokratische Spitzenmann Stephan Weil sicher. Er sei sehr gelassen, "was beispielsweise bundespolitische Diskussionen in Sachen Kanzlergehälter angeht", sagte Weil am Freitag in Berlin. Diese habe "keine Bremsspuren" im niedersächsischen Wahlkampf hinterlassen. In dem Bundesland wird am 20. Januar gewählt.

Nach aktuellen Umfragen könnte es für eine rot-grüne Regierung unter Weils Führung reichen. SPD und Grüne liegen vor CDU und FDP, die Liberalen müssen aber grundsätzlich um den Wiedereinzug in den niedersächsischen Landtag bangen.

Weil sagte, er setze auf die Unterstützung Steinbrücks, der wiederum auch die Rückendeckung der niedersächsischen SPD habe. "Die SPD hat mit Peer Steinbrück einen sehr, sehr guten Kanzlerkandidaten. Wir arbeiten daran, dass aus dem Kandidaten auch ein Kanzler wird."

Zugleich verwies Weil darauf, dass die Wahl über Landesthemen entschieden werde, auch wenn die bundespolitische Bedeutung der Wahl hoch sei. "Nach einem Wahlsieg in Niedersachsen wird auf der Bundesebene Rot-Grün als eine echte Option nach den Bundestagswahlen ernst genommen werden." Für die SPD werde ein Wahlsieg beflügelnd sein.

Kritische Töne Richtung Steinbrück kamen dagegen von der künftigen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Politiker verdienten insgesamt viel Geld, sagte die SPD-Frau mit Blick auf die jüngste Klage Steinbrücks, wonach das Kanzlergehalt zu niedrig sei. Sie kenne zudem kaum jemanden, der wegen des Geldes in die Politik gehe, fügte die derzeitige Sozialministerin hinzu. Vielmehr brauche es Empathie und "Leidenschaft in der Sache", betonte die 51-Jährige.

flo/dapd/dpa

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koala2 04.01.2013
1. Schwarz Gelb schafft den Sieg
Weil und die SPD mit ihm werden ein Wahldebakel erleben. Wenn sie glück haben landen sie bei 30%. Ihc denke das die SPD bei 29% landen wird. Dafür sprechen viele Faktoren. Die Grünen werden durch ihren Skandal auch Stimmen verlieren und auf ca. 11-12% kommen. Die FDP wird wieder in den Landtag einziehen, mit einem Ergebnis von 6-9%. Die CDU wird mindestens 40% einfahren vielleicht auch ihr Ergebnis ausbauen.. Am Ende wird es für Schwarz-Gelb reichen.
Rabauke 04.01.2013
2. Muss er ja auch nicht...
Herr Weil ist schon alleine profillos genug. Man kann nur hoffen das es nicht nur die Hannover sind, welche ja noch wissen wie unsinnig er als Oberbürgermeister hier gewirtschaftet hat, die ihn und diese Partei nicht wählen.
zeitmax 04.01.2013
3. Wer Steinbrück einen...
"sehr, sehr guten Kanzlerkandidaten" nennt, beweist nur, daß er entweder ein Nachtwächter ist und/oder nicht mal geschickt lügen kann. Hat keine Eil, Herr Weil.
honkitonk 04.01.2013
4. Soll er nur träumen
Das ist doch wohl mal eine Lüge. Wen man hier in Niedersachsen anspricht, der vielleicht die SPD wählt. Er ist genervt und möchte am liebsten einen neuen Kanzlerkandidaten. Neulich hat Weil noch gesagt, dass Steinbrück jemand sei, dem der soziale Ausgleich sehr am Herzen läge. Vor allem der Ausgleich für sein eigenes Geld. Wie sagte es schon früher: "I love cash!" Heute ist er in Emden bei den Mitarbeitern der insolventen Nordseewerke. Er war selber Aufsichtsrat bei Thyssen-Krupp, als die den Laden verkauft haben. Er war übrigens für die Eigentümerseite im Aufsichtsrat und nicht für die Arbeitnehmerseite.
helmut-s. 04.01.2013
5. Hochmut kommt vor dem Fall...
Herr Weil vergisst, dass es Steinbrück war, der seinerzeit im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp am Verkauf der Nordseewerke in Emden mitgewurschtelt hat. Damit hat der das Unternehmen erst in die Misere gebracht, in der es heute steckt. Hunderte Beschäftigte zittern aktuell um ihre Jobs. Steinbrück kassierte für seine Zeit im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp über 100.000 €. Herr Weil sollte ihm einmal die Frage stellen, was er den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern damit für einen Bärendienst erwiesen hat.
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