NPD-Konkurrenz Extreme Rivalen

Noch ist die NPD nicht verboten, doch die rechten Führungskader sichern sich schon ihre Pfründen. Parteichef Holger Apfel und sein Widersacher Christian Worch, Vorsitzender der Partei "Die Rechte", liefern sich offen einen Konkurrenzkampf - es geht um Mitglieder und Einfluss.

NPD-Chef Holger Apfel: "Unpolitische Nostalgiepflege" und "zielloser Verbalradikalismus"
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NPD-Chef Holger Apfel: "Unpolitische Nostalgiepflege" und "zielloser Verbalradikalismus"

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Hamburg - Entschlossenheit und Geschlossenheit zeigen - das ist die Parole, die Holger Apfel seiner NPD verordnet hat. In Zeiten eines Verbotsverfahrens rücke man natürlich zusammen und werde alles dafür tun, um sich gegen die Zwangsschließung zu wehren, so der NPD-Vorsitzende. Selbst den von ihm weggeputschten Vorgänger Udo Voigt bindet Apfel öffentlichkeitswirksam ein. Schließlich hat dieser schon 2003 Erfahrungen mit einem Verbotsverfahren gemacht. Voigt beteuert, nun "gern der jetzigen Parteiführung zur Verfügung stellen zu wollen".

Die Rechtsextremen geben sich derzeit harmonisch-vereint. Doch hinter den Kulissen rumort es heftig. Es geht um Einfluss in der Szene. Die NPD kämpft nicht nur gegen das drohende Verbot, sondern vor allem mit sich selbst. Die Partei ist hoch verschuldet, auch wenn Apfel beteuert, genügend Geld für die anstehenden Bundestags- und Europawahlkämpfe zu haben. Außerdem drohen der NPD möglicherweise Strafzahlungen in Höhe von 1,27 Millionen Euro wegen falscher Rechenschaftsberichte. Kommende Woche entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Sache.

Bei den Mitgliedern sieht es nicht besser aus: Die älteren Anhänger sterben der NPD nach und nach weg, andere verlassen frustriert die Partei. Die Hoffnung, durch die Übernahme der anderen großen rechtsextremen Partei, der Deutschen Volksunion (DVU), das Blatt zu wenden, haben sich zerschlagen.

Der wachsenden Neonazi-Szene ist das Erscheinungsbild der NPD zu seicht, zu bieder, seitdem Apfel die Geschäfte unter dem Schlagwort "seriöse Radikalität" führt und sich vom historischen Nationalsozialismus distanziert hat. Für den Vorsitzenden ist das "unpolitische Nostalgiepflege" und "zielloser Verbalradikalismus". Gerade einmal 5900 Mitglieder verzeichnet die NPD nach eigenen Angaben noch, 3000 davon sollen aktiv sein, der harte Kern.

"Schlechteste Alternative für die NPD"

Kein Wunder also, dass Apfel das Gesicht verzieht, wenn er auf die leidige Konkurrenz, die neu gegründete Partei "Die Rechte" angesprochen wird. Sie wird von Verfassungsschützern und Experten als mögliches Auffangbecken der NPD-Mitglieder gesehen, wenn deren Partei verboten werden sollte. Klar ist:"Rechte"-Chef Christian Worch ist es bereits gelungen, einige NPDler auf seine Seite zu ziehen.

Dass die NPD in der Konkurrenz ein Problem sieht, zeigen Apfels Ausführungen über "Die Rechte". "Diese Gruppierung kann man nicht ernst nehmen, es sind bisher keine sonderlichen Aktivitäten bekannt geworden", sagt Apfel. Und: "Herr Worch ist sicher die schlechteste Alternative für die NPD, sich eine neue Zukunft zu suchen."

Kampf um Stimmen

Was Apfel nicht erwähnt ist, dass Neonazi Worch und DVU-Veteranen nach und nach Landesverbände gründen, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Und bei der Europawahl, auf die die NPD nach dem Wegfall der Fünfprozenthürde setzt, will auch "Die Rechte" antreten. Und da geht es selbst um einzelne Stimmen. Schließlich braucht die NPD jeden Euro-Cent an staatlicher Unterstützung, die ihr nach dem Parteiengesetz zusteht: Je mehr Wähler, desto lauter klingelt es in der Parteikasse.

Zudem gibt es sehr wohl Austausch zwischen den beiden Parteien, wie Udo Pastörs, NPD-Bundesvize, bestätigt - "nicht in der Parteiführung, aber auf der zweiten Ebene". Pastörs ist derjenige, der immer wieder davon spricht, dass die NPD-Kader natürlich "Alternativen" und "Auffanglinien" überlegen, sollte die Partei verboten werden.

