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Kundgebung in Dresden: Polizei eskortiert NPD-Demonstranten in Landtagsgebäude

NPD-Demonstration in Dresden: Flucht in den Landtag Fotos
DPA

Ende einer NPD-Kundgebung: Unter Polizeischutz zogen sich Rechtsextreme in Dresden vor Gegendemonstranten in den Landtag zurück. Die Beamten rechtfertigten ihr Vorgehen: Es habe eine Absprache gegeben.

Karlsruhe - In Dresden ist eine Demonstration der NPD eskaliert. Nach Abschluss der Veranstaltung flüchteten etwa 40 Mitglieder und Anhänger der rechtsextremen Partei vor etwa hundert Gegendemonstranten in den nahe gelegenen Sächsischen Landtag. Die Polizei musste die NPD-Sympathisanten dabei sogar beschützen, wie die "Dresdner Neuesten Nachrichten" (DNN) berichteten.

Dem Bericht zufolge hatten die NPD-Demonstranten die Eskalation selbst provoziert: Lautstark hätten sie verkündet, dass sie unter Polizeischutz zum Landtag ziehen würden. Daraufhin hätten sich auch Dutzende Gegendemonstranten dorthin aufgemacht, was die mit 300 Mann angerückte Polizei überfordert habe: Hektisch bugsierten die Einsatzkräfte die Rechtsextremen demnach in den Landtag, während sie die Gegendemonstranten zurückdrängten - mit Pfefferspray und Schlagstöcken.

Etwa 80 NPD-Anhänger hatten an dem Abend auf einer Kundgebung gegen vermeintliche Medienwillkür vor dem Haus der Presse in Dresden demonstriert - und trafen dort laut DNN auf rund 400 Gegendemonstranten.

Die zeitweilige Unterbringung der Rechtsextremen sei in Absprache mit dem Landtag erfolgt, in dem die NPD über Fraktionsräume verfügt, teilte die Polizei mit. Der SPD-Landesvorsitzende Martin Dulig sprach von einem unglaublichen Vorgang. "Da werden Feinde der Demokratie in das Haus der Demokratie gelassen", sagte er laut seiner Sprecherin. Die Lage beruhigte sich erst nach etwa einer Stunde: Die letzten Rechtsextremen eskortierte die Polizei gegen 21.30 Uhr aus dem Landtagsgebäude.

mxw/dpa

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