NRW-FDP Möllemann droht erneut der Rauswurf

Die FDP wird Jürgen Möllemann nicht los. Jetzt verkündete der Politiker, er wolle sein Bundestagsmandat vorerst doch behalten. Die nordrhein-westfälische FDP-Landtagsfraktion will nun einen erneuten Versuch starten, Möllemann rauszuwerfen.


Rein in den Landtag, raus aus dem Landtag: Jürgen Möllemann
AP

Rein in den Landtag, raus aus dem Landtag: Jürgen Möllemann

Berlin/Düsseldorf – Ursprünglich hatte Jürgen W. Möllemann, Ex-Bundesvize und Ex-Chef der Liberalen in NRW, versichert, er wolle sein Bundestagsmandat noch in diesem Monat niederlegen. Im Gespräch mit der "Berliner Zeitung“ sagte er jetzt jedoch, nach seinem Ausschluss aus der Bundestagsfraktion sei er diesem Gremium nichts mehr schuldig. Eine Entscheidung behalte er sich so lange vor, bis über seine Zukunft in der FDP Klarheit herrsche.

In Düsseldorf sorgten Möllemanns Äußerungen für Empörung. Ingo Wolf, der Möllemann als Fraktionschef im Landtag beerbt hatte, bezeichnete dessen Ankündigung als "klaren Wortbruch" gegenüber den Landtagsabgeordneten. "Das Tischtuch zwischen Fraktion und Jürgen Möllemann ist zerschnitten", polterte Wolf. Eine künftige Zusammenarbeit sei unmöglich. "Mit diesem wiederholten Zickzackkurs hat Jürgen Möllemann das Vertrauensverhältnis mit der Fraktion zerrüttet."

Schon am Dienstag will die Fraktion deswegen ein zweites Ausschlussverfahren gegen den Münsteraner einleiten. Vor fünf Wochen war ein erster Versuch knapp gescheitert. Eine Stimme hatte zur nötigen Zweidrittelmehrheit gefehlt. Inzwischen glaubt die FDP-Landesspitze offenbar, dass die Anzahl der Stimmen diesmal für einen Rauswurf Möllemanns ausreicht.



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