Angebot auf dem Index NPD-Verlag muss Online-Katalog abschalten

Der NPD-Verlag "Deutsche Stimme" steckt in immer größeren Schwierigkeiten. Jetzt hat er seine Versandseite offline gestellt. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat den Online-Katalog auf den Index gesetzt. Die Geschäftsführung kündigt eine Klage an.

Gebäude des NPD-Verlags "Deutsche Stimme" in Riesa (Archiv): Online-Katalog offline
ddp images / dapd

Gebäude des NPD-Verlags "Deutsche Stimme" in Riesa (Archiv): Online-Katalog offline

Von


Hamburg - Die Versandseite des NPD-Verlags "Deutsche Stimme" (DS) ist abgeschaltet. Wie DS-Geschäftsführer Andreas Storr SPIEGEL ONLINE mitteilte, hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien den Online-Katalog des NPD-eigenen Versandhandels, ds-versand.de, auf den Index gesetzt. Ein entsprechender Bescheid sei beim Anwalt des Verlags eingegangen.

Auf der Seite steht nun der Hinweis: "Dieses Internet-Warenangebot ist zurzeit nicht öffentlich verfügbar." Am 11. April hatte die Bundesprüfstelle das Angebot des Online-Versandhandels indiziert. Dort bot der Verlag, der in Osteuropa auch die NPD-Parteizeitung drucken lässt, rechtsextreme Bücher, CDs und Szene-Devotionalien feil - vom Aufkleber "Reichkriegsflagge (klein)" für einen Euro bis hin zum "Adler zur Wandbefestigung mit Halterung für fünf Kerzen" für 195 Euro.

Storr kündigte eine Klage gegen den Bescheid an. "Wir werden dagegen rechtlich vorgehen." Er wies die Entscheidung als "absurd" zurück, sie sei "rein politisch zu verstehen".

Die NPD ist Haupteigentümerin des DS-Verlags. Derzeit verfüge das Unternehmen noch über zwei festangestellte Mitarbeiter, 2008/2009 seien es noch zwölf gewesen, so Storr. Nach Angaben des Geschäftsführers hat das Unternehmen mit jährlichen Umsatzeinbrüchen von rund 300.000 Euro zu kämpfen. Erst kürzlich musste der Haupteigentümer des Verlags, die finanziell ebenfalls finanziell schwer angeschlagene NPD, 200.000 Euro Stammkapital nachschießen.

Eine der Ursachen für die finanziellen Probleme seien auch "die lästigen Indizierungsverfahren" der Bundesprüfstelle, so Storr. Diese seien teuer, die Kosten hierfür würden im fünfstelligen Bereich liegen.

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.