Lammert zur Bundespräsidentenwahl "Ich wollte schlicht nicht"

Er galt als Wunschkandidat vieler Konservativer für das Amt des Bundespräsidenten. Nun hat Norbert Lammert erklärt, weshalb er nicht zur Verfügung steht - und warum er Steinmeier für eine kluge Wahl hält.

Norbert Lammert
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Norbert Lammert


CDU-Politiker Norbert Lammert hat die Nominierung Frank-Walter Steinmeiers zum Kandidaten für das Bundespräsidentenamt als kluge Entscheidung bezeichnet. "Wenn man, was ich unterstreiche, für das Amt des Staatsoberhauptes nicht nur eine integre und angesehene Persönlichkeit sucht, sondern darüber hinaus eine mit ausgewiesener politischer Erfahrung, dann wird man nicht viele finden wie Frank-Walter Steinmeier", sagte Lammert der "Rheinischen Post".

Der Bundestagspräsident war lange selbst als Kandidat für die Nachfolge von Joachim Gauck gehandelt worden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel soll Lammert hartnäckig umworben haben. Doch der CDU-Politiker lehnte ab. Er habe das Amt nicht angestrebt, sagte er nun: "Ich wollte schlicht nicht." Die Spitzen von SPD, CDU und CSU hatten sich später auf Steinmeier als gemeinsamen Kandidaten geeinigt.

Lammert ist einer der bekanntesten CDU-Politiker und sitzt seit 1980 im Bundestag. 2005 wurde er zum Präsidenten des Parlaments gewählt. Im Herbst hatte Lammert angekündigt, sich aus der aktiven Politik zurückzuziehen und nicht mehr bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr zu kandidieren.

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Unterstützung äußerte Lammert nun für Merkels Entscheidung, ein viertes Mal für das Amt als Bundeskanzlerin zu kandidieren. Alternativlos sei sie aber nicht. "Es gibt personell und sachlich immer Alternativen", sagte Lammert. "Das Wesen der Demokratie besteht in der Einsicht, dass es immer Alternativen gibt."

brk/dpa

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