Worch geht mittlerweile sogar so weit, offen um Teile der Apfel-Partei zu werben: "An den NPD-Landesverbänden Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen habe ich Interesse, die nähme ich gerne auf", sagte der Neonazi SPIEGEL ONLINE. Gleichzeitig nutzt Worch jede Gelegenheit, um Apfel und seine Leute zu provozieren. "Ich habe die NPD lange unterstützt, musste aber feststellen, dass ihre Mängel nicht zu beheben sind. Sie verfolgt einen dogmatischen Alleinvertretungsanspruch, der protostalinistische Züge trägt." Die NPD interessiere sich nur für sich selbst.

Parteigründung "geboren aus Verbitterung"

Alexander Häusler, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungsschwerpunkts Rechtsextremismus an der Fachhochschule Düsseldorf, beobachtet das Spannungsverhältnis Apfel-Worch schon länger: "Die Beziehung zwischen Worch und den NPD-Führungskadern ist von großer Rivalität geprägt." Worch habe seine Partei als eine Attacke "auf die alten Widersacher" gegründet - "geboren aus Verbitterung und der sich plötzlich bietenden Chance, die Reste der DVU zu übernehmen". Häusler erwartet nun, dass ein "starker Konkurrenzkampf um die NPD-Mitglieder entbrennen wird".

Worch zeigt, dass der zwischen den "Alphamännchen" der Szene längst tobt. Und er ist sich im Hinblick auf seine Widersacher sicher: "Ich bin stärker."

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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
poseidonner 07.12.2012
1. Noch ist die NPD nicht verboten?
Woher weiß man denn, dass sie verboten wird? Komische Berichterstattung, links-tendenziös und billig!
adrianralle 07.12.2012
2.
Zitat von poseidonnerWoher weiß man denn, dass sie verboten wird? Komische Berichterstattung, links-tendenziös und billig!
Wenn sie links wäre, müsste die aktuelle Regierung mehr kritisiert werden.
psychologiestudent 07.12.2012
3.
das "noch" ist hier angebracht, weil die Innenminister der Bundesländer ein Verbot fordern,. "noch nicht" kann auch als Konjunktiv (also "es ist möglich dass es passiert, noch ist sie aber nicht verboten") gesehen werden. Aber wenn man die kommunistische Weltverschwörung finden will, findet man sie auch.
maledicto 07.12.2012
4. .
Zitat von poseidonnerWoher weiß man denn, dass sie verboten wird? Komische Berichterstattung, links-tendenziös und billig!
Wären Sie des Lesens mächtig, hätten Sie erfahren können, dass nirgendwo behrauptet wird, dass die NPD verboten wird.
hubertrudnick1 07.12.2012
5. Wer mag schon Faschisten?
Zitat von poseidonnerWoher weiß man denn, dass sie verboten wird? Komische Berichterstattung, links-tendenziös und billig!
NPD Leute sind diejenigen die das Gedankengut der Faschisten weitertragen wollen. Auch wenn man sie so gerne verboten haben möchte und diesen Leuten nicht noch mit Steuergeldern unterstützen will, so ist aber auch das rechte Gedankengut immer eine Folge der schlechten gesellschaftlichen und sozialen Politik unserer etablierten Parteien selbst. Imgrunde liegt es am Versagen unserer Politiker und der Gesellschaft, es reicht eben nicht mal aus eine Partei zu verbieten und sie aus dem Register zu streichen. Es ist genau so unsinnig wie mit der Griechenlandpolitik, ein nur sparen reicht da auch nicht aus, sondern man muss Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft bringen. Das extreme Gedankengut und das nicht nur in Deutschland findet doch bei vielen Bürgern und das hauptsächlich bei vielen jüngeren einen Nährboden, denn die Jugend wir in großen Teilen der Gesellschaft total vernachlässigt. Wer für seine Bürger was zu bieten hat und das ist eine Zukunft, der entzieht dann auch all diesen radikalen Gruppen ihre Anhänger, aber das werden und wollen die etablierten Parteien und Gruppierungen nie begreifen. Wer keine Zukunftchance für sich sieht, der lässt sich dann von diesen vermeintlichen Heilsbringern schnell einfangen. Ein Verschwinden der faschistischen Gruppen wäre schon gut, aber das kann man mit Verboten nicht durchsetzen, sondern man hilft diesen Leuten nur noch weiter sich zu festigen. Liebe Politiker, tut endlich mal was für die Masse der Bürger und unterstützt nicht nur immer das Finanzkapital und schickt eure Soldaten nicht in jeden Krieg.
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