Berlin Nazi-Gegner blockieren NPD-Aufmarsch in Kreuzberg

Tausende Demonstranten wollen in Berlin einen Aufmarsch Rechtsextremer verhindern. Während die Nazi-Gegner erfolgreich blockieren, fand die Polizei im Wagen des NPD-Landesvorsitzenden Feuerlöscher und Holzlatten. Das sorgt für Spekulationen.


Hamburg/Berlin - Tausende Menschen haben sich in Berlin versammelt, um eine Demonstration der rechtsextremen NPD zu verhindern. Die überwiegend jungen Leute blockieren am Samstag die geplante Strecke durch den linksalternativ geprägten Stadtteil Kreuzberg.

Nach Angaben des "Tagesspiegel" musste die Polizei spontan eine alternative Route für den Marsch der Neonazis ausarbeiten. Diese soll nun ausschließlich durch Mitte führen. Doch bis Mittag war unklar, ob die etwa hundert NPD-Anhänger, die sich an der Jannowitzbrücke versammelt haben, überhaupt auf die Strecke gehen können. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass ihre Kundgebung als Marsch um den Block endet. Denn die Zahl der Gegendemonstranten steigt kontinuierlich, diese blockieren die Route weiterhin erfolgreich.

Polizei findet Feuerlöscher und Holzlatten

Damit hätten die Gegendemonstranten es geschafft, das Ziel des Nazi-Aufmarsches zu torpedieren. Dieser zielt direkt auf den linksalternativen Stadtteil Kreuzberg. Auf der Homepage der Rechtsextremen heißt es, dass Kreuzberg befreit werden müsse von "Mulikulti, Kriminalität, Verslumung."

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Berlin: Links gegen rechts

Auf der Demonstration hat die Polizei mehrere Holzlatten und vier Feuerlöscher im Auto des NPD-Landesvorsitzenden Sebastian Schmidtke gefunden. Schmidtke wollte mit dem Lautsprecherwagen die Demo anführen; die Gegenstände wurden von der Polizei beschlagnahmt. Die Beamten bestätigten, dass mit den Feuerlöschern Nazi-Gegner besprüht worden sind.

Im Vorfeld der Demo hatte das Bündnis "Berlin Nazifrei", zu dem auch Grüne, Linke, Jusos und Gewerkschaften zählen, das Vorgehen der Berliner Ordnungshüter scharf kritisiert. Die Polizei wollte die Route der Nazis erst 24 Stunden vorher bekannt geben, veröffentlichte diese dann aber doch früher als ursprünglich geplant.

mhu/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
gutezeit 26.04.2014
1. Demonstrationsfreiheit
Ja, das ist schon eine Krux mit der Demonstrationsfreiheit in Deutschland. Sie behindert die Behörden, unliebsame Demonstrationen einfach zu verbieten. Aber es gibt ja die Möglichkeit von Gegendemonstrationen. Wer hat wohl angeordnet, dass der Demonstrationsweg vorzeitig veröffentlicht wurde? Und welche Interessen wurden hier verfolgt? Diese Frage müsste doch jedem Journalisten unter den Fingern breennen!
tanzschule 26.04.2014
2. wer wohl
Zitat von gutezeitJa, das ist schon eine Krux mit der Demonstrationsfreiheit in Deutschland. Sie behindert die Behörden, unliebsame Demonstrationen einfach zu verbieten. Aber es gibt ja die Möglichkeit von Gegendemonstrationen. Wer hat wohl angeordnet, dass der Demonstrationsweg vorzeitig veröffentlicht wurde? Und welche Interessen wurden hier verfolgt? Diese Frage müsste doch jedem Journalisten unter den Fingern breennen!
wahrscheinliche die rot-grüne polizeiführung.LOL. die demonstrationsfreiheit ist doch nicht in gefahr?oder wurde die demo von staatlicher seite verboten?
fritze28 26.04.2014
3. Die BRD
zeigt ihr Gesicht. wenn es mit verboten/Gesetzen nicht mehr klappt dann werden halt Demonstraten benutzt um eine Demo zu verhindern. alles möglich in unserer freien Demokratie und Meinungsfreiheit. ein hoch auf die BRDDR.
cato. 26.04.2014
4. ...
Zitat von tanzschulewahrscheinliche die rot-grüne polizeiführung.LOL. die demonstrationsfreiheit ist doch nicht in gefahr?oder wurde die demo von staatlicher seite verboten?
Sie befinden sich auf einem gefährlichen Weg wenn sie darin kein Problem sehen, dass die Vertreter der Majorität die Rechte einer Minderheit, selbst wenn es eine unappetitliche ist, einschränken können.
charlybird 26.04.2014
5. Wenn
Zitat von fritze28zeigt ihr Gesicht. wenn es mit verboten/Gesetzen nicht mehr klappt dann werden halt Demonstraten benutzt um eine Demo zu verhindern. alles möglich in unserer freien Demokratie und Meinungsfreiheit. ein hoch auf die BRDDR.
gegen eine Partei, die erwiesenermaßen die freiheitlich, demokratischen Rechte - die sie immer lautstark für sich einfordert - sofort abbauen wird, so sie regierungsfähig ist (da sei Dings vor), alles unternommen wird, um sie zu behindern, entblößen und entlarven, ist das rechtens und vor allem wichtig. :-)
